28. April 2021 / 20:30 Uhr

Nagelsmann verlässt Leipzig: "RB verliert einen großen Reizfaktor"

Nagelsmann verlässt Leipzig: "RB verliert einen großen Reizfaktor"

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Marcel Sabitzer von RB Leipzig
Es bleibt zu befürchten, dass RB Leipzigs Kader, durch den Abgang von Trainer Julian Nagelsmann zum FC Bayern München, auseinander fällt. © getty images
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Der Abgang von Julian Nagelsmann schwächt den größten Bayern-Verfolger auf Dauer. Die Sachsen sind ohne ihren Star-Trainer nicht mehr konkurrenzfähig und verlieren einen großen Reiz für junge Talente, sagt LVZ-Sportredakteur Tilman Kortenhaus.

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Leipzig. Red Bull verliert seine Flügel und sollte mit dem Ersatzpaar lieber nicht zu nah an die Sonne fliegen. Julian Nagelsmann, der talentierteste Coach der Bundesliga, wird beim FC Bayern eine klaffende Lücke schließen und der Mannschaft zu neuer Qualität verhelfen. Die Münchener bieten dem gebürtigen Bayern die beste Offensive zwischen Atlantik und Alpen, im Gegenzug kann der Stratege mit seinem Abwehrchef Dayot Upamecano die bekannten Probleme in der Defensive lösen. Eine unheimlich gefährliche Symbiose.

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Die Bullen erhalten im Gegenzug Jesse Marsch – vom Schwesterclub in Salzburg. Der 47-Jährige hat unter Rangnick gelernt, bringt viel Fußballverständnis mit und passt ins System Rasenball. Das Problem: Nagelsmann konnte Spieler von sich und Leipzig überzeugen, sie besser machen, ihnen die kompliziertesten Manöver und Systeme nahebringen. RB verliert einen großen Reizfaktor, kann neben Geld, Taurin und Koffein nicht mehr so viel bieten und hat die Chance vertan, auf lange Sicht der gefährlichste Konkurrent für die Bayern zu werden. Spieler hätten sich fragen müssen: „Will ich noch zur Alten Garde an die Isar oder zu den Jungen Wilden an die Pleiße?“ Wunschvorstellung. Echte Konkurrenz für den Rekordmeister wird es erneut auf Jahre nicht geben.

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Stattdessen werden sich an der Säbener Straße die Titel zehn, elf und zwölf in Folge stapeln. Die Leipziger müssen nun aufpassen. Sie haben den optimalen Moment für einen Angriff auf die Meisterschaft verpasst. Es jetzt mit großen Investitionen erzwingen zu wollen, könnte fatale Folgen haben. Schalke und Hertha lassen grüßen.