23. November 2022 / 11:47 Uhr

Als Nachfolger von Messi, Ronaldo & Co.: Deshalb ist DFB-Talent Musiala das größte WM-Juwel 

Als Nachfolger von Messi, Ronaldo & Co.: Deshalb ist DFB-Talent Musiala das größte WM-Juwel 

Patrick Strasser
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jamal Musiala (r.) könnte Lionel Messi (l.) und Cristiano Ronaldo bei der WM in den Schatten stellen.
Jamal Musiala (r.) könnte Lionel Messi (l.) und Cristiano Ronaldo bei der WM in den Schatten stellen. © Imago/Picture Point LE/Shutterstock/Sven Simon/Eibner (Montage)
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Die Superstars Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo spielen bei der Weltmeisterschaft in Katar ihr letztes Turnier. Eine neue Generation rückt auf – mit Spielern wie Englands Jude Bellingham und dem Spanier Pedri. Das größte Juwel dabei ist aber DFB-Star Jamal Musiala.

Gibt es einen internationalen TV-Werbespot zu dieser Fußball-WM ohne das oft mürrische Gesicht mit leicht ergrautem Haar und Vollbart von Lionel Messi? Einen Spot ohne das ganzkörperglattrasierte Muskelpaket namens Cristiano Ronaldo? Die Helden des Weltfußballs der vergangenen knapp 20 Jahre spielen ihre letzte WM, stehen im Herbst ihrer Karriere.

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Immer noch Weltklasse, aber speziell bei Ronaldo, von so manchem wegen seines Alters als "CR37" verspottet, hat dieser Herbst schon sehr winterliche Züge. Nach seinem verbalen Rundumschlag zuletzt wird es kein Zurück zu Manchester United mehr geben. Wo der Portugiese, der mit seiner Auswahl am Donnerstag gegen Ghana ins Turnier einsteigt, nach der Endrunde in Katar noch aufläuft und wer ihn überhaupt bezahlen kann – ungewiss. Auch das Karriereende von Messi, bereits 35, ist nicht mehr weit. Im Auftaktspiel seiner Argentinier gegen Saudi-Arabien steuerte der Zehner zwar das 1:0 per Elfmeter bei, dann verlor die "Albiceleste" jedoch sensationell mit 1:2. Götterdämmerung?

Auch Zeit von Modric, Lewandowski & Co. läuft ab

Auch Luka Modric, 2018 mit Kroatien Vizeweltmeister und danach als Weltfußballer ausgezeichnet (als es mal nicht Messi oder Ronaldo wurden), geht als 37-Jähriger in seine letzte WM. Wie wohl auch DFB-Kapitän Manuel Neuer (36) und Robert Lewandowski (34). Neymar, Brasiliens Held, ist auch schon 30. Bei ihm ist die Frage, was sein Körper noch so alles mitmacht. Der Franzose Karim Benzema (34), Ballon-d’Or-Gewinner und Europas Fußballer des Jahres, fehlt verletzt.

Neue Helden braucht die WM. Und die nächste Generation der Winnertypen ist längst nachgerückt, darf sich erstmals auf der großen Bühne zeigen: der Brasilianer Rodrygo (21), die Spanier Gavi (18) und Pedri (19) sowie die Engländer Bukayo Saka (21) und Jude Bellingham (19), beide beim 6:2 gegen den Iran erfolgreich. Bellinghams Kumpel, mit dem er einst in Englands Juniorenteams brillierte, läuft für Deutschland auf: Jamal Musiala, auch erst 19. Das größte Juwel des deutschen Fußballs.

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Für den WM-Auftakt des DFB-Teams an diesem Mittwoch (14 Uhr, ARD und Magenta TV) gegen Japan ist der offensive Mittelfeldspieler vom FC Bayern München gesetzt. Aufgrund seiner Topleistungen in der Hinrunde und seiner zwölf Tore sowie zehn Vorlagen in 22 Pflichtspielen gilt Musiala, der bisher 17 Länderspiele absolviert hat, als einer der Hoffnungsträger aus deutscher Sicht. Eine große Bürde für einen Teenager. "Es ist wichtig, die Lockerheit mitzubringen und sich selbst nicht zu viel Druck zu machen, sondern einfach ein bisschen Spaß zu haben", sagt Musiala selbst.

Geboren in Stuttgart, der Vater stammt aus Nigeria, die Mutter aus Deutschland, aufgewachsen in England, ausgebildet in der Akademie des FC Chelsea, kam er mit 16 in die Jugend des FC Bayern. Ein bewegtes Leben, ein introvertierter Typ. Musiala macht keine großen Worte, drückt sich über sein Spiel aus, über diese schlangenartigen Bewegungen und gezielten Torabschlüsse. Entdeckt er eine Lücke und sieht die perfekte Schussposition, legt er die Bälle – ob mit rechts oder links – so platziert und elegant in die Torecken.

"Will einer der besten Spieler der Welt sein"

Sich selbst setzt der ehrgeizige, aber stets höflich, bescheiden und respektvoll auftretende Musiala unter Druck. "Ich tue mich schwer, nach einem Spiel zufrieden mit mir zu sein“, sagte er dem kicker und unterstrich sein Karriereziel: "Ich will einer der besten Spieler der Welt sein." Schon bei der WM in Katar? Flick hält große Stücke auf ihn: "Es ist ein Genuss, Jamal spielen zu sehen. Er hat diese Leichtigkeit am Ball, sich aus Drucksituationen zu lösen."

Rekord-Nationalspieler Lothar bezeichnete Musialas Spiel jüngst als "Zauberei" und "Messi-like". Das sei natürlich eine Ehre, sagt der 19-jährige Münchner. Aber Messi spiele schon sein ganzes Leben auf einem Top-Level: "Ich fokussiere mich auf mich selbst, was ich besser machen kann als Jamal." Auch mit den Händen kann es Musiala ausgezeichnet. Der glühende Fan von Basketballer Stephen Curry und dem NBA-Klub Golden State Warriors spielt so oft es geht Basketball. Wie gut? "Komm, sei ehrlich", meinte Niklas Süle, und Musiala sagte trocken: "Ich bin der beste Spieler hier."

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