24. September 2020 / 09:57 Uhr

Naldo macht sich "sehr große Sorgen" um Schalke und Werder – Reck: Trainer-Kritik "gehört zum Geschäft"

Naldo macht sich "sehr große Sorgen" um Schalke und Werder – Reck: Trainer-Kritik "gehört zum Geschäft"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Naldo und Oliver Reck machen sich große Sorgen um ihre Ex-Klubs Schalke 04 und Werder Bremen, bei denen David Wagner und Florian Kohfeldt vor dem Aus stehen.
Naldo und Oliver Reck machen sich große Sorgen um ihre Ex-Klubs Schalke 04 und Werder Bremen, bei denen David Wagner und Florian Kohfeldt vor dem Aus stehen.
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Wenn am 2. Bundesliga-Spieltag der FC Schalke 04 und Werder Bremen aufeinandertreffen, geht es für beide Klub bereits darum, einen Fehlstart in eine erneut drohende Krisensaison zu verhindern. Zwei ehemalige Profis beider Vereine, der Brasilianer Naldo und Torwart Oliver Reck, sorgen sich.

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Die Bundesliga-Partie zwischen dem FC Schalke 04 und Werder Bremen firmiert an diesem Wochenende unter dem Titel "Topspiel" - allerdings nur wegen der Ansetzung als Abschluss des Fußball-Samstags um 18.30 Uhr. In Sachen Tabellenstand könnte das Kräftemessen der beiden strauchelnden Traditionsklubs nicht weiter entfernt von einem Topspiel sein. Werder ist nach dem ersten Spieltag Tabellen-16., S04 sogar Letzter. Es droht wieder eine Krisensaison. Bei früheren Spielern beider Klubs schrillen mittlerweile längst die Alarmglocken.

Um beide Vereine macht sich Ex-Verteidiger Naldo "sehr große Sorgen", wie der 38-Jährige gegenüber Sky erklärte. Schalke habe angesichts der 0:8-Klatsche beim FC Bayern "nichts aus der letzten Saison gelernt", monierte der Deutsch-Brasilianer, der von 2005 bis 2012 für den SVW und von 2016 bis 2019 für die Schalker auflief. Mit seinen Ex-Kollegen geht der einstige Abwehrchef nun hart ins Gericht. "Sie haben es den Münchnern so einfach gemacht. (...) Ich habe 90 Minuten lang leider kein Schalke auf dem Platz gesehen", sagte er.

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Insbesondere in der Abwehr hat der vereinslose Oldie bei beiden Vereinen eklatante Schwächen ausgemacht. "Man sieht, dass Schalke und Werder so viele Lücken für den Gegner lassen. Es ist so leicht, sich eine Konterchance zu erarbeiten und auch das Toreschießen gegen die beiden Vereine ist zu einfach", sagte Naldo. "Meine Empfehlung: Erst kompakt in der Abwehr stehen und Selbstvertrauen bekommen. Und dann können sie vorne mehr riskieren." Es fehle "ein Leader, einer der deutliche Worte auf dem Platz austeilt. Einer, der sagt, wie es gemacht wird".

Oliver Reck: "Beide Teams bräuchten dringend einen Aufbruch"

Auch Oliver Reck, der insgesamt 457 Bundesliga-Spiele für Werder und Schalke absolvierte, sieht bei beiden Vereinen in der schwachen Vorsaison (Schalke wurde nach einer desaströsen Rückrunde Zwölfter, Bremen rettete sich lediglich über die Relegation vor dem Abstieg) eine "Hypothek" und stellt in einer Kolumne des Kicker fest: "Beide bräuchten dringend einen Aufbruch, sind aber mit heftigen Klatschen gestartet. Es lässt sich ausmalen, wie sich bei einer weiteren Niederlage am Samstag die Lage jeweils zuspitzen würde." Nämlich mit der nächsten Krise, die sowohl Schalke-Trainer David Wagner als auch seinem Bremer Gegenüber Florian Kohfeldt den Job kosten könnte.

Der 55-Jährige sieht das Spiel deshalb "zumindest für die kommenden Wochen" als richtungsweisend an. Bei den Bremern sieht Reck auch wegen des fast unveränderten Kaders "kaum eine Aussicht auf die erhoffte sorgenfreie Saison", das Kohfeldt-Team werde sich "über die komplette Saison im unteren Drittel bewegen". Schalke traut Reck immerhin den Sprung ins Mittelfeld zu, der Kader habe mehr Klasse als der des SVW.

Sportchefs Schneider und Baumann sind gefordert

Mitleid mit den umstrittenen Trainern Wagner und Kohfeldt hat Reck nicht. Dass die Coaches aufgrund der Krisen im Kreuzfeuer der Kritik stünden, "das gehört zum Geschäft", sagte der Ex-Keeper, der selbst als Trainer des Regionalligisten SSV Jeddeloh II arbeitet und fügt hinzu: "Nach meiner Wahrnehmung gehen Florian Kohfeldt und David Wagner damit in der Öffentlichkeit gut um. Sie wirken professionell und persönlich stabil. Entscheidend aber ist und bleibt ihr Einfluss auf die Mannschaft. Welche Impulse können beide jetzt setzen?" Diese Frage müssten insbesondere die Sportchefs Jochen Schneider und Frank Baumann klären. Beide würden nicht zu Schnellschüssen neigen, betont Reck. Allerdings gelte: "Irgendwann muss mal ein positiver Trend erkennbar werden."