08. Oktober 2019 / 07:31 Uhr

Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid rechnet mit Profi-Fußball ab: "Das Geschäft ist falsch"

Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid rechnet mit Profi-Fußball ab: "Das Geschäft ist falsch"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Philipp Wollscheid hat zwei Jahre nach seinem stillen und heimlichen Karriere-Ende ein kritisches Urteil über die Branche Profi-Fußball gefällt.
Philipp Wollscheid hat zwei Jahre nach seinem stillen und heimlichen Karriere-Ende ein kritisches Urteil über die Branche Profi-Fußball gefällt. © dpa
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Philipp Wollscheid fällt kein gutes Urteil über seine Karriere als Profi-Fußballer. Der Ex-Nationalspieler und frühere Bundesliga-Akteur möchte dennoch später einmal in der Branche arbeiten.

Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid hat zwei Jahre nach seinem stillen und heimlichen Karriere-Ende ein kritisches Urteil über die Branche Profi-Fußball gefällt. "Das Geschäft im allgemeinen ist einfach falsch", sagte der 30-Jährige der Deutschen Presse-Agentur: "An einem Tag wird man von allen in den Himmel gelobt, am nächsten ist man dann nicht mehr gut genug. Dieses Auf und Ab habe ich nie gut ausgehalten."

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Vor zwei Jahren beendete der frühere Innenverteidiger seine Karriere, ohne dies je offiziell bekannt zu geben. Wollscheid spielte für den 1. FC Nürnberg, Bayer Leverkusen, Mainz 05 und den VfL Wolfsburg in der Bundesliga, für Bayer auch in der Champions League, für Stoke City in der Premier League, für den FC Metz und zweimal für die Nationalmannschaft.

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Wie ein Traum habe sich seine Karriere aber trotzdem "nie wirklich angefühlt", sagte er: "Es sieht von außen so aus, weil man viel Geld verdient und viel Anerkennung bekommt. Aber für mich war es die meiste Zeit über einfach nur ein Job." Das Fußballspielen selbst habe er "immer geliebt", versicherte er. "Das dauerhafte Unterwegssein, Trainingslager und die Entfernung von Partner, Familie und Freunden schon weniger."

Wollscheid: "Ich will es anders machen"

Seit dem Karriere-Ende hat er schon erfolgreich ein Sportmanagement-Studium in St. Gallen und auf Schalke absolviert, außerdem kandidiert er für ein Führungsamt beim Saarländischen Fußball-Verband. Später will er Trainer oder Funktionär werden. Trotz seiner teilweise bitteren Erfahrungen. "Ich will es anders machen", sagte er zur Begründung. "Ich will - wie einige wenige, die ich hatte - der Trainer sein, der die Spieler aufrichtig und korrekt behandelt."