26. April 2021 / 10:47 Uhr

Nächster Hammer bei RB Leipzig: Sportdirektor Markus Krösche geht

Nächster Hammer bei RB Leipzig: Sportdirektor Markus Krösche geht

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Sportdirektor Markus Krösche verlässt RB Leipzig wohl am Saisonende.
Sportdirektor Markus Krösche verlässt RB Leipzig wohl am Saisonende. © IMAGO/Picture Point LE (Montage)
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RB Leipzig steht offensichtlich ein großer Umbruch bevor. Sportdirektor Markus Krösche verlässt den Club. Sein bis 2022 gültiger Vertrag wurde aufgelöst. Bis zum Sommer übernehmen Christopher Vivell und Florian Scholz seine Aufgaben. Mit beiden hatte sich der 40-Jährige zuletzt bereits seinen Job teilen müssen.

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Leipzig. Was ist da eigentlich gerade los bei RB Leipzig? Nachdem am Sonntagabend bekannt wurde, dass der Bundesliga-Zweite seinem Coach Julian Nagelsmann die Tür für einen Wechsel zum FC Bayern München öffnet, folgt am Montag der nächste Hammer. Sportdirektor Markus Krösche wird den Verein im Sommer verlassen. Das bestätigte RB am Mittag per Pressemitteilung. Der noch bis 2022 laufende Vertrag werde in beiderseitigem Einvernehmen zum Saisonende aufgelöst, hieß es. De facto wir Krösche sein Engagement aber wohl sofort beenden. Denn in derselben Mitteilung heißt es: "Seine Aufgaben übernehmen bis zum Saisonende Christopher Vivell und Florian Scholz."

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Kein Alleinherrscher

"Es waren jederzeit sehr gute und saubere Gespräche mit Markus Krösche. Nach zwei Jahren der konstruktiven Zusammenarbeit sind wir nun gemeinsam zum Ergebnis gekommen, dass eine Auflösung des Vertrages die richtige Lösung für beide Seiten ist", ließ sich Vorstandschef Oliver Mintzlaff zitieren."Ich wünsche dem Klub und der Mannschaft alles Gute und bedanke mich bei allen für die erfolgreiche gemeinsame Zeit", war die dürre Aussage von Krösche.

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Der heute 40-Jährige war 2019 vom SC Paderborn in die Messestadt gewechselt. Er trat in die großen Fußstapfen von Ralf Rangnick. In seine Amtszeit fielen Top-Transfers von Angelino und Dani Olmo oder zuletzt Mohamed Simakan und Brian Brobbey. Allerdings war Krösches Entscheidungsgewalt seit einiger Zeit eingeschränkt, er musste sich die "Macht" mit dem Kaufmännischen Direktor Scholz und Chef-Scout Vivell teilen.

"Selbstverständlich auf diese Situation vorbereitet"

Aber auch die RB-Oberen um Vereinschef Oliver Mintzlaff hätten durchaus Grund zur Unzufriedenheit, vor allem mit Blick auf die Situation im Angriff. Die Abgänge von Timo Werner und Patrik Schick konnten nicht kompensiert werden. Alexander Sörloth kam nur schwer in Tritt. Hee-chan Hwang warf eine Covid19-Erkrankung weit zurück. Der von der AS Rom ausgeliehene Justin Kluivert überzeugt selten. Dominik Szoboszlai hat seit seiner Verpflichtung im Winter verletzungsbedingt keine Minute gespielt. Begeisterungswürdig ist anders.

Dass Markus Krösche lange ohne Aufgabe bleibt, ist unwahrscheinlich. Medienberichten zufolge steht er auf der Wunschliste von Eintracht Frankfurt für die Nachfolge von Fredi Bobic. Vor einigen Wochen war er bereits beim FC Schalke 04 im Gespräch, lehnte die Offerte der Königsblauen aber ab.

Und RB Leipzig? Die haben wohl einen Plan B in der Schublade. "Selbstverständlich sind wir auf diese Situation vorbereitet und werden auch in der kommenden Saison das Ziel Champions-League-Qualifikation mit einem schlagkräftigen Kader angehen", versicherte Mintzlaff am Montag. Ein Kandidat für die Krösche-Nachfolge könnte Frank Aehlig sein. Der wollte eigentlich im Sommer vom 1. FC Köln zu Red Bull Global Soccer wechseln, könnte jetzt aber an den Cottaweg zurückkehren. Aehlig kennt sich in Leipzig bestens aus, stand von 2014 bis 2017 Ralf Rangnick als Sportkoordinator zur Seite.

Mit Guido Schäfer