13. Juli 2021 / 15:31 Uhr

Nächster Test-Brocken: FC Grimma empfängt Chemie Leipzig

Nächster Test-Brocken: FC Grimma empfängt Chemie Leipzig

Tom Rietschel
Leipziger Volkszeitung
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Der FC Grimma will seinen Erfolg gegen Niesky am Mittwoch gegen Chemie Leipzig wiederholen. © hanni
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Zwar konnte der FC Grimma gegen Niesky endlich den ersten Sieg der Vorbereitung einfahren, doch dieser spielt eine Liga niedriger als die Grimmaer. Am Mittwoch geht es gegen die BSG Chemie Leipzig – die bekanntermaßen eine Liga über ihnen in der Regionalliga Nordost an den Start geht und eine gute, wenn auch kurze Saison hinter sich hat.

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Grimma. Trotz des ersten Grimmaer Testspiel-Sieges am letzten Wochenende, als man Sachsenligist FV Eintracht Niesky mit 5:2 (2:1) bezwang, herrschte noch absolut gedämpfte Stimmung im Lager der Muldestädter. „Ungeachtet von den drei klaren Niederlagen zum Auftakt gegen drei absolute Schwergewichte, hatte ich am Samstag gegen Niesky einfach mehr von meiner Mannschaft erwartet“, resümierte FC-Trainer Alexander Kunert den Testkick gegen die Ostsachsen. „Das Ergebnis ist zwar klar, doch haben wir in den 90 Minuten einfach vieles vermissen lassen.“ Sehr deutlich hat der Übungsleiter die Eindrücke aus dieser Begegnung seiner Mannschaft mitgeteilt, wohl wissend, dass die Zeit bis zum Oberliga-Auftakt in Erfurt nicht mehr allzu lange ist. „Wir müssen uns schnell finden, in den nächsten drei Wochen wird sich sicherlich eine Grundformation herauskristallisieren“, so der Coach, der mit seiner Elf bereits am Mittwochabend den nächsten Test bestreitet. Dann gastiert um 19.00 Uhr mit dem Regionalligisten BSG Chemie Leipzig ein weiterer Gradmesser im Husaren-Sportpark.

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„Müssen uns in dieser Saison wieder neu beweisen“

Man muss schon den Hut davor ziehen, was man in Leutzsch in den letzten Jahren auf die Beine gestellt hat. Nach dem Regionalliga-Abstieg im Jahr 2018 schafften die Chemiker den sofortigen Wiederaufstieg und sind seitdem eine absolut positive Erscheinung in der 4. Spielklasse. Vor allem in der letzten Saison sorgten die Grün-Weißen in der Regionalliga mehr als nur für Aufsehen. Zwar war die abgelaufene Spielserie durch die Corona-Pandemie mehr als gekennzeichnet, so dass nur 13 Begegnungen absolviert werden konnten, doch mit einem 3. Platz rechneten dabei wirklich nur die allerkühnsten Optimisten.

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Der FC Grimma gewinnt das Testspiel gegen Sachsenligist Eintracht Niesky mit 5:2. Zur Galerie
Der FC Grimma gewinnt das Testspiel gegen Sachsenligist Eintracht Niesky mit 5:2. ©

Einzig gegen Viktoria Berlin (2:3), Carl Zeiss Jena (0:2) und Germania Halberstadt (1:2) zogen die Leutzscher den Kürzeren, wobei die beiden Erstgenannten absolut Spitzenteams der Regionalliga darstellten. Stattdessen sorgte man immer wieder für Aufsehen. Erfolge gegen den BFC Dynamo (3:1) oder den Chemnitzer FC (2:0) unterstreichen dies – auch die unangenehmen Auswärtsaufgaben in Meuselwitz (4:1) oder in Auerbach (2:0) konnten die Grün-Weißen zu ihren Gunsten entscheiden. „Doch die abgelaufene Saison hat auch so ihre Tücken“, hebt der äußerst sympathische Trainer Miroslav Jagatić mahnend den Zeigefinger. „Die Erwartungshaltung in Leutzsch ist dadurch sehr hoch geworden. Für uns geht es erst einmal darum, die nötigen Punkte für den sicheren Klassenerhalt einzufahren. Wenn wir das erreicht haben, können wir unsere Ziele neu anpassen.“ Dabei weiß der Chemie-Coach, der im letzten Jahr sein gewohntes Berliner Umfeld samt Familie in Richtung Leipzig verließ, ganz genau, wovon er spricht. „Wir müssen uns in dieser Saison wieder neu beweisen. Daher ist Trainingsarbeit das A und O, zum Auftakt in Eilenburg wollen wir auf den Punkt topfit sein.“

