02. Juni 2020 / 17:58 Uhr

Nah dran, damit die BG Göttingen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird

Nah dran, damit die BG Göttingen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Pressekonferenzen werden für Birte Meyenberg (r.) auch in München auf der To-do-Liste stehen.
Pressekonferenzen werden für Birte Meyenberg (r.) auch in München auf der To-do-Liste stehen. © Swen Pförtner
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Am Donnerstag macht sich der Tross der BG Göttingen auf den Weg in Richtung Süddeutschland. PR-Managerin Birte Meyenberg wird das Team über die gesamte Zeit beim Final-Turnier der Basketball-Bundesliga begleiten, Geschäftsführer Frank Meinertshagen hat dagegen nur kurze Besuche in München geplant.

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Die Bundesliga-Basketballer der BG Göttingen spielen im Münchener Audi Dome die Saison zu Ende. Das BBL Final-Turnier, an dem zehn Mannschaften teilnehmen werden, beginnt am Sonnabend, 6. Juni. Dann bestreiten die Veilchen um 16.30 Uhr das Eröffnungsspiel gegen die Hakro Merlins Crailsheim. Für die Mitarbeiter und Verantwortlichen der BG Göttingen läuft der Countdown aber schon längst, sie haben alle Hände voll zu tun, um den Aufenthalt vor Ort zu organisieren.

Sie ist lange im Geschäft, hat aber selten so spannende Basketball-Zeiten erlebt wie im Moment: Birte Meyenberg wird in den kommenden Tagen und Wochen immer wieder Neuland betreten, wenn sie als PR-Managerin die BG Göttingen beim BBL Final-Turnier in München begleitet. „Es ist unfassbar viel, was zuletzt an Informationen für uns reingekommen ist“, erzählt Meyenberg, die erstmals mit der Mannschaft zusammen im Bus auf Auswärtsfahrt geht. „Ich bin natürlich oft auswärts dabei, fahre dann aber immer privat.“

Sechs Frauen unter weit mehr als 200 Männern

Die seit 2015 für die BG Göttingen arbeitende PR-Managerin gehört zur aktiven Gruppe des Turniers, die ab Donnerstag quasi unter Quarantäne-Bedingungen leben wird. Sie zieht dann mit Spielern, Trainern und Betreuern ins Münchener Leonardo Hotel ein. „Ich bin sonst nie so nah dran, die Mannschaft ist eigentlich eher unter sich.“

Angst, irgendwann einmal einen Lagerkoller zu bekommen, hat sie nicht. „Natürlich ist die Freiheit eingeschränkt. Ich habe nicht das Gefühl, dass es für mich ein Problem sein wird. Ich werde viel zu tun haben und das deshalb wahrscheinlich gar nicht so einengend empfinden und nicht unbedingt den Drang haben, noch viel zu unternehmen.“ Viele Kollegen, die sie lange nicht gesehen habe, könne sie auch an der Hotelbar treffen. „Dafür müssen wir nicht in einen Klub in München gehen.“ Meyenberg wird eine von sechs Frauen unter weit mehr als 200 Männern sein. „Das macht mir nichts aus, ich bin schon so lange in diesem Männer-Business unterwegs“, erzählt die PR-Managerin, die vor ihrem Job bei der BG Göttingen fast acht Jahre lang die Pressearbeit für den Basketball-Bundesligisten Artland Dragons gemacht hat.

BG soll in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden

Nur zum passiven Kreis der Hallenbesucher zu zählen, kam für Meyenberg nicht in Frage. „Dann hätte ich die Spieler nur von der Tribüne in der Halle aus beobachten können. Es ist wichtig, dass ich vor Ort bin. Die BG Göttingen und die Mannschaft sollen in der Öffentlichkeit wahr genommen werden. Da möchte ich natürlich alle Kanäle mit eigenen Dingen füllen – und dafür muss ich nah am Team sein. Beispielsweise Videos während des Trainings aufnehmen.“

Beim Turnier München sei viel mehr Koordination als vor einzelnen Spielen während der Saison gefordert. „Wir PR-Manager sind ja nie alle zusammen an einem Ort, da gibt es schon viele Fragen.“ Dass dieses Turnier zum Saisonabschluss für alle mehr als die sonst übliche Spieltags-Routine ist, habe sich schon bei Zoom-Calls und im Mail-Verkehr gezeigt.

BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen.
BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen wird in München die Mannschaft nur aus der Distanz beobachten können. © Christina Hinzmann

Meinertshagen ist noch im Alltagstrott

„Ich weiß noch gar nicht so genau, wann ich nach München fahren werde. Vielleicht zum ersten Spiel gegen Crailsheim. Ich bin noch so im Alltagstrott“, sagt BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen, der in jedem Fall zu der passiven Gruppe im Audi Dome gehören wird, die zwar live vor Ort sein, aber keinen direkten Kontakt zur Mannschaft und dem Trainer- und Betreuerstab haben darf. Er habe zwischenzeitlich darüber nachgedacht, sich der im Hotel untergebrachten BG-Delegation anzuschließen, diesen Plan dann aber verworfen. „Ich hätte intern dort wenig bis gar nichts zu tun und müsste dann mit meinem Rechner und Telefon nur nach außen kommunizieren. Das kann ich dann besser vom Büro aus in Göttingen machen.“

Trotz der vielen Aufgaben, die der „Alltagstrott“ eines Geschäftsführers so mit sich bringt, hat der BG-Chef in den vergangenen Tagen beobachtet, dass dieses Turnier für alle organisatorisch „ein immenser Aufwand“ sei. Und auch von den BBL weiß er, dass dort rund um die Uhr etwas zu tun sei. „Vieles konnte auch erst auf den letzten Drücker gemacht werden, weil die Entscheidung, dass das Turnier tatsächlich gespielt werden kann, ja auch erst spät gefallen ist.“

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Hoher organisatorischer Aufwand für die Turnierteilnahme

Auch bei der BG herrschte in den vergangenen Wochen rege Betriebsamkeit. „Und das alles noch unter Kurzarbeit-Bedingungen. Nur das Trainerteam und Domenik Theodorou sind vorzeitig in die Vollbeschäftigung zurückgekehrt“, berichtet Meinertshagen. Es mussten eine Mannschaft zusammengestellt und neue Verträge vereinbart, das von der Liga vorgegebene Hygienekonzept umgesetzt und ein Hygienebeauftragter benannt werden. Diese Aufgabe habe Prof. Johannes Dahm übernommen, in dessen Aufgabenbereich damit auch die Corona-Tests gefallen sind. Für die Logistik war es notwendig, dass der Mannschaftsbus der BG eine Sondergenehmigung erhält, um die Göttinger Delegation nach München bringen zu können. „Das Unternehmen sitzt in Hessen, wir in Niedersachsen. Die Regelungen sind überall anders. Auch das musste erst gelöst werden.“ Jetzt wird der Veilchen-Bus das Team nach Süddeutschland bringen und zurückfahren. Erst mit dem Ausscheiden aus dem Turnier kehrt der Bus in die bayerische Landeshauptstadt zurück.

Auch in Sachen Werbung vor Ort in München ist die BG noch aktiv geworden. „Wir haben erst relativ kurzfristig erfahren, welche Flächen uns zur Verfügung stehen. Da wollten wir natürlich einiges an unsere Sponsoren zurückgeben. Außerdem konnten wir noch ein paar Flächen verkaufen, dafür mussten Druckvorlagen produziert werden“, zählt Meinertshagen auf, legt aber Wert darauf, dass das kein Jammern über Mehrarbeit sei. „Das ist in jedem Fall besser, als nichts zu tun zu haben.“