18. Januar 2021 / 12:11 Uhr

Stadt Leipzig öffnet Sportstätten nicht - Rückkehr der Nachwuchskader erschwert

Stadt Leipzig öffnet Sportstätten nicht - Rückkehr der Nachwuchskader erschwert

Frank Schober und Max Hempel
Leipziger Volkszeitung
LVZ-Archiv
Während am Cottaweg und in der Quarterback Immobilien Arena trainiert werden darf, bleibt das Sportbad an der Elster als kommunale Sportstätte weiter geschlossen. © LVZ-Archiv
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Sachsens Landeskader hatten in der vergangenen Woche angekündigt, am Montag ab der Altersklasse U15 aufwärts wieder ins Training einsteigen zu wollen. In Leipzig gestaltet sich der Re-Start schleppend. Während RB Leipzig und der SC DHfK tatsächlich eingeschränkt loslegen, pausieren andere weiter. Denn die Kommune stellt ihre Sportstätten nicht wie erhofft uneingeschränkt zur Verfügung.

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Leipzig. Im Zusammenhang mit dem Neustart des Präsenzunterrichts an den Sportschulen beginnt an diesem Montag auch für einige Leipziger Nachwuchsathleten nach fünfwöchiger Pause wieder der Profilsportunterricht sowie das Training. Von einer flächendeckenden Rückkehr der Landeskader kann an den Landesstützpunkten kann wegen des Infektionsgeschehens aber keine Rede sein. Das ergab eine SPORTBUZZER-Umfrage an den Stützpunkten und bei der Stadt Leipzig.

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Kein Training in voller Teamstärke

„Die kommunalen Sportstätten bleiben bis zum 7. Februar weiterhin für den Amateursport geschlossen“, sagte der amtierende Sportamtsleiter Frank Dannhauer auf Anfrage. Eine Ausnahme gebe es wie bisher für Profisportler und Bundeskader. „Untersagt bleibt die Nutzung der kommunalen Sportstätten für Landeskadersportler/-innen.“ Allerdings gebe es eine Einzelfallentscheidung für Nachwuchsleistungszentren entsprechend der individuellen Bedingungen der jeweiligen Sportstätte. „Mit dieser Entscheidung soll ein umfassender Gesundheits- und Infektionsschutz gewährleistet werden. Schülerinnen und Schüler, für die aktuell kein Präsenzschulunterricht stattfinden darf, sollen sich nicht beim Vereinssport begegnen.“

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Trainieren dürfen die Landeskader lediglich in Vereins-Sportstätten oder am Sportgymnasium, das sich in Landes-Trägerschaft befindet. Dessen Sporthalle in der Marschnerstraße steht jedoch erst ab Mittwoch zur Verfügung, weil dort zwei Tage lang die Coronatests für alle umliegenden Schulen durchgeführt werden.

Zu den Nachwuchsleistungszentren, die ins Training zurückkehren, gehören die RB-Fußballer in der U19, U17, U16 sowie die DHfK-Handballer mit ihrer B-Jugend, A-Jugend und U23-Mannschaft. Wie der SPORTBUZZER erfuhr, wird aber noch nicht in voller Mannschaftsstärke trainiert. Zunächst kehren diejenigen auswärtigen Spieler zurück, die am Präsenzunterricht teilnehmen und im Internat wohnen dürfen. Hinzu kommen die in Leipzig wohnenden Spieler.


HC Leipzig wartet ab

Matthias Albrecht, Cheftrainer der Handball-Akademie des SC DHfK, erklärte, dass wie von der Initiative TeamSport Sachsen vorgeschlagen alle Akteure zwei Corona-Schnelltests pro Woche unterzogen werden. Der erste Test soll am Montagnachmittag vor dem Trainingsstart erfolgen. Den Handballern stehe mit der Arena, der Sportoberschule und der Brüderstraße drei Hallen zur Verfügung. Allerdings werde jedes Nachwuchsteam zunächst abgespeckt zwei bis drei Mal pro Woche trainieren.

Auch die HCL-Handballerinnen gehören der Initiative TeamSport Sachsen an. Der Verein will aber zunächst die Beratungen zwischen Bund und Ländern am Dienstag abwarten und dann eine Entscheidung bezüglich der Nachwuchsteams treffen.

Mit ausgetüfteltem Hygienekonzept kann bei den Slalomkanuten trainiert werden. "Das eigentliche Training findet ja vorrangig im Freien statt. Wir achten strikt darauf, dass immer nur einzelne Sportler in der Umkleide oder im Kraftraum sind", sagte Stützpunkttrainerin Mandy Benzien. Einige Athleten kämen auch bereits umgezogen mit dem Auto zum Training und würden das Bootshaus des Leipziger Kanuclubs gar nicht betreten. Neben den Bundes- gehen auch einige Landeskader aufs Wasser. Wenn die Temperaturen wieder steigen, sei auch Training im Kanupark Markkleeberg möglich.

Die Öffnung einer kommunalen Schwimmhalle für Trainingszwecke ist wegen des Infektionsgeschehens vorerst nicht geplant. Die Sportbäder Leipzig GmbH hat sich diesbezüglich mit den Betreibern der Hallen in Dresden und Chemnitz abgestimmt. Zudem forciert die Stadt Leipzig einheitliche Regeln für die Nutzung der kommunalen Sportanlagen und Schwimmhallen. Frank Dannhauer ergänzte auf Nachfrage: „Es macht keinen Sinn, über die Öffnung von Sportstätten zu entscheiden, während die Bundesregierung über die Verschärfung der Maßnahmen berät.“

"Lücke zwischen Bundes- und Landeskader vergrößert sich"

Beim SC DHfK steht der große Fitnessereich bereits seit Wochen für Kleinstgruppen der Kanuten, Leichtathleten und Handballer zur Verfügung. Judo-Stützpunkttrainer Mike Göpfert darf nur Bundeskader in der Nordanlage betreuen. Er meint: „Wir haben uns um eine Halle eines befreundeten Vereins gekümmert, in der wir mit einigen Kaderathleten trainieren könnten.“

Radsport-Landestrainer Roland Hempel sagt: "Wir haben einen eigenen Trainingsraum auf dem Vereinsgelände, in dem wir im Schichtbetrieb in Kleinstgruppen mit einem oder zwei Athleten auf dem Ergometer oder im Kraftbereich trainieren. So wollen wir die Motivation vor allem für die jüngeren Athleten weiter hoch halten."

Florian Rau, Landestrainer der Ringer, ergänzt: „Bei uns trainieren nur die Bundeskader und die Abschlussklassen. Die Lücke zwischen Bundes- und Landeskader vergrößert sich leider schon merklich.“

Und auch fast alle Turnerinnen müssen wie zahlreiche andere Sportarten weiter mit Online-Training Vorlieb nehmen. Beim Verein TuG wird derweil über Einzeltraining als Alternative nachgedacht, um nicht noch mehr an Boden zu verlieren.