28. Juni 2019 / 21:32 Uhr

U21-Star Nadiem Amiri: "...dann werde ich vielleicht für Afghanistan spielen"

U21-Star Nadiem Amiri: "...dann werde ich vielleicht für Afghanistan spielen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nadiem Amiri gehört zu den Shootingstars der U21-EM. Gegen Rumänien schoss der Hoffenheimer im Halbfinale zwei Tore.
Nadiem Amiri gehört zu den Shootingstars der U21-EM. Gegen Rumänien schoss der Hoffenheimer im Halbfinale zwei Tore. © Getty
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Falls Nadiem Amiri in seiner Karriere nicht den erhofften Sprung in die A-Nationalmannschaft schafft, hat der Offensivspieler der deutschen U21 einen Plan B. Allerdings hat der 22-jährige Hoffenheimer den Sprung ins DFB-Team fest im Visier.

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Nadiem Amiri ist einer der Shootingstars der U21-EM. Zunächst auch aus Verletzungsgründen nur auf der Ersatzbank, gehörte der Offensivspieler der TSG Hoffenheim zu den Matchwinnern der deutschen Mannschaft im Halbfinale gegen Rumänien. Zwei Tore schoss der 22-Jährige beim 4:2 gegen das Überraschungsteam des Turniers und spielte sich an Stelle des angeschlagenen Marco Richter in den Vordergrund.

Auch in das Notizbuch von Bundestrainer Joachim Löw? Das bleibt abzuwarten. Bisher ist Amiri nicht über 22 U21-Einsätze hinausgekommen, er gehörte schon 2017 zum Kader, der später Europameister wurde. In den vergangenen Saison hemmte eine schwere Verletzung seine Entwicklung, die den gebürtigen Ludwigshafener lange vom Platz fern hielt. Bisher wartet der variable Mittelfeldspieler auf eine Nominierung für die A-Mannschaft. Er betont: "Ich will in Deutschland A-Nationalspieler werden, nur das zählt für mich."

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Amiris Eltern flüchteten in den 1980ern nach Deutschland

Falls er die nicht bekommt, hat der langjährige Hoffenheim-Profi (seit der B-Jugend im Verein) eine Alternative, wie er der Bild verriet. "Wenn ich irgendwann 28, 29 Jahre alt bin und sehe, dass ich hier doch keine Chance bekomme, dann werde ich vielleicht für Afghanistan spielen." Das könnte Amiri wegen seiner Eltern. Die flüchteten in der Zeit der sowjetischen Besatzung und der aufkommenden Taliban-Herrschaft in den 1980er Jahren aus dem zunehmend instabilen Land nach Deutschland. Die FIFA-Regeln besagen: Solange er kein Pflichtspiel für das Team von Joachim Löw macht, könnte Amiri für Afghanistan spielen.

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In einem Interview mit dem SPORTBUZZER hatte Amiri gemeinsam mit seinem älteren Bruder Nauwid im Januar 2018 über seine Jugend gesprochen. "Ich hatte nur einen Plan A in meinem Leben, und der lautete, Fußball-Profi zu werden", sagte der Hoffenheimer. "Ich hatte das Quäntchen Glück, den unbedingten Willen und die Disziplin. Und klar, auch das nötige Talent, ohne das man keine Chance hat, ganz oben zu landen."

Afghanistan steht auf Platz 149 in der Weltrangliste

Amiri hat keinen Zweifel, dass die Afghanen (Platz 149 der FIFA-Weltrangliste) ihn mit Kusshand aufnehmen würden. „Der afghanische Verband wollte mich schon unbedingt holen, als ich so 17, 18 Jahre alt war.” Kein Wunder: Der aktuelle Kader der Islamischen Republik besteht aus Spielern, die teilweise in der Hamburger Oberliga kicken (Benjamin Nadjem) und in der 3. Liga für den SV Meppen (Hassan Amin) oder aber in Thailand oder Zypern aktiv sind...

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