28. April 2021 / 20:30 Uhr

Nagelsmann verlässt Leipzig: "Nicht der Untergang des Abendlandes"

Nagelsmann verlässt Leipzig: "Nicht der Untergang des Abendlandes"

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Trainer Jesse Marsch
Jesse Marsch soll die Rolle von Julian Nagelsmann übernehmen. © Andreas Schaad/Getty Images
Anzeige

Der Abgang von Julian Nagelsmann muss keine Schwächung für RB Leipzig sein. Die Finanzspritze könnte den Rasenballern helfen und mit Jesse Marsch ein kompetenter Coach auf Dauer zu den Sachsen stoßen, sagt der Leiter der LVZ-Printproduktion Sport, Frank Schober.

Anzeige

Leipzig. Der Weggang von Julian Nagelsmann bedeutet für den Leipziger Profifußball nicht den Untergang des Abendlandes. Aus mehreren Gründen.

Anzeige

RB ist nicht der reichste Fußballclub auf Erden, was viele Neider oft vergessen. Aber die Bullen verstehen es seit Jahren meisterlich, das vorhandene Geld sinnvoll zu investieren. Und Kohle hat der Club nach den jüngsten Transfers zur Verfügung.

Mehr zu RB Leipzig

RB hat zwar keinen Nagelsmann mehr, aber wohl bald einen Jesse Marsch. Dessen menschliche Stärken sind ebenso wie sein Fußballsachverstand über jeden Zweifel erhaben. Sein Vorgänger hat seinen Ruf als Übertrainer nicht wirklich unter Beweis gestellt. Es lag gewiss nicht nur an den Spielern, dass RB in 180 Minuten gegen Liverpool kein Tor geschossen und auch im entscheidenden Heimspiel gegen die Bayern nicht getroffen hat.



Chance für Kontinuität

RB wird von den Fans der Traditionsvereine nicht geliebt, genießt aber unter Fachleuten einen hervorragenden Ruf. Dieser wird dazu führen, dass neben Trainer Jesse Marsch auch ein kompetenter Sportchef „Yes“ zu RB sagen wird. Auf wankelmütige Spieler dürfte die schnelle und gute Trainerlösung ebenfalls beruhigend wirken.

RB muss aber aufpassen. Alle zwei Jahre die sportliche Leitung komplett zu wechseln, wird auf Dauer nicht gut gehen. Mit Jesse Marsch haben die Bullen die Chance, endlich Kontinuität auf die Trainerbank zu bringen. Er sieht Leipzig (hoffentlich) als Herzensaufgabe und gehört (bislang) nicht zu den Übungsleitern, die von den Top-Clubs gejagt werden. Die viel beschworene Kontinuität hätte RB übrigens längst haben können. Ohne Not wurde 2018 Ralph Hasenhüttl nach zwei erfolgreichen Jahren vom Hof gejagt. Das nur am Rande.