27. Mai 2021 / 18:46 Uhr

Nachhaltige Red-Bull-Arena: RB Leipzig verbaut recycelte Sitze im Stadion

Nachhaltige Red-Bull-Arena: RB Leipzig verbaut recycelte Sitze im Stadion

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Red Bull Arena
Die Red Bull Arena bekommt neue Sitzschalen. © Getty Images
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Die Umbaumaßnahmen in RB Leipzigs Wohnzimmer schreiten immer weiter voran. Aktuell verbaut der deutsche Vizemeister 3.600 Quadratmeter Glasfassade, die als Schallschutz dienen wird. In den kommenden Wochen sollen zudem die neuen roten Sitze auf den Rängen eingebaut werden. Die haben besondere Eigenschaften.

Leipzig. Im Sommer soll es endlich so weit sein: RB Leipzig will seinen Fans die neue, umgebaute Red-Bull-Arena zeigen. Am 8. August soll ein Testspiel der Frauenmannschaft gegen Eintracht Frankfurt stattfinden. Auch die männlichen Fußballprofis werden dabei sein. „Wir werden versuchen, alle zusammenzubringen und gemeinsam mit euch die Arena gebührend zu eröffnen und so in die neue Saison zu starten“, kündigte Ulrich Wolter, Director Operations beim deutschen Vize-Meister, am Mittwoch bei einer Fan-Videokonferenz an.

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Stadion ganz in rot

Zu diesem Zeitpunkt werden die Um- und Ausbaumaßnahmen aber noch nicht abgeschlossen sein, denn RB will bis 2022 an seinem „Wohnzimmer“ weiterarbeiten. Erst kürzlich begann die Montage von 3.600 Quadratmetern Glasfassade an der Schallschutzfassade des Stadions. Zudem wird an der Jahnallee, am Zugang zur Festwiese, weiter an dem Fan- und Funktionsgebäude gebaut, für das im März bereits der Grundstein gelegt wurde. „Der Rohbau steht bereits. Als nächstes folgt die Montage des Dachstuhls sowie die Schließung der Gebäudehülle“, so der Verein.

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Im Stadion selbst sollen in den kommenden Wochen in den Sektoren A, C und D die neuen Sitze eingebaut werden. Klares Ziel: „Zur neuen Saison werden wir das Stadion komplett in Rot sehen.“ Dabei werden die Sitze aber nicht etwa wie in Sektor B komplett ausgebaut. „Wir tauschen die Kunststoffoberflächen, also die Sitze und die Rückenlehnen aus. Das eigentliche Gestell bleibt erhalten. Das Material, also der Kunststoff, der überbleibt, wird in vielen weiteren, interessanten Projekten weiterverwertet“, erklärte Wolter. Zudem bestehe der Kunststoff, aus dem die neuen Sitze hergestellt wurden, zu fast 80 Prozent aus recyceltem Plastik. „Wir haben uns bemüht eine vernünftige und nachhaltige Lösung zu finden. Zum ersten Heimspiel werdet ihr in den roten Sitzen sitzen.“

Zentraler Eingang über die Festwiese

In Zukunft soll zudem der zentrale Eingang in die Arena über den Durchbruch durch den Wall über die Festwiese laufen. „Wir müssen hart dran arbeiten, dass wir das befestigt kriegen, damit die Fans nicht mit nassen Füßen ins Stadion kommen. Das ist ein Thema, mit dem wir konfrontiert sind, und mit der Stadt an einer Lösung arbeiten“, erklärte Wolter. Ein positiver Nebeneffekt des Zugangs von der Festwiese sei, dass durch die Aufhebung der Sektoren im Stadion auch Fans, die in Sektor D sitzen, durch diesen Eingang an ihren Platz gelangen können. Denn wer in Sektor D saß, musste bislang eigentlich einen kleinen Bergsteigertrip hinlegen. Dieser Teil der Arena war nur über eine stattliche Anzahl an Stufen zu erreichen.

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Zudem wird weiter am Problem der neuen Geschäftsstelle gearbeitet. „Wir sitzen noch in unserem temporären Bau am Cottaweg. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir in den nächsten zwei Monaten eine Entscheidung treffen und die nächsten Schritte machen können.“ Wie diese schlussendlich aussehen sollen, mochte Wolter bei der Fan-Videkonferenz nicht verraten. „Wir hatten vor einigen Jahren die Idee, das Grundstück am Schwimmstadion zu kaufen.“ Im Zuge einiger politischer Entscheidungen sei dies jedoch nicht möglich gewesen.

Kein Handlungsdruck in Sachen Parkhaus

Die Stadt hatte für einen möglichen Erwerb des Areals die Errichtung eines Sportmuseums zusätzlich zur Geschäftsstelle zur Bedingung gemacht. Zwar sei RB daran nun nicht mehr gebunden, so Wolter, würde aber an der Idee dennoch mitwirken wollen. „Die Stadt wünscht sich ein Sportmuseum, hat es seit vielen Jahren nicht so richtig aus eigener Kraft geschafft, eines zu bauen. Sie haben nach wie vor den Wunsch, dass wir das für sie machen und es steht nach wie vor im Raum.“

Aus dem Fokus geraten ist auch der Bau eines Parkhauses, weil zunächst ausreichend Parkflächen rund um das Stadion und am Kleinmessegelände zur Verfügung stehen. Damit bestehe kein so hoher Handlungsdruck mehr, sagte der Director Operations. Die Gestaltung des Stadionumfelds beschäftige die Verantwortlichen dennoch stark. „Die Pläne dafür werden parallel zum Saisonstart bearbeitet, sodass wir euch zeitnah mitteilen können, wie es weitergeht“, wandte sich Wolter an die RB-Anhänger. Zwischenzeitlich hatten sich über 650 Fans in die Videokonferenz eingeschaltet.

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