16. Oktober 2020 / 21:31 Uhr

Nächste Pleite für den ZFC Meuselwitz in Babelsberg

Nächste Pleite für den ZFC Meuselwitz in Babelsberg

Leon Heyde
Leipziger Volkszeitung
Sport MŠnner Fu§ball Fussball Regionalliga Saison 2020/ 21 Punktspiel Regionalliga Nordost
ZFC Meuselwitz  - TB Berlin
Niedergeschlagen Luca BŸrger, Sebastian Albert, Serhat-Semih GŸler,   Fabian Raithel, Tobias Becker v.l. ZFC
Foto: Mario Jahn *** Local Caption *** COPYRIGHT BY MARIO JAHN , Paul-Steinert-Weg 1, D-04539  G r o i t z s c h , Tel.: 0172/ 7933988 , http: www.mario-jahn.de , e-mail: photo@mario-jahn.de , Veroeffentlichung nur mit Honorar nach MFM + 7% MwSt und Autoren-Nennung und Belegexemplar! , S p a r k a s s e  L e i p z i g , BLZ 86055592 , Kto.-Nr.: 1782045097 ,
Ohne Punktausbeute: Lange Gesichter bei den Zipsendorfern. © Mario Jahn
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Bier und Yoga ohne gewünschte Wirkung: Der ZFC Meuselwitz hat beim SV Babelsberg wichtige Punkte liegen lassen. Das Team von Coach Gökkurt unterlag 1:3 bei den Filmstädtern.

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Babelsberg. Tiefenentspannt wollte ZFC Meuselwitz Trainer Koray Gökkurt seine Mannschaft am Freitagabend ins Kellerduell beim SV Babelsberg schicken. Die Yogamatte, unter der Woche noch Mittel der Wahl, im Brandenburger Flutlicht mit den Alustollen getauscht, wollten die ZFCler nach sieben Spielen ohne Sieg ihre neu gewonnene Gelassenheit in Punkte umwandeln. Trotz starker Energieleistung schaffte es der ZFC in Unterzahl nicht, den erhofften Befreiungsschlag zu erzielen. Ein Strafstoßtor von Frahn egalisierte Güler auf der Gegenseite aus elf Metern, in der Nachspielzeit schlagen sich die Meuselwitzer in der Defensive abermals selbst und bleiben beim 1:3 erneut punktlos.

Nur wenige Minuten brauchen die Zipsendorfer um im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion anzukommen. Bürger dringt von rechts in den Strafraum ein, Justin Borchardt rettet per Fußabwehr (6.). In einer flotten Anfangsphase konzentriert sich der ZFC darauf, seine latenten Abwehrprobleme durch konzentriertes Verteidigen unter Kontrolle zu bekommen. Babelsberg macht das Spiel, gewinnt die Zweikämpfe, aber Meuselwitz steht meist sicher. Wenn es gefährlich wird, dann über Daniel Frahn. Babelsbergs zurückgekehrter Torjäger, in seiner Leipziger Zeit schon öfter mit Torriecher gegen den ZFC, scheitert per Kopf an starkem Reflex von Guderitz und wenig später an der eigenen Präzision (12., 19.). Ein öffnender Pass von Kadric leitet nach 23 Minuten die nächste Chance der Gäste ein: Mauer flankt von rechts auf Raithel, der unter Bedrängnis vorbei köpft. Vor 1.365 Zuschauern entwickelt sich ansonsten das erwartete Spiel. Beide Teams mit wenig Selbstvertrauen, belauern sich gegenseitig, hoffen auf die Fehler der Gegenseite oder den ruhenden Ball. Guderitz verschätzt sich nach einem Freistoß des SV, im Gewusel schaffen es die Babelsberger nicht, den Ball über die Linie zu drücken (34.). Nach viel Ballgeschiebe wird der ZFC vor der Pause nochmal gefährlich. Gefällige Kombination über rechts, Hereingabe auf Becker am langen Pfosten, der aber in Borchardt seinen Meister findet (40.).

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Nach dem Seitenwechsel ist es Frahn, der die Suche nach dem Glücksmoment eröffnet. Bei einem Konter läuft der 33-Jährige plötzlich frei auf Guderitz zu. Das Babelsberger Geläuf spielt allerdings nicht mit, den verspringenden Ball bekommt Frahn nicht an Guderitz vorbei (49.). Zwei Minuten später gibt der Routinier erneut den Alleinunterhalter: Andreasson, der bereits in Halbzeit eins Gelb sah, weiß sich bei einem Freistoß nur mit einem Trikotzupfer gegen den Stürmer zu helfen – Elfmeter und Ampelkarte. Frahn tritt selbst an und versenkt das Kunstleder im rechten Dreiangel zum 1:0 (52.). Der ZFC hat die Yogamatte nun endgültig im Geräteraum verstaut, greift wütend an. Kadric verfehlt aus 25 Metern das Tor nur knapp (59.). Auf dem Trainingsgelände am Leipziger Cottaweg hat sich Ex RB-Nachwuchstalent Mauer etwas von Frahn abgeschaut, gegen Lela geht der Meuselwitzer Flügelflitzer im Strafraum zu Boden.

ZFC schwächt sich selbst

Güler bleibt nervenstark, versenkt den fälligen Strafstoß zum Ausgleich im linken unteren Eck (65.). In Unterzahl beweist die Gökkurt-Elf Moral, versucht nun in einer ruppigen Partie mindestens einen Punkt mitzunehmen. Fußball wird unter dem kalten Babelsberger Nachthimmel inzwischen wenig gespielt. Doch die Gastgeber haben tatsächlich noch einen im Köcher. Meuselwitz schwimmt hinten, schafft es nicht, den Ball zu klären. Rangelov steht richtig und stürzt den ZFC aus fünf Metern ins erneute Unglück – 2:1 (90.). Bei einem ZFC-Eckball nochmal Meuselwitzer Vollversammlung im Strafraum des SV. Babelsberg klärt und Dombrowa, der bis zum Tor nur noch viel Grün sieht, stellt auf 3:1.

Wieder einmal schwächt sich der ZFC selbst und schafft es nicht, sich für den großen Kampf zu belohnen. In der Tabelle können die Meuselwitzer bei neuen Punkten nun auf die Abstiegsplätze abrutschen, Babelsberg schafft sich vorerst auf Platz acht Platz im Mittelfeld.