09. November 2020 / 07:55 Uhr

Nationalmannschaft in Leipzig: Die DFB-Stars, das Westin und dicke Tinte

Nationalmannschaft in Leipzig: Die DFB-Stars, das Westin und dicke Tinte

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Westin-Direktor Andreas Hachmeister freut sich, die DFB-Elf um Coach Joachim Löw wieder in Leipzig begrüßen zu können.
Westin-Direktor Andreas Hachmeister freut sich, die DFB-Elf um Coach Joachim Löw wieder in Leipzig begrüßen zu können. © dpa / Kempner
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Keine Autogramme, keine Ausflüge, keine persönlichen Gespräche: Bei den Spielen der Nationalmannschaft in Leipzig wird in den kommenden Tagen Vieles anders sein. Aber Vieles auch normal.

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Leipzig. Am Montag gegen 12 Uhr werden die ersten Klein-Busse des DFB am Westin vorfahren und prominente Insassen absetzen. Die Nationalmannschaft ist zurück in Leipzig, bleibt eine Woche. Die Spiele gegen Tschechien und die Ukraine stehen an. Der DFB-Tross und das Westin um Direktor Andreas Hachmeister sind seit Jahren dicke Tinte, beglückten sich gegenseitig. Joachim Löw und Co. brachten dem Fünf-Sterne-Hotel Publicity und Einnahmen.

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Hachmeister und Co. boten exklusive Beinfreiheit und Nestwärme, erfüllten jeden Wunsch. Ein Ausflug des Trainerteams in ein Sushi-Restaurant in der City? Aber ja doch, gerne mit Erinnerungsfoto. Kaffee und Kuchen im Barfußgässchen für Philipp Lahm, Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger, Serge Gnabry, Leroy Sane und Timo Werner? Kein Problem. Die DFB-Stars fügten sich ins Stadtbild, sorgten selbst beim After-Work-Absacker in der Gottschedstraße nicht für Schnappatmung. Auch die am Eingang des Westin harrenden Autogrammjäger wurden erhört. Ja, Gastspiele des DFB waren Höhepunkte. Insbesondere in Zeiten, als der Ball in der Geburtsstätte des DFB nicht erstklassig rollte, sondern unterklassig walzte.

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Anno 2020 ist Pandemie und vieles anders. Diesmal gibt es keine Autogramme, keine Freud betonten Ausflüge, keine Interviews Auge in Auge mit den Nationalspielern. Der sonst wohl dosierte und durchaus erwünschte Kontakt der Fußballer mit den anderen Hotel-Gästen entfällt. Es gibt Laufschläuche und Aufzüge, die nur vom vierfachen Weltmeister genutzt werden dürfen. Der 75-köpfige DFB-Tross lebt eine Woche lang in einer möglichst keimfreien Blase.

Und doch sorgt das Gastspiel der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei allen notwendigen Einschränkungen für ein Stück weit Normalität. Sie sind in Leipzig. Trainieren hier, schlafen hier, spielen zweimal Fußball. Sie bringen das seit Monaten auf Sparflamme köchelnde Westin zumindest temporär in Wallung. Andreas Hachmeister hat viele seiner Bediensteten aus der Kurzarbeit zurück geholt. Das baut auf, lenkt ab, bringt Hoffnung.

Herzlich willkommen in Leipzig, Nationalmannschaft!