26. Oktober 2020 / 12:35 Uhr

Nächste Pleite für Ribnitz-Damgarten: Was ist los PSV?

Nächste Pleite für Ribnitz-Damgarten: Was ist los PSV?

Horst Schreiber/Rainer Müller
Ostsee-Zeitung
Max Levien vergräbt beim vierten Gegentreffer das Gesicht. Die nächste Pleite für PSV Ribnitz-Damgarten ist besiegelt.
Max Levien vergräbt beim vierten Gegentreffer das Gesicht. Die nächste Pleite für PSV Ribnitz-Damgarten ist besiegelt. © Horst Schreiber
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Nach dem 0:4 im Derby bei Rot-Weiss Trinwillershagen bleibt PSV Ribnitz-Damgarten mit zwei Pünktchen aus sieben Spielen Letzter der Landesklasse I. Trin hingegen schiebt sich punktgleich an Tabellenführer FSV Bentwisch II.

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Als der zweite Elfmeterpfiff ertönte, sackte Max Levien zu Boden und vergrub das Gesicht. In dieser 79. Minute wusste er: Es wird wieder nichts mit einem Erfolgserlebnis für seinen PSV Ribnitz-Damgarten. Und so war es auch. Tobias Semrau schraubte den Strafstoß in den rechten Torgiebel zum 4:0-Endstand für Rot-Weiss Trinwillershagen. Zuvor versenkte der Kapitän bereits einen Elfmeter zum 3:0 (67.) und seine Teamkollegen Patrick Pohl (5.) und Christian Höhler (42.) besorgten die 2:0-Halbzeitführung.

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Trin schwimmt auf der Erfolgswelle auf Rang zwei der Landesklasse I, punktgleich hinter Spitzenreiter FSV Bentwisch II. Ribnitz-Damgarten hingegen erlebt bislang eine Saison des Grauens. Acht Spiele, zwei magere Punkte, acht geschossene Tore, 27 Gegentreffer, letzter Platz. Nur Sturmvogel Lubmin hat eine noch schlechtere Bilanz auf Landesklassen-Ebene.

„Es ist schwierig in Worte zu fassen, was bei uns los ist“, sagt Levien. Dann zählt der Stürmer auf: „Wir zeigen keine geschlossenen Mannschaftsleistungen, uns fehlen Leader, denn wir sind ein ziemlich junges Team.“ Sein Trainer, Mike Werner, der von der Übergangslösung zum Trainer bis mindestens zum Saisonende ernannt wurde, war trotz Niederlage etwas positiver gestimmt: „Die Jungs hauen sich rein, was man an unseren fünf Gelben Karten ja auch sehen kann. Allerdings war Trin heute besser. Wir müssen uns jetzt selbst dort unten raushauen.“

Das sieht auch Stürmer Levien so: „Der Druck von außen wird größer. Alle wollen natürlich etwas sehen, sonst steigen wir sang- und klanglos ab.“

In Trinwillershagen waren die Ribnitzer 90 Minuten lang bemüht, doch vorne nicht torgefährlich genug und hinten ungeschickt. Nach fünf Minuten mussten sie den ersten Nackenschlag hinnehmen. Patrick Pohl netzte mit Rücken zum Tor zur Führung ein. Dann traf Christian Höhler kurz vor der Pause aus dem Gewühl heraus. Nackenschlag Nummer zwei. Bei den Elfmetern in der zweiten Hälfte ging die PSV-Defensive ungeschickt in Zweikampfsituationen.

Patrick Pohl setzt sich gegen die Ribnitzer Philipp Rurik (verdeckt) und Ben Haese (l.) durch.
Patrick Pohl setzt sich gegen die Ribnitzer Philipp Rurik (verdeckt) und Ben Haese (l.) durch. © OstseeMedia/Alexander Thiel

Jürgen Hakelberg monierte trotz des klaren Erfolgs: „Wir waren im Vergleich zur Vorwoche nur bei 80 Prozent.“ Angesichts der 275 Zuschauer und den steigenden Corona-Infektionszahlen hofft der Trainer der Rot-Weissen, dass die Triner ihren Höhenflug vorsetzen dürfen. „Das Interesse der Zuschauer ist gerade nach der Zwangspause sehr groß. Hoffentlich können wir hier weiter spielen.“

Auf der Gegenseite käme eine Verschnaufpause vielleicht sogar gelegen. Im Training zeigt der Trend bereits leicht nach oben. „Seit Mike hier ist, geht es wieder nach vorne. Er gibt uns den den Willen, den Biss wieder. Da kommt auch die alte Schule durch: Wir laufen viel“, verrät Levien. Was beim PSV passieren muss, damit sich das auch in positiven Ergebnissen widerspiegelt? „Tja, schwer zu sagen. Alle müssen erstmal an einem Strang ziehen“, fordert Levien.