20. Oktober 2018 / 06:00 Uhr

Schalke-Star Naldo im Interview: "Der BVB hatte auch Glück"

Schalke-Star Naldo im Interview: "Der BVB hatte auch Glück"

Andreas Kötter
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke-Star Naldo hat im Interview mit dem SPORTBUZZER die Gründe für den Fehlstart des FC Schalke 04 erklärt.
Schalke-Star Naldo hat im Interview mit dem SPORTBUZZER die Gründe für den Fehlstart des FC Schalke 04 erklärt. © imago
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Er ist der Abwehr-Boss beim FC Schalke 04 - und ein Mann klarer Worte: Im exklusiven Interview mit dem SPORTBUZZER spricht Naldo über Trainer Domenico Tedesco, die Erwartungshaltung beim FC Schalke - und die Tabellenführung des BVB.

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Nach drei Siegen in Folge ist beim FC Schalke 04 wieder Ruhe eingekehrt – und die guten Nachrichten rissen auch unter der Woche nicht ab. Ausgerechnet vor dem Spiel gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen am Samstag (18.30 Uhr) verlängerte Abwehrchef Naldo seinen Vertrag bis 2020 bei den „Knappen“. Im Interview spricht der 36-Jährige über den schwachen Saisonstart und die Ruhe im Verein.

Naldo: "Schalke 04 hat den Glauben an sich nicht verloren"

SPORTBUZZER: Naldo, jetzt geht es in der Liga gegen Ihren Ex-Verein Werder Bremen. Sind Sie überrascht, dass die Bremer so stark auftreten?

Naldo (36): Überhaupt nicht. Werder hat sich schon in der vergangenen Saison sehr positiv entwickelt. Nun – etwa mit Davy Klaassen – noch einmal gut verstärkt. Dazu ist der junge Maximilian Eggestein in sehr guter Form – und auf Claudio Pizarro muss man immer aufpassen.

Erst fünf Niederlagen in Serie in der Bundesliga, nun drei Pflichtspielsiege: Ist Schalke 04 jetzt aus dem Gröbsten raus?

Diese fünf Niederlagen in Serie – damit umzugehen war nicht einfach für uns. Diese Mannschaft hat eine sehr gute Mentalität und hat auch in dieser schwierigen Phase den Glauben an sich selbst nicht verloren. Dass drei Siege in Folge unser Selbstvertrauen noch einmal stärken, ist doch klar. Allerdings ist sicherlich längst noch nicht alles perfekt.

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Deshalb hat Schalke 04 den Saisonstart verpatzt

Waren Sie überrascht, wie ruhig es im Umfeld geblieben ist?

Ja. Das war ungewöhnlich für Schalke. Der Trainer hat uns immer geschützt, aber er brauchte natürlich selbst auch Unterstützung. Und die hat er von allen Seiten bekommen. Es war überragend, wie hier wirklich alle zusammengehalten haben.

Warum lief es zunächst überhaupt nicht?

In der vergangenen Saison haben wir viele Dinge sehr gut umgesetzt und sind verdient Vizemeister geworden. Die anderen Teams haben daraus ihre Schlüsse gezogen. Und der eine oder andere Gegner setzt gegen uns jetzt ausschließlich auf Konter. Umso wichtiger ist es, dass auch wir flexibel bleiben. Ich glaube jedenfalls, dass uns die Umstellung von der bisherigen Dreier- auf die Viererkette gutgetan hat.

Naldo: "Ich habe dem Trainer gesagt: 'Ich will immer spielen und immer auf dem Platz stehen.'"

Kann es sein, dass man im Vizemeister-Bewusstsein ein paar Prozent weniger auf den Rasen gebracht hat?

Nein. Wir alle wissen, dass vor jeder neuen Saison die Uhren auf null gestellt werden. Manchmal hat man einfach nur Pech, nicht alle Dinge lassen sich erklären.

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Vor zwei Jahren hat sich allerdings gezeigt, dass eine solche Niederlagen-Serie zum Start eine große Hypothek ist. Ist diese Saison bereits verkorkst?

Das glaube ich nicht. Momentan überraschen einige Teams, die man nicht unbedingt so weit oben in der Tabelle erwartet hätte. Wie lange sie das durchhalten, bleibt abzuwarten. Dass wir normalerweise mithalten können, haben wir vergangene Saison bewiesen. Sollten die anderen irgendwann schwächeln – und im Verlauf einer Saison hat jedes Team irgendwann auch eine schlechtere Phase –, wollen wir da sein. Dafür müssen wir ab sofort kontinuierlich punkten. Gelingt uns das, können wir Weihnachten den Anschluss wiederhergestellt haben.

Sie haben in der vergangenen Bundesliga-Saison keine einzige Minute verpasst, diesmal aber hat Trainer Domenico Tedesco zweimal auf Sie verzichtet.

Ich bin immer für meine Mannschaft da, völlig egal, ob ich selbst auf dem Platz stehe oder ob ich auf der Bank sitze. Es geht ohnehin nicht um mich, sondern um die Mannschaft. Der Trainer hat mit mir darüber gesprochen, und ich habe ihm gesagt „Trainer, ich will immer spielen und immer auf dem Platz stehen. Wenn Du aber denkst, dass ich eine Pause brauche, akzeptiere ich das hundertprozentig. Denn Du bist der Chef und Du entscheidest“.

Ärgert es Sie, dass Schalke ausgerechnet dann schlecht in eine Saison, in der auch die Bayern offensichtlich Probleme haben?

Klar, schließlich passiert das den Bayern nicht allzu oft, dass sie ihr gewohntes Niveau nicht halten können. Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass gerade einmal sieben Partien gespielt sind.

Kann ausgerechnet Schalkes Erz-Rivale Borussia Dortmund den Münchnern den Titel streitig machen?

Dortmund hat eine Mannschaft mit sehr großem Offensivpotenzial und spielt bisher eine klasse Saison. Aber die Dortmunder hatten ein paar Mal auch Glück. So fällt der Siegtreffer gegen Augsburg in der sechsten Minute der Nachspielzeit, und in Leverkusen rettet beim Stand von 0:2 der Pfosten für den BVB. Ist dieser Ball drin, gewinnen die Dortmunder das Spiel kaum noch mit 4:2.

Hier abstimmen: Wo landet der FC Schalke 04 am Saisonende?

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