28. Dezember 2021 / 12:15 Uhr

Nationalspieler, Deutsche Meister, Bundesliga-Handballer und Ausdauer-Spezialisten

Nationalspieler, Deutsche Meister, Bundesliga-Handballer und Ausdauer-Spezialisten

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Der gebürtige Woltorfer Martin Hanne (oben links) spielte sich bei den Handballern der TSV Hannover-Burgdorf in den Bundesliga-Kader und unterschrieb einen Profi-Vertrag. Trampolin-Turnerin Sheridan Kola (oben Mitte) und Discgolfer Joris Richter (oben rechts) wurden Deutsche Meister, Leichtathletin Amira Weber (unten links) mehrfache Landesmeisterin. Triathlet Niklas Arndt (unten Mitte) qualifizierte sich für den Iron-Man auf Hawaii und Schütze Maximilian Selle fuhr sein bestes Ergebnis bei der DM ein.
Der gebürtige Woltorfer Martin Hanne (oben links) spielte sich bei den Handballern der TSV Hannover-Burgdorf in den Bundesliga-Kader und unterschrieb einen Profi-Vertrag. Trampolin-Turnerin Sheridan Kola (oben Mitte) und Discgolfer Joris Richter (oben rechts) wurden Deutsche Meister, Leichtathletin Amira Weber (unten links) mehrfache Landesmeisterin. Triathlet Niklas Arndt (unten Mitte) qualifizierte sich für den Iron-Man auf Hawaii und Schütze Maximilian Selle fuhr sein bestes Ergebnis bei der DM ein. © Foto: Florian Petrow
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Einer wurde Handball-Profi, einer Fußball-Nationalspieler. Die Erfolgsserie von Peiner Sportlern im Jahr 2021 ist lang. Da gab es Siege bei Deutschen Meisterschaften und Qualifikationen für Weltmeisterschaften. Im Jahresrückblick erinnert die PAZ-Sportredaktion an die erfolgreichsten Akteure aus dem Kreis Peine.

Es gibt etliche gute Sportler im Landkreis Peine – und einige herausragende, die auch überregional Aufmerksamkeit erregten. Im Jahr 2021 zählten dazu:

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Martin Hanne: Im März unterschrieb der 19-jährige Woltorfer einen Profi-Vertrag beim Handball-Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf. „Für mich erfüllt sich ein Lebenstraum“, sagte der Rückraumspieler. Er ist der Sohn der früheren Zweitliga-Spielerin Carola Hanne (geb. Czech/MTV Vater Jahn Peine) und des einstigen Oberliga-Handballers Jürgen Hanne (Grün-Weiß Himmelsthür). Martin hatte bei der HSV Vechelde-Woltorf mit dem Handballspielen begonnen, war in der D-Jugend zur HSG Nord und später zur B-Jugend der Recken gewechselt und entwickelte sich dort zum Jugendnationalspieler. „Er ist ein riesiges Talent und entwickelt sich jeden Tag weiter“, lobte der damalige Recken-Trainer Carlos Ortega.

Benjamin Duda: Als feststand, dass Havelses Fußballtrainer Jan Zimmermann zum Saisonende zum Zweitligisten Hannover 96 wechseln wird, war der Peiner Benjamin Duda heißer Kandidat für dessen Nachfolge. Er hatte bereits angekündigt, den Regionalligisten VfV 06 Hildesheim zum Saisonende zu verlassen. Dort hat er sich mit sehenswertem Pressingfußball einen Namen gemacht. Havelse stieg am Saisonende in die dritte Liga auf, aber Duda wurde nicht Zimmermanns Nachfolger. Der 32-Jähirge wechselte auch nicht zum VfB Lübeck, wo er im Gespräch war, sondern zum Regionalligisten VfB Germania Halberstadt.


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Amira Weber: Die 15-Jährige von der LG Peiner Land setzte auf Bundesebene einige Achtungszeichen. Im Hochsprung wurde sie bei den Deutschen Meisterschaften Fünfte mit 1,65 Metern. Ein noch besserer Platz war drin, aber sie berührte die auf 1,68 Meter liegende Latte ganz leicht, und sie fiel herunter. Bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften rief sie in einem starken Feld gute Leistungen ab. Mit ihren Paradedisziplinen, dem Hochsprung und dem Kugelstoßen, kämpfte sie für eine lange Zeit um eine vordere Platzierung. Die Bestleistung von 3651 Punkten reichten am Ende für Platz elf. Vorher im Juli hatte sich die Peinerin die Titel als Vierkampf- und Siebenkampf-Landesmeisterin geholt. Bereits im Juni war sie Landesmeisterin im Blockwettkampf der U16 geworden.

Sarina Barth: Die 18-jährige Sprinterin erlebte bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in der Leichtathletik mit dem vierten Platz über 400 Meter und dem fünften über 200 Meter ein Sahne-Wochenende. Die Peinerin, die für den Isernhagener Verein „Rukeli Trollmann“ startete, reiste als dreimalige Niedersachsenmeisterin (100 Meter, 200 Meter und 400 Meter) sowie als Norddeutsche Meisterin über 100 und 200 Meter zu den Wettkämpfen Ende Juli nach Rostock.

