19. Juni 2020 / 14:28 Uhr

Nagelsmann verteidigt Werner: "Nicht richtig, dass er so an den Pranger gestellt wird"

Nagelsmann verteidigt Werner: "Nicht richtig, dass er so an den Pranger gestellt wird"

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Zwei, die sich schätzen: Julian Nagelsmann und Timo Werner.
Zwei, die sich schätzen: Julian Nagelsmann und Timo Werner. © Getty Images
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RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsman hat Stürmer Timo Werner nach seinem Wechsel zum FC Chelsea gegen Kritik verteidigt, weil er nicht für RB im Champions-League-Turnier im August auflaufen will. Werner sei trotzdem ein „großartiger Sportsmann“, sagte er vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag.

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Leipzig. Julian Nagelsmann lässt seine Spieler nicht hängen. RB Leipzigs Trainer hat sich mit deutlichen Worten hinter seinen zum FC Chelsea wechselnden Stürmer Timo Werner gestellt. Kritik, wonach der 24-Jährige seine Mitspieler im Stich gelassen habe, weil er das Champions-League-Turnier ab Mitte August nicht mehr für RB bestreiten will, wies Nagelsmann deutlich zurück. „Ich finde es nicht richtig, dass er so an den Pranger gestellt wird“, erklärte der 32-Jährige. Werner sei ein „großartiger Sportsmann“, der sich in den letzten beiden Spielen für RB voll reinhängen werde. Am Samstag kann der Dritte der Fußball-Bundesliga gegen Tabellennachbar Borussia Dortmund zum dritten Mal in die Champions League einziehen. Eine Woche darauf steht das Saisonfinale beim FC Augsburg im Kalender.

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Effenberg: Mitspieler „ein Stück weit im Stich“ gelassen

Zwar machte der 32-Jährige keinen Hehl daraus, dass er seinen Topscorer gern im Viertelfinale der Königsklasse in Lissabon dabei gehabt hätte. Das wäre theoretisch möglich gewesen, obwohl sein Vertrag bei den Londonern am 1. Juli beginnt. Aber er warb auch um Verständnis für Werners Sichtweise. Eine neue Stadt, ein fremdes Land, eine andere Sprache, dazu die Corona-Situation, die alle Planungen durcheinander gebracht hat. „Ich kann auch die Seite von Timo verstehen“, sagte Nagelsmann. „Da finde ich nicht, dass man aus 800 Kilometer Entfernung ständig bewerten sollte, was der Timo Werner für ein Mensch ist“.

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Offenbar eine Anspielung auf kritische Aussagen im „Doppelpass“ von „Sport 1“. Der frühere Nationalspieler Stefan Effenberg hatte Werner am Sonntag in der Sendung in München vorgeworfen, seine Mitspieler „ein Stück weit im Stich“ gelassen zu haben. Er lasse zudem „eine große Möglichkeit liegen“, von der andere Spieler nur träumen können, polterte der 51-Jährige.

Das wollte Julian Nagelsmann so nicht stehen lassen. „Er ist immer noch ein feiner Kerl und ein guter Spieler. Und man muss ihn nicht in jeder Sendung, die gerade läuft, kaputt reden, weil er angeblich kein Sportsmann ist.“ Deutliche Worte, über die sich Timo Werner in diesen emotionalen Tagen sehr gefreut haben dürfte.