11. Juni 2021 / 06:05 Uhr

Michael Ballack nennt EM-Minimalziel für DFB-Team: "Die Reputation steht auf dem Spiel"

Michael Ballack nennt EM-Minimalziel für DFB-Team: "Die Reputation steht auf dem Spiel"

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Geht es nach Michael Ballack, muss die DFB-Elf bei der anstehenden EM weit kommen.
Geht es nach Michael Ballack, muss die DFB-Elf bei der anstehenden EM weit kommen. © IMAGO/Uwe Kraft/Jan Huebner (Montage)
Anzeige

Michael Ballack nimmt die deutsche Nationalmannschaft kurz vor dem EM-Start in die Pflicht. Er erinnert an die verkorkste WM 2018 und nennt ein anspruchsvolles Minimalziel für das Team von Bundestrainer Joachim Löw.

Anzeige

Der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack setzt die deutsche Nationalmannschaft vor dem Start der Europameisterschaft unter Druck und gibt dem Team ein ambitioniertes Minimalziel vor. "Man ist immer zu einem Turnier gefahren, um mindestens das Halbfinale zu erreichen – da müssen wir wieder hinkommen. Von der Qualität her sind wir nach wie vor gut aufgestellt, haben aber auch ein paar Baustellen. Um gegen die Top-Nationen zu bestehen, muss sich einiges verbessern", sagte der 44-Jährige im Interview mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) und hat das peinliche Vorrunden-Aus der deutschen Mannschaft bei der WM vor drei Jahren in Russland noch im Hinterkopf.

Anzeige

"Mit dem Vorrunden-Aus 2018 und den letzten Ergebnissen steht die Nationalelf schon unter Druck, was Wiedergutmachung angeht, auch als Aushängeschild des deutschen Fußballs. Wir haben zuletzt enttäuscht. Die Reputation steht auf dem Spiel", betonte Ballack. Tatsächlich erfüllte das DFB-Team die Erwartungen in den vergangenen Monaten nur selten. Tiefpunkte waren ein 0:6 in der Nations League in Spanien und eine 1:2-Heimniederlage in der WM-Qualifikation gegen Nordmazedonien. Immerhin: Im letzten EM-Test gelang am vergangenen Montag ein überzeugendes 7:1 gegen Lettland.

Für Ballack ein Beleg dafür, dass es qualitativ grundsätzlich auch gegen Top-Gegner reichen kann. "Individuell sind wir gut aufgestellt. Ob wir als Mannschaft schon wieder so weit sind, um ganz vorne dabei zu sein, muss sich zeigen. Nach vorne haben wir sicher unsere Stärken. Je mehr es nach hinten geht, umso weniger Weltklasse verkörpern wir, da sind wir eher solide unterwegs", erklärte der 98-malige Nationalspieler und verwies als mögliches deutsches Vorbild auf seinen Ex-Klub FC Chelsea, der zuletzt die Champions League gewann: „Thomas Tuchel hat gerade bei Chelsea eindrucksvoll bewiesen, dass man auch mit einer soliden Defensive extrem gut verteidigen kann, nämlich im Mannschaftsverbund.“



Die DFB-Auswahl trifft bei ihrem Turnierauftakt am 15. Juni auf Weltmeister Frankreich. Weitere Vorrundengegner sind Titelverteidiger Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni).