15. Oktober 2020 / 12:45 Uhr

Portugal und Belgien auf Kurs, Island steigt ab: So ist der Stand in der Nations League

Portugal und Belgien auf Kurs, Island steigt ab: So ist der Stand in der Nations League

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Portugal, Belgien und Polen - drei Nationen, für die es in der Nations League zurzeit richtig gut läuft.
Portugal, Belgien und Polen - drei Nationen, für die es in der Nations League zurzeit richtig gut läuft. © imago images/Montage
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Die Nations League biegt im November mit den letzten beiden Spielen der Gruppenphase auf die Zielgeraden ein - wie ist der Stand in den verschiedenen Ligen mit Blick auf Aufstieg, Abstieg und den Einzug ins Final Four, der Endrunde im Oktober 2021? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

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Seit Mittwoch ist der vierte Spieltag der Nations League Geschichte, die nun im November mit den zwei entscheidenden Spielen der Gruppenphase auf die (vorläufige) Zielgerade einbiegt. Noch ist in allen vier Staffeln der A-Liga unklar, wer den Einzug ins Halbfinale schafft und wer - mit einer Ausnahme - in die zweitklassige B-Liga absteigen muss. Zur Erinnerung: Die Sieger der A-Ligen qualifizieren sich für die Finalrunde, alle übrigen Staffelgewinner schaffen den Aufstieg, während es für alle Gruppenletzten in die jeweils nachgeordnete Liga geht.

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Erste Tendenzen über Halbfinal-Einzüge sowie Auf- und Abstiege haben sich unter der Woche ergeben. Der SPORTBUZZER blickt auf die vier Nations-League-Ligen mit ihren diversen Staffeln. Wie ist der Stand?

Liga A, Gruppe 1

Mit seinem Doppelpack schoss Robert Lewandowski Polen nicht nur zu einem deutlichen 3:0-Heimsieg gegen Bosnien-Herzegowina, sondern auch an die Tabellenspitze der ersten Gruppe der A-Liga. Hauptkonkurrent Italien kam gegen den Vorjahresfinalisten aus den Niederlanden nicht über ein 1:1 hinaus. Nach vier Spieltagen haben die Polen sieben Punkte, Italien steht bei sechs, Holland bei fünf und Bosnien-Herzegowina bei zwei Punkten.

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Liga A, Gruppe 2

Die 0:1-Pleite gegen Dänemark hätte England nicht passieren dürfen. Das Team von Gareth Southgate rutschte vom ersten auf den dritten Platz ab. Neuer Leader der Staffel sind die Belgier, die gegen ausnahmsweise wegen einer Quarantäne trainerlose Isländer mit 2:1 gewinnen konnten und nun mit neun Zählern vor den Dänen und Engländer stehen, die jeweils sieben Zähler aufweisen. Island bleibt punktloses Schlusslicht der Gruppe und steht als bislang einzige Nation bereits als Absteiger in die B-Liga fest.

Liga A, Gruppe 3

Europameister Portugal ist auch ohne den mit Covid-19 infizierten Cristiano Ronaldo auf dem besten Weg, den Vorjahreserfolg in der Nations League zu wiederholen. Durch das klare 3:0 gegen Schweden bleiben die Iberer Spitzenreiter der dritten Gruppe. Der Angriff von Weltmeister Frankreich, das die Wiederauflage des WM-Endspiels von 2018 gegen Kroatien mit 2:1 für sich entscheiden konnte, wurde abgewehrt. Die Portugiesen und die Franzosen, die als deutsche Gruppengegner bei der EM im kommenden Jahr feststehen, liegen mit jeweils zehn Punkten gleichauf und haben den Klassenerhalt bereits sicher. Kroatien (3) und die noch punktlosen Schweden sind bereits deutlich abgeschlagen und müssen um den Ligaverbleib zittern.