Nur ein Keßler-Bruder dabei

Um erneut eine gute Rolle in der Regionalliga spielen zu können, haben sich die Chemiker auf dem Transfermarkt recht gut verstärkt. Zwar verließen mit Burim Halili (Carl Zeiss Jena), Morgan Faßbender (SV Meppen) und Tomáš Petráček (Bayern Hof) einige tragende Säulen den Verein, doch lassen die Neuzugänge Denis Jäpel (1. Lokomotive Leipzig), Florian Brügmann (Energie Cottbus), Timo Mauer (ZFC Meuselwitz), Anton Kanther (Union Fürstenwalde) oder Paul Horschig (VfB Auerbach) einiges versprechen. Insgesamt ist Jagatić, der in wenigen Tagen seinen 45. Geburtstag feiert, mit der bisher absolvierten Vorbereitung sehr zufrieden. „Ich kann vor meiner Mannschaft nur den Hut ziehen“, so der Chemie-Coach. „Die neuen Jungs haben sich prima integriert. Weiterhin ist es nicht einfach, die Arbeit, die Familie und das Training immer in Einklang zu bringen – dazu noch die Masse an Vorbereitungsspielen. Dafür gebührt allen bisher ein großes Kompliment.“ Für den Test in Grimma erhofft sich Jagatić, „die Trainingsinhalte dementsprechend im Wettkampf umsetzen zu können.“

Dabei mithelfen sollten eigentlich die Brüder Max (22) und Ben Keßler (18), welche beide beim SV 1919 Grimma das Fußballspielen erlernten und in dieser Saison zum ersten Mal zusammen in einem Herrenteam kicken. Doch daraus am Mittwoch wird nichts. Während Ben nach seinem Wechsel von den Auer A-Junioren sowohl in den Trainingseinheiten als auch im Wettkampf vor Einsatz sprüht, hat sich Max Keßler Ende Juni beim Testspiel in Markranstädt verletzt und wird daher in Grimma nicht auflaufen können.

„Wollen die Trainingsinhalte im Wettkampf festigen“

Für die Grimmaer ist die Partie gegen die Leutzscher nach den Begegnungen gegen den Halleschen FC, den 1. FC Lokomotive Leipzig und den FC Eilenburg der nächste extreme Härtetest, doch will sich Trainer Alexander Kunert mit seiner Mannschaft nicht verstecken. „Natürlich werden wir auch gegen Chemie im Defensivverbund erneut hart arbeiten müssen, doch wollen wir auch immer wieder unser Heil in der Offensive suchen“, verspricht der FC-Coach. „Wir werden nicht mauern und versuchen Nadelstiche zu setzen.“ Dabei kommt dem Grimmaer Übungsleiter ganz gelegen, dass mit Robin Brand, Kevin Wiegner (beide angeschlagen), Stefan Tröger (privat verhindert) und Kevin Ruppelt (2. Corona- Impfung) vier wichtige Akteure wieder zum Team hinzustoßen werden. „Wir wollen den nächsten Schritt gehen und uns gegen diesen höherklassigen Gegner ordentlich präsentieren – auch vom Ergebnis her“, spricht Kunert seine Erwartungen an sein Team für dieses Match ganz offen an. In den Trainingseinheiten legte man in dieser Woche einen verstärkten Wert auf Spieleröffnung, Verhalten im Ballbesitz und verschiedene Angriffsformen.

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Dabei spielte vor allem das schnelle Umschalten auf Offensive eine sehr große Rolle. „Genau diese Dinge möchte auch von meiner Mannschaft auch gegen Chemie sehen“, so Kunert. „Wir wollen die Trainingsinhalte im Wettkampf festigen.“ Im Klaren ist sich der FC-Coach auch mit Sicherheit darüber, dass sich langsam, aber sicher eine Stammformation herauskristallisieren wird. „In den ersten Testspielen haben wir in einer Vielzahl hin und her gewechselt, dass alle Akteure ihre Spielanteile bekamen“, so der Grimmaer Trainer. „Dies wird sich ab sofort natürlich etwas ändern, auch wenn freilich alle Spieler auch gegen die Leutzscher zum Einsatz kommen werden. Nur wird sich die Spielzeit jedes Einzelnen in den nächsten Begegnungen natürlich etwas ändern.“ Ziel ist es, zum Auftakt in Erfurt (08. August 2021, 14.00 Uhr) auf den Punkt fit zu sein und den favorisierten Thüringern, wie bereits in der letzten Saison, ein mehr als ebenbürtiger Gegner zu sein. „Dafür werden wir aber die letzten drei Wochen noch brauchen und die Zeit intensiv nutzen“, verspricht Kunert, der am Mittwoch gegen Chemie Leipzig auf Leonhard Wolf (2. Corona-Impfung), Max Weber (Arbeitsunfall), Lukas Kunath und Philip Voigtländer (beide Urlaub) verzichten muss.