25. März 2022 / 16:02 Uhr

TV-Zukunft von DFB-Team klar: Drei Sender kaufen Rechte bis 2028 - inklusive Nations-League-Kracher

TV-Zukunft von DFB-Team klar: Drei Sender kaufen Rechte bis 2028 - inklusive Nations-League-Kracher

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die TV-Rechte für die deutschen Länderspiele werden neu vergeben.
Die TV-Rechte für die deutschen Länderspiele werden neu vergeben. © Getty Images/IMAGO/PA Images (Montage)
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Die ersten beiden Länderspiele des DFB-Teams im Jahr 2022 werden von ARD und ZDF übertragen. Wo die Partien der deutschen Mannschaft ab der im Juni beginnenden Nations League bis 2028 zu sehen sind, war bislang unklar. Nach SPORTBUZZER-Recherchen ist die Entscheidung aber gefallen.

Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft werden auch künftig von ARD, ZDF und RTL übertragen. Das geht aus Recherchen des SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), hervor. Damit ist die TV-Zukunft des DFB-Teams ab Juni 2022 bis Ende 2028 geklärt. Bislang war nur klar, dass das erste Länderspiel in diesem Jahr am Samstag (20.45 Uhr) gegen Israel vom ZDF und die Partie am Dienstag in Amsterdam gegen die Niederlande (20.45 Uhr) von der ARD übertragen wird. Außerdem hält RTL noch Übertragungsrechte für zwei Testspiele im November vor der WM in Katar. Diese sind aufgrund der Verlegung des Turniers im Wüstenstaat in den Winter ein Überbleibsel aus einem Vertrag von 2016.

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Für die Nations-League-Duelle in Bologna gegen Italien (4. Juni) und drei Tage später in München gegen England gibt es dann schon keinen gültigen Vertrag mehr. Doch die Entscheidung ist gefallen, dass je einer der beiden Klassiker im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und einer beim Kölner Privatsender gezeigt wird. Inklusive dieser Begegnungen hat die vom europäischen Fußballverband UEFA beauftragte Vermarktungsagentur "CAA Eleven" insgesamt 60 Spiele des DFB-Teams für die kommenden sechs Jahre verkauft. Nach SPORTBUZZER-Informationen soll der Deal Anfang April offiziell bekannt gegeben werden. Die Medienanstalten wollten dies auf Nachfrage noch nicht bestätigen.

Das gesamte Paket, welches die UEFA zum Verkauf stellte, umfasst europaweit mehr als 1200 Spiele. Wegen der Corona-Pandemie verzögerte sich der Prozess, erst im Spätherbst und dann im Dezember des Vorjahres hätte die Vermarktung eigentlich abgeschlossen sein sollen. Für das DFB-Team haben sowohl die für den Rechtekauf von ARD und ZDF zuständige Agentur "Sport A" sowie RTL die Übertragung von je 30 Partien erworben. Die Öffentlich-Rechtlichen teilen sich diese noch untereinander auf. In den Paketen enthalten sind drei Zyklen: 2022/23, 2024 bis Sommer 2026 und Herbst 2026 bis 2028, in denen jeweils 20 Spiele stattfinden, darunter sechs Nations-League-Gruppenspiele, die Qualifikationspartien für die Weltmeisterschaft 2026 und die Europameisterschaft 2028 sowie Testspiele. Nicht inkludiert sind dagegen die Rechte für die großen Turniere, die längst gesondert vermarktet wurden.

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Jeder Sender zeigt Spiele aus allen Wettbewerben

Anders als zuvor wird jeder Sender künftig Begegnungen der Nationalelf aus allen Wettbewerben zeigen. Bisher hatte RTL die Übertragungsrechte für die Qualifikation zu EM und WM, während ARD und ZDF die Freundschaftsspiele zeigten. Dem SPORTBUZZER liegt die genaue Aufteilung für die kommenden Jahre vor. Im ersten Zyklus bis Ende 2023 teilen sich die 20 Spiele wie folgt auf: Die Öffentlich-Rechtlichen und RTL übertragen jeweils drei Gruppenspiele des DFB-Teams in der Nations League und sechs Testspiele. Zu diesen neun Partien pro Rechteinhaber kommt entweder ein Spiel aus den Nations-League-Finals (sollte sich Deutschland dafür qualifizieren) oder ein alternativ stattfindender Test. Qualifikationsspiele für die EM 2024 entfallen naturgemäß, weil Deutschland als Gastgeber gesetzt ist.

Der Erlös für den TV-Vertrag ist nach SPORTBUZZER-Informationen im Vergleich zur nun zu Ende gehenden Rechteperiode leicht gesunken. Insgesamt haben sich ARD, ZDF und RTL die Übertragung der DFB-Spiele zusammen rund 400 Millionen Euro kosten lassen. Davon kassiert der DFB einen Teil, der Rest bleibt bei der UEFA und ihrem Vermarkter. Ein Abwandern von DFB-Spielen aus dem Free-TV ist laut Rundfunkstaatsvertrag nicht möglich. Länderspiele müssen im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein.