03. Juni 2020 / 20:28 Uhr

Nächster Nackenschlag für Dynamo Dresden: 0:3-Niederlage in Hannover

Nächster Nackenschlag für Dynamo Dresden: 0:3-Niederlage in Hannover

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Das war nichts: Die SGD verliert bei Hannover 96 deutlich mit 0:3. © dpa
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Das stark veränderte Kauczinski-Team kann bei Hannover 96 nicht an die achtbare Leistung vom Heimspiel gegen Stuttgart anknüpfen und verliert klar mit 0:3.

Hannover/Dresden. Dynamo Dresden musste seine Hoffnungen, im zweiten Nachholspiel endlich die Aufholjagd neu starten zu können, rasch begraben. Am Mittwochabend erwischten die ersatzgeschwächten Männer von Trainer Markus Kauczinski bei Hannover 96 einen rabenschwarzen Tag und verloren in der leeren HDI-Arena klar und deutlich mit 0:3 (0:3).

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Die SG Dynamo Dresden verliert das Nachholspiel bei Hannover 96 mit 0:3. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden verliert das Nachholspiel bei Hannover 96 mit 0:3. ©

Mit der Hypothek des Trainingsrückstandes aus der Corona-Quarantäne, dem 0:2 gegen Stuttgart, etlichen verletzungsbedingten Ausfällen und dem Wirbel um den Abschied von Sport-Geschäftsführer Ralf Minge waren die Schwarz-Gelben insgesamt kein ebenbürtiger Gegner für die Niedersachsen. Gleich sieben Feldspieler hatte Kauczinski gegenüber dem Heimspiel gegen den VfB ausgetauscht, das half den Dresdnern auch nicht. Im Gegenteil: Die Mannschaft offenbarte große Abstimmungsprobleme, wirkte alles andere als selbstbewusst – erst recht, als die Gastgeber schon in der 10. Minute mit 1:0 in Führung gingen. Nach einem Ballverlust von Dzenis Burnic bediente Julian Korb Marvin Ducksch, der flach aus spitzem Winkel einschoss. Es war bereits der neunte Saisontreffer des Ex-Düsseldorfers, der mit dem Schweden John Guidetti das Sturmduo der 96-er bildete.

Hannoveraner treffsicher, Dresdner harmlos

Guidetti trug sich schon sieben Minuten später in die Torschützenliste ein, als der Schwede einen Pass von Korb unbedrängt von Jannis Nikolaou ins linke Toreck einschob (17.). Ein Schock für die Obersachsen, die wenig später auch noch Burnic verloren. Der Leihspieler aus Dortmund verletzte sich, als ihn Hannovers Kapitän Edgar Prib von hinten attackierte (26.). René Klingenburg sprang ein, doch das Spiel der Dresdner blieb geprägt von vielen Fehlpässen. Nach vorn ging nichts, die einzige Spitze Alexander Jeremejeff kam kaum einmal an den Ball.

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(1) Kevin Broll:Hat eine Aktie am 0:1, als er die kurze Torwartecke etwas zu weit öffnet, streckt sich bei den beiden anderen Gegentoren in Halbzeit eins vergeblich und ist nahezu machtlos, hält in der 37. Minute stark gegen Guidetti. Verhindert mit einer schönen Parade das mögliche 0:4 durch Haraguchi (75.) Note: 3,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll:Hat eine Aktie am 0:1, als er die kurze Torwartecke etwas zu weit öffnet, streckt sich bei den beiden anderen Gegentoren in Halbzeit eins vergeblich und ist nahezu machtlos, hält in der 37. Minute stark gegen Guidetti. Verhindert mit einer schönen Parade das mögliche 0:4 durch Haraguchi (75.) Note: 3,5 ©

Die Hannoveraner waren da viel effektiver, denn sie hatten wenige, aber gute Torszenen. Kevin Broll musste in der 37. Minute gegen Guidetti retten, der wieder einmal Nikolaou entwischt war. Dann schoss Guidetti Niklas Kreuzer durch die Beine, verfehlte aber das Broll-Tor knapp (45.). Als alle schon dachten, es würde mit einem 2:0 für Hannover in die Pause gehen, kassierte Dynamo den nächsten Nackenschlag: Ducksch flankte, Nikolaou stand falsch und Prib köpfte das 3:0 für die Hausherren (45.+1). Eine bittere Pille für die ohnehin mitunter mutlos wirkende Dresdner Mannschaft, die in der ersten Halbzeit nur einmal (Brian Hamalainen/3./weit drüber) zu einer halbwegs gefährlichen Schusschance gekommen war.

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Dynamo nach der Pause schwächer

In der Pause wechselte Kauczinski Florian Ballas aus, für ihn den lange verletzten, aber nun wieder genesenen Youngster Kevin Ehlers ein. Patrick Ebert, am Mittwoch kein Aktivposten, übernahm die Kapitänsbinde. Vier Minuten später kam sein Team endlich zur ersten guten Chance: Kreuzers Flanke köpfte Klingenburg an die Latte (49.). Dynamo bemühte sich nun mehr, den Anschlusstreffer zu erzielen, Hannover ließ es ruhiger angehen. Klingenburg hatte dann die nächste Gelegenheit, schoss aber über das Tor (61.).

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Ralf Minge (Sport-Geschäftsführer Dynamo Dresden): Wir haben in der ersten Halbzeit überhaupt nicht stattgefunden und überhaupt nicht die Energie versprüht, die man in so einer Situation braucht. Das kann diesmal nicht zwingend von der körperlichen Verfassung abhängen, wir haben siebenmal gewechselt. Insofern war die erste Halbzeit enttäuschend. Mit der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen mehr Struktur reinbekommen. Man darf aber auch nicht verkennen, dass der Gegner dann ein kleines bisschen nachgelassen hat Zur Galerie
Ralf Minge (Sport-Geschäftsführer Dynamo Dresden): "Wir haben in der ersten Halbzeit überhaupt nicht stattgefunden und überhaupt nicht die Energie versprüht, die man in so einer Situation braucht. Das kann diesmal nicht zwingend von der körperlichen Verfassung abhängen, wir haben siebenmal gewechselt. Insofern war die erste Halbzeit enttäuschend. Mit der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen mehr Struktur reinbekommen. Man darf aber auch nicht verkennen, dass der Gegner dann ein kleines bisschen nachgelassen hat" ©

Das Heimteam von Trainer Kenan Kocak meldete sich mit einem Schuss von Marc Stendera zurück. Dessen Aufsetzer aus 21 Metern ging links gut einen Meter am Tor vorbei (69.). Kauczinski antwortete mit der Hereinnahme von Ransford-Yeboah Königsdörffer, der den mit Gelb verwarnten Jannik Müller ersetzte und vorn Jeremejeff unterstützen sollte (71.). Gefährlicher aber zeigten sich die Gastgeber: Der Japaner Genki Haraguchi zwang Broll mit einem scharfen Schuss ins rechte Eck zu einer Glanztat (75.).

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Kauczinski brachte dann noch Godsway Donyoh und Patrick Schmidt für die Offensive, doch ein Tor blieb der Sportgemeinschaft weiter verwehrt: Kreuzers Flanke fand zwar den Weg zu Jeremejeff, aber der Schwede brachte den Ball aus Nahdistanz nicht an Ron-Robert Zieler vorbei ins Netz (79.). Der Ehrentreffer wäre durchaus verdient gewesen, mehr war für die Dresdner aber an diesem Tag nicht drin. Jetzt gilt es, den Fokus auf das Kellerduell am Sonnabend in Wiesbaden zu richten, denn dort ist Dynamo zum Siegen verdammt.

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