28. März 2021 / 23:57 Uhr

Nächste Protest-Aktion der DFB-Elf für Menschenrechte: Neuer und Havertz erklären den Hintergrund

Nächste Protest-Aktion der DFB-Elf für Menschenrechte: Neuer und Havertz erklären den Hintergrund

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Nationalmannschaft hat mit einer erneuten Protest-Aktion für Menschenrechte auf sich aufmerksam gemacht.
Die deutsche Nationalmannschaft hat mit einer erneuten Protest-Aktion für Menschenrechte auf sich aufmerksam gemacht. © dpa
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Die deutschen Nationalspieler haben mit einer Trikot-Aktion erneut ein Zeichen für Menschenrechte gesetzt. Beim offiziellen Teamfoto vor dem Anpfiff zeigten die DFB-Profis ihre Rückennummern auf der Vorderseite. Nach Abpfiff erklärten unter anderem Manuel Neuer und Kai Havertz die Aktion.

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Das DFB-Team sorgt mit einer erneuten Protest-Aktion vor dem Anpfiff für Aufsehen: Die Nationalspieler haben vor dem WM-Qualifikationsspiel in Rumänien (1:0) die Einhaltung der Menschenrechte eingefordert. Die Mannschaft präsentierte sich beim Gruppenfoto wie die Ersatzspieler auf der Tribüne in umgedrehten Trikots mit den Rückennummern nach vorne. Durch die Präsentation der Zahlen wollten die Spieler auf die 30 Artikel in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen hinweisen. "Wir für 30!", hieß es auf dem Twitter-Account der Nationalmannschaft. Nach Abpfiff der Partie erklärten unter anderem Kapitän Manuel Neuer und Kai Havertz, was die Spieler mit der Trikot-Aktion bezwecken wollten.

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Neuer: "Wir stehen alle für Fairplay, nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb. Und wir stehen für die 30 Artikel. Das wollten wir noch einmal zeigen", sagte Neuer bei RTL. "Wir sind natürlich gegen Diskriminierung und stehen auch für Toleranz und Vielfalt. Das ist auch das Gesicht der Mannschaft." Kai Havertz ergänzte: "Es war eine Aktion, die aus der Mannschaft raus kam. Wir wollten wieder ein kleines Zeichen setzen und hoffen, dass es irgendwann eine große Wirkung hat."

Schon beim Spiel gegen Island (3:0) hatte sich das Team am Donnerstag mit der Aufschrift "Human Rights" gezeigt. Damit zielte das DFB-Team auch auf die Arbeitsbedingungen im WM-Gastgeberland Katar ab. Auch die Teams von Norwegen, Dänemark und die Niederlande hatten die Länderspiele zu Protestaktionen genutzt. Die FIFA verzichtete bislang auf Sanktionen gegen die Teams, obwohl politische Statements bei Spielen eigentlich untersagt sind.

Lob von Löw für erneuten Protest

Die Fußball-WM 2022 war 2010 an Katar vergeben worden. Das Land steht international immer wieder wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Nach Recherchen des Guardian sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Arbeiter aus fünf asiatischen Ländern in dem reichen Emirat gestorben. Katars Regierung erklärte, dass sie in den vergangenen Jahren mit Reformen die Lage der Arbeiter deutlich verbessert habe.

Bundestrainer Joachim Löw lobte die Spieler für den erneuten Protest. "Fand ich absolut gut, dass sie da nochmal ein Zeichen für Menschenrechte gesetzt haben", sagte der Coach auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Es sei wieder eine Aktion gewesen, "die aus der Mannschaft kam".