10. Dezember 2019 / 17:20 Uhr

Nächste Marke geknackt: Ronny Kinzel hat jetzt 2800 Trikots von Hansa Rostock

Nächste Marke geknackt: Ronny Kinzel hat jetzt 2800 Trikots von Hansa Rostock

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
Ronny Kinzel sammelt seit Jahren die Trikots des FC Hansa Rostock.
Ronny Kinzel sammelt seit Jahren die Trikots des FC Hansa Rostock. © Privat
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3. Liga: Der Zehdenicker Ronny Kinzel sammelt leidenschaftlich die Trikots des FC Hansa Rostock.

Wenn 2800 Fußballtrikots übereinander gelegt werden, wie hoch könnte das im Optimalfall gehen? „Das dürften schon knapp 35 Meter werden. Vielleicht sogar höher. Ausprobiert habe ich das aber noch nicht. Vielleicht muss ich das irgendwann mal machen“, antwortet Ronny Kinzel, leidenschaftlicher Trikotsammler aus Zehdenick. Denn der mittlerweile 41-Jährige konnte unlängst vermelden, dass sich nun Schmuckstück „Nummer 2800 des FC Hansa Rostock in meinen Besitz befindet“.

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Was für eine stolze Zahl! Das aktuellste FCH-Trikot des gebürtigen Berliners, der auch etliche Raritäten von dem Vorgängerverein Empor Rostock vorweisen kann, stammt aus der DDR-Oberligasaison 1989/90, der vorletzten Spielzeit dieser Klasse, hat die Rückennummer vier und wurde seinerzeit von Gernot Alms getragen. „Sicherlich ist es ein bisschen verrückt, die Trikots zu sammeln“, sagte Kinzel, dessen Blut scheinbar nicht rot, sondern blau-weiß, die Vereinsfarben des aktuellen Fußball-Drittligisten, ist. „Hansa ist eben in meinem Herzen.“

Kinder, wie die Zeit vergeht.... Hier seht Ihr alle Trikots der Koggen-Kicker im Wandel der Zeit seit der Saison 1994/1995:

Die Hansa-Trikots im Wandel Zur Galerie
Die Hansa-Trikots im Wandel ©

Und diese Vereinsliebe zeigt der in Zehdenick wohnhafte Kinzel durch eine Vielzahl an Trikots – aufgeteilt auf mehrere Lagerstätten und versichert. „Der finanzielle Wert ist schon sehr hoch und für viele andere Leute in der Form sicher so nicht zu begreifen“, so Kinzel. Aber nicht alle in seiner Sammlung befindlichen Trikots hat der Zehdenicker gekauft, „einige habe ich auch von den Spielern oder dem Verein direkt bekommen“, sagt der 41-Jährige. „Mein Netzwerk ist mittlerweile gut ausgebaut.“ Dies ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, hat seinen Anfang aber in der Wendezeit.

Denn erstmalig besuchte Kinzel 1990 das Ostseestadion in Mecklenburg-Vorpommern. „Ich war damals zusammen mit meinem Vater da und Gänsehaut bildete sich bei mir. Es war alles so faszinierend für mich als kleinen Jungen. Ich war sofort infiziert und mein Herz brannte für den Verein.“ Das tut es auch fast 30 Jahre später noch, „auch wenn das Hansa-Herz in den letzten Jahren oft geblutet hat“, so Kinzel. Denn die glorreichen Zeiten des einstigen Bundesligisten sind schon einige Jahre her. Zuletzt spielte der Verein von der Ostseeküste in der 1. Bundesliga in der Saison 2007/08, stieg aber als Tabellen-17. ab. Auch in den folgenden Jahren lief es für den Verein aus der Hansestadt nicht besser und mittlerweile kicken die Rostocker seit der Spielzeit 2012/13 dauerhaft in Liga Drei.

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„Auch wenn das ein platter Spruch ist: Liebe kennt keine Liga“, sagt Kinzel. „Natürlich würde ich mir wünschen, dass Hansa den Aufstieg in naher Zukunft packt.“ Denn nicht nur, dass der Zehdenicker seit 1991 die Trikots des Vereins sammelt, besucht der 41-Jährige auch etliche Partien seit dieser Zeit – ob nun Heim-oder Auswärtsmatches.

„Da waren schon einige schöne Partien dabei. Ebenso viele Emotionen. Ob nun der Klassenerhalt mit dem Wunder von Bochum 1999 oder der Heimsieg gegen Bayern München“, erinnert sich der Handwerker zurück, der seine Sammelleidenschaft aber nie über die wirtschaftliche Situation der Familie stellen würde. „Ich sammel nicht blind. Das Essen muss schon immer noch auf den Tisch kommen und ich verschulde mich nicht.“


Der Oberhaveler hat aber auch eine soziale Ader, versteigert manchmal doppelte Trikots und spendet dann den Erlös. „Das mache ich zwei bis viermal im Jahr und ist mir ein persönliches Anliegen", sagte Kinzel, dem vor allem noch Sammlerstücke aus den 1970er und 80er-Jahren fehlen. Doch der Zehdenicker, der neben dem FC Hansa zusätzlich die Arbeit des örtlichen SV Zehdenick um Manager Ronny Erdmann schätzt, will nicht aufgeben, diese Kleidungsstücke auch noch in seinen Besitz zu bekommen. Dabei sammelt der 41-Jährige ausschließlich die Trikots der Feldspieler, „auch wenn eine geringe Anzahl an Trikots von Keepern in der Sammlung ist.“ Wer weiß wie hoch der Trikotturm wachsen würde, wenn auch noch sämtliche Torwartjerseys des FC Hansa dazukommen würden. Sicherlich höher als der eigene Schätzwert.