14. Februar 2022 / 14:01 Uhr

Nächster Wolfsburg-Sieg, aber Kohfeldt mahnt: "Wir haben noch genug zu tun"

Nächster Wolfsburg-Sieg, aber Kohfeldt mahnt: "Wir haben noch genug zu tun"

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hat gegen Union Berlin die Qual der Wahl: Florian Kohfeldt, der Trainer des VfL Wolfsburg.
Hat gegen Union Berlin die Qual der Wahl: Florian Kohfeldt, der Trainer des VfL Wolfsburg. © DPA
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Der VfL Wolfsburg hat mit dem 2:0 in Frankfurt seinen zweiten Bundesliga-Sieg in Folge eingefahren. Dennoch mahnt Trainer Florian Kohfeldt weiter zu Konzentration, es gebe "noch genug zu tun".

Der Monat Februar soll für den VfL Wolfsburg die Wende bringen – raus aus dem Abstiegskampf, rein ins Mittelfeld der Fußball-Bundesliga. Das ist das primäre Ziel. Der VfL ist auf einem guten Weg, denn er hat nach dem 4:1 gegen Fürth (erster Sieg nach elf Pflichtspielen ohne Dreier) nachgelegt und am Samstag mit 2:0 (1:0) bei Eintracht Frankfurt gewonnen. Zudem gab’s zwei VfL-Tor-Premieren: Max Kruse (per Elfmeter) und Dodi Lukebakio sorgten für beste Stimmung beim VfL. Aber: Die in der Hinrunde abgestürzten Niedersachsen sind noch längst nicht über dem Berg...

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Es ist erst ein paar Tage her, als Trainer Florian Kohfeldt noch Fragen zu seiner Zukunft hatte beantworten müssen. Auch Sportdirektor Marcel Schäfer war öfter gefragt worden, ob der VfL trotz rasanter Talfahrt an Kohfeldt festhalten werde. Der Klub tat es. Jetzt, zwei Spiele und zwei Siege später, verfallen sie beim VfL aber nicht in Euphorie. Der Trainer betont: „Wir tun gut daran, weiter sehr wachsam zu sein. Wir haben schwer dafür gekämpft, dass wir eine Mentalität in die Mannschaft bekommen, um so ein Spiel zu gewinnen.“

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Die VfL-Profis hauten sich im Duell mit den Frankfurtern, deren Coach nun Ex-VfL-Trainer Oliver Glasner ist, voll rein, gaben keinen Ball verloren. Vor allem die Defensive um die Abwehrkette mit Maxence Lacroix, Sebastian Bornauw und Jay Brooks machte einen guten Job, was auch Kohfeldt hervorhob. Das waren laut Kohfeldt beim zweiten Sieg in Folge „die entscheidenden Spieler. Sie haben in unserem Strafraum überragend verteidigt“, so der Coach. Nicht anders sah es Schäfer. „Unsere Defensive hat eine hervorragende Leistung gezeigt. Die Drei hinten haben gefühlt alles weggehauen, was in den Strafraum kam. Genau diese Intensität auch gegen den Ball ist es, was uns lange ausgezeichnet hat und was wir seit langem mal wieder an den Tag gelegt haben.“ Die Mannschaft habe „mit allen Mitteln versucht, zu null zu spielen“.

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Ein Anfang ist gemacht: Die Wolfsburger (Zwölfter) vergrößerten ihren Abstand auf den Relegationsplatz 16 auf fünf Zähler und hätten in der Tabelle noch einen Platz klettern können, wenn Bochum an diesem Spieltag nicht diesen Wahnsinns-Sieg gegen die Bayern hingelegt hätte.

Auffällig: Wolfsburg war in der Main-Metropole gar nicht so gut ins Spiel gekommen, in der ersten halben Stunde hatten die Frankfurter mehr von der Partie, waren dominanter. Ein Grund, warum das so war: „Mit dem Ball haben wir zu hektisch agiert und teilweise falsche Entscheidungen getroffen“, so Schäfer, der jedoch auch erkannte, dass die VfL-Brust nach der Führung durch Kruse breiter wurde, Wolfsburg war jetzt mutiger, entschlossener und zielstrebiger, gleichwohl musste das Kohfeldt-Team bis zur Nachspielzeit fighten, ehe Lukebakio mit seinem frechen Knaller ins kurze Eck den Deckel drauf machte. Es folgte – Jubel pur. Plötzlich stürmten fast alle VfLer, die auf dem Feld und die auf der Bank, Richtung Eckfahne, um mit dem Belgier gemeinsam zu feiern. Bilder, die zeigen, beim VfL dreht sich was, wenngleich sowohl das 4:1 gegen Fürth als auch das 2:0 in Frankfurt keine fußballerischen Leckerbissen waren.

Das braucht es nach Wochen und Monaten des Misserfolgs auch nicht – es braucht diese kleinen Schritte in die richtige Richtung. Nach dem in Frankfurt analysierte Kohfeldt vollkommen richtig: „Unser Spiel mit dem Ball ist ausbaufähig.“ Viel wichtiger noch war diese Warnung: „Es wäre Gift, so zu tun, dass die Dinge jetzt von alleine laufen. Wir haben noch genug zu tun, um sicher in dieser Liga zu bleiben.“ Wichtig ist aber auch Schäfers Erkenntnis: „Wir haben in einer schwierigen Phase zwei gute Spiele abgeliefert und zwei Siege geholt. Für die Mannschaft ist es wichtig zu spüren, wir können noch gewinnen, können zwei Spiele nacheinander gewinnen und auch zu null spielen.“