Wilfried Häusler: Seinen 40. Deutschen Meistertitel errang der Peiner Wilfried Häusler Anfang September im Kraftdreikampf – mit 79 Jahren. Das brachte ihn ins Fernsehen. SAT.1 drehte einen Beitrag bei ihm zuhause und im Trainingsraum beim MTV Vater Jahn Peine.

Tolcay Cigerci: Der Bruder von Tolga Cigerci (Fußball-Profi in der Türkei) lernte bei Arminia Vöhrum und dem VfB Peine das Fußballspielen, kickte beim VfL Wolfsburg (U19), Hamburger SV, Greuther Fürth, Berliner AK, und wechselte dann von VSG Altglienicke zu Viktoria Berlin. Beim Drittligisten glänzt der 26-Jährige als torgefährlicher Stürmer, schoss zum Beispiel beim 4:0-Sieg gegen Eintracht Braunschweig Anfang August zwei Tore. Mittlerweile hat er sieben Tore für die Berliner erzielt.

Niklas Arndt: In 9 Stunden 38 Minuten und 40 Sekunden schwamm der Stederdorfer in Estlands Hauptstadt Tallinn 3,8 Kilometer, fuhr 180 Kilometer mit dem Rad und lief einen ganzen Marathon über 42,195 Kilometer. Für den 47-jährigen Triathleten ging damit ein Lebenstraum in Erfüllung, „den ich seit 30 Jahren habe“: Er qualifizierte sich für den Ironman auf Hawaii. Und dann hatte er Pech: Die Weltmeisterschaft sollte im Oktober stattfinden, wurde aber coronabedingt verschoben und soll nun erst im Mai 2022 in St. George im US-Bundesstaat Utah ausgetragen werden.

Joris Richter: Dass er sich so schnell in der offenen Klasse zurechtfindet, damit hatte der Discgolfer aus Peine nicht gerechnet. Bei seinem ersten großen Turnier im Jahr 2021 überraschte er die Erwachsenen und beendete die Berlin Open auf dem zweiten Platz. Er verteidigte seinen Deutschen Jugendtitel und setzte mit Platz sieben bei der Europameisterschaft in Tschechien auch international eine erste Duftmarke. Der 18-Jährige plant für 2022 sein Abitur und möchte national die großen Turniere spielen und sich auch auf europäischer Bühne bekannter machen.

Eris-Andi Lushtaku, Amira Jomaa, Engin Aslan, Resul Kocak und Kerem Yilmaz: Die Peiner Boxer kämpften in verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen um die Deutsche Meisterschaft. Den Titel holten Eris-Andi Lushtaku (+80 kg/U15) und Amira Jomaa (-75 kg/U15). Engin Aslan (-80 kg/U22) und Resul Kocak (-81 kg/U19) verloren jeweils im Finale recht knapp und wurden mit Silber ausgezeichnet, Kerem Yilmaz (-56 kg/U19) holte Bronze.

Christoph Götze: In der Triathlon-Langdistanz (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,2 Kilometer Laufen) hat Christoph Götze von den Tri-Speedys Peine überraschend die Silbermedaille bei der Deutschen Meisterschaft in der Altersklasse 60 geholt. 10:43 Stunden brauchte er im fränkischen Roth für die Königsdisziplin dieses Sports.

Sheridan Kola, Luisa Hinrichs und Mila Qollakaj: Die Trampolin-Turnerinnen vom MTV Vater Jahn Peine gewannen jeweils in ihren Altersklassen (2005, 2010, 2011) mit der niedersächsischen Mannschaft Gold bei den Deutschen Meisterschaften. Die 15-jährige Sheridan war vorher im Oktober bereits bei der deutschen Einzel-Meisterschaft gestartet und Fünfte geworden.

Maximilian Selle: Der Silberkamp-Schüler überraschte sich selbst bei den Deutschen Meisterschaften im Kleinkaliber-Wettbewerb. Nach 3x20 Schuss hatte er den dritten Platz errungen. Schon dreimal war er zuvor bei der DM gestartet. „Die Bronzemedaille jetzt ist das höchste, was ich bisher erreicht habe“, sagte er.

Angelina Gensrich: Freude und Enttäuschung lagen dicht beieinander bei der Tänzerin aus Stederdorf. Die 18-Jährige hatte mit der Standard-Formation des Braunschweiger TSC den Titel bei der Deutschen Meisterschaft geholt. Damit qualifizierte sich die Formation für die Weltmeisterschaft in Braunschweig. Aber die wurde kurzfristig zwei Tage vor Beginn vom Gesundheitsamt aus Corona-Schutzgründen abgesagt.

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Elijas Aslanidis: Zum ersten Mal erhielt der 15-jährige Fußballer eine Einladung zum Länderspiel – und zwar nicht zum Zuschauen, sondern zum Mitspielen. Der Silberkamp-Schüler durfte im Testspiel der U16-Nationalelf gegen Tschechien gleich durchspielen und schoss prompt das Tor zum 2:1. Endstand 2:3.

Thorsten Margis: Zweimal Olympiasieger, achtmal Weltmeister, viermal Europameister: Als Bob-Anschieber hat der in Adenstedt aufgewachsene Thorsten Margis bisher schon fast alles abgeräumt, was geht. Zum Jahresende fügte er im November und Dezember noch acht Siege mit dem Zweier- und Viererbob im Weltcup hinzu, jeweils mit Pilot Francesco Friedrich.