03. Juni 2021 / 08:00 Uhr

Nationalmannschaft erzielt zu wenig Tore: Löw kritisiert Abschluss-Schwäche

Nationalmannschaft erzielt zu wenig Tore: Löw kritisiert Abschluss-Schwäche

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Joachim Löw hat die Abschlussschwäche der Mannschaft kritisiert.
Bundestrainer Joachim Löw hat die Abschlussschwäche der Mannschaft kritisiert. © IMAGO/Sven Simon/kolbert-press (Montage)
Anzeige

Gegen Dänemark kam die Nationalmannschaft über ein 1:1 nicht hinaus - trotz guter Chancen. Die Abschluss-Schwäche des DFB-Teams ist ein Problem, an dem der Bundestrainer in Seefeld noch arbeiten will. 

Es war eine der Szenen, die bezeichnend für die aktuelle Abschluss-Schwäche der Nationalmannschaft ist: In der 14 Minute chippte Joshua Kimmich im Tivoli-Stadion in Innsbruck den Ball traumhaft in den Strafraum Dänemarks, wo Rückkehrer Thomas Müller völlig frei einlief. Sein harmloser Kopfball landete aber sicher in den Armen von Torhüter Kasper Schmeichel. "Das Problem begleitet uns schon länger“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. "Dass wir uns viele Chancen herausspielen, uns aber nicht belohnen. Darüber haben wir gesprochen, daran werden wir arbeiten."

Anzeige

Besonders auffällig beim 1:1 gegen Dänemark: Es gab keine Szene, in der sich ein DFB-Profi bis zur Grundlinie durchsetzte, um dann den Ball in die Mitte zu flanken. Oft wurden die Bälle aus dem Halbfeld in den Strafraum gefeuert – ohne Abnehmer und Erfolg. Oder aber der Angriff wurde abgebrochen und lieber noch mal hintenrum gespielt. Das alles führt zu den Ladehemmungen, die die Nationalelf aktuell hat.

In den letzten drei Länderspielen gelang maximal ein Treffer. Und dass gegen Rumänien, Nordmazedonien oder jetzt Dänemark. Bei der EM warten mit Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal schon in der Gruppenphase aber ganz andere Kaliber. Nur mit Einzelaktionen und dem durchschaubaren Spiel durch die Mitte wird das gegen die zwei Titelfavoriten nichts.

Abschlüsse sollen jetzt Trainings-Fokus werden

Löw weiß um die Problematik und will in Seefeld daran schrauben. "In den ersten Tagen haben wir vor allem an der Stabilität in der Defensive und an den Standards gearbeitet. In den nächsten Tagen werden wir uns intensiv mit der Offensive und den Abschlüssen beschäftigen", sagte der Bundestrainer. Dass allein wird aber noch nicht reichen. Auch die Spieler müssen eine Schippe drauflegen. Serge Gnabry würde gerne bei der EM in jedem Spiel ein Tor schießen, gegen Dänemark war er bis auf seinen Lattenschuss nicht zu sehen. Leroy Sané hat seine Szenen – davon leider aber noch zu wenige. Und Müller vergab die dicke Kopfballchance.

Anzeige

Mit Kevin Volland, der gegen Dänemark nur elf Minuten zum Einsatz kam, hat Löw zwar noch einen anderen Stürmer-Typen, aber auch nicht den echten Mittelstürmer. Jetzt kommen mit Timo Werner und Kai Havertz zwei weitere Offensivkräfte dazu, auf die der Bundestrainer im letzten Test gegen Lettland am Montag zurückgreifen könnte. Werner hatte aber zuletzt beim FC Chelsea, wie das DFB-Team auch, Ladehemmungen.

Die will Löw lösen. Doch Abschlüsse im Training und im Spiel sind zwei Paar Schuhe. In den kommenden Tagen soll versucht werden, "Wettkampfsituationen herzustellen", in denen die DFB-Profis sich Selbstvertrauen holen. Damit endlich mal wieder mehr als ein Tor gelingt.

Anzeige: Erlebe die gesamte Bundesliga mit WOW und DAZN zum Vorteilspreis