Liga A, Gruppe 4

Deutschland hat es gegen die Schweiz verpasst, aus der Niederlage von Spanien in der Ukraine (0:1) Kapital zu schlagen. Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw, die zuvor knapp in der Ukraine gewonnen hatte, kam im Duell mit den Eidgenossen nicht über ein 3:3 hinaus und bleibt einen Punkt hinter den Spaniern. Die Iberer führen die letzte A-Liga-Gruppe mit sieben Punkten vor Deutschland und der Ukraine (beide 6) an, die Schweiz konnte bisher lediglich zwei Zähler sammeln und bleibt abgeschlagen.

Liga B

In der Staffel B1 haben Österreich und Norwegen nach ihren Siegen gegen Rumänien und Nordirland (jeweils 1:0) am Mittwoch sowohl den Klassenerhalt sicher als auch weiterhin gute Chancen, an den letzten beiden Spieltagen den Aufstieg in die A-Liga zu schaffen. Dabei zeichnet sich ein Showdown am letzten Spieltag ab, wenn es in Wien zum direkten Duell kommt. Beide stehen punktgleich bei neun Zählern. Für Rumänien (4) und Nordirland (1) geht es in den letzten Spielen dagegen nur darum, nicht in die C-Liga abzusteigen. Auch hier kommt es am 18. November in Belfast zum womöglich entscheidenden direkten Duell.

Die seit acht Spielen ungeschlagenen Schotten haben in der B2-Staffel beste Karten, aufzusteigen. Nach dem 1:0-Sieg gegen den direkten Konkurrenten aus Tschechien steht die Mannschaft von Steve Clarke zwei Spieltage vor dem Ende bei zehn Punkten, die Tschechen bei sechs. Ein Remis aus den letzten beiden Spielen könnte den Schotten angesichts der besseren Tordifferenz womöglich schon reichen, um den Sprung in die A-Liga unter Dach und Fach zu bringen - ein Sieg in jedem Fall. Israel (5) kann den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen, der Slowakei (1) dagegen droht der Abstieg.

Eng ist der Kampf um Aufstieg und Abstieg in der stark besetzten dritten B-Staffel, wo Tabellenführer Russland (8) und Ungarn (7) beinahe gleichauf liegen, die Türkei (3) und Serbien (2) bereits leicht abgeschlagen folgen. Selbst die Russen und die Ungarn könnten in den letzten beiden Spielen bei Niederlagen gegen die Serben und die Türken allerdings noch bis auf den letzten Platz zurückfallen.

Auch in der B4-Gruppe ist noch nichts entschieden: Gute Karten auf den Aufstieg haben Wales und Finnland, die mit zehn respektive neun Punkten nach Siegen gegen Irland (2) und Bulgarien (1) beinahe Kopf an Kopf liegen. Lösen die Teams ihre Pflichtaufgaben am vorletzten Spieltag (Wales trifft auf Irland, Finnland reist nach Bulgarien), dann kann es am 18. November in Cardiff noch um den Aufstieg gehen. Zeitgleich treffen in Dublin die Iren und Bulgaren aufeinander; dort wird sich entscheiden, wer auch in der kommenden Saison in der zweithöchsten Nations-League-Klasse ran darf.

Liga C

Mit dem 2:1-Sieg in Montenegro setzte sich Luxemburg überraschend an die Spitze der C1-Staffel, ist mit neun Punkten nach vier Partien nun punktgleich mit der Balkan-Nation. Im Hintertreffen bleiben Aserbaidschan (4) und Zypern. Im Kampf um den Klassenerhalt verpasste Aserbaidschan im direkten Duell am Dienstag eine Vorentscheidung. Die Partie, die wegen der Unruhen in Berg-Karabach in Albanien ausgetragen wurde, endete 0:0. Damit erhält sich Zypern die Chance, mit Punktgewinnen in den letzten beiden Spielen noch den Klassenerhalt zu schaffen.

Gruppe C2 bleibt wohl bis zuletzt spannend: Nordmazedonien (6), Georgien (6) und Armenien (5) liegen nach vier Partien beinahe gleichauf. Einzig Estland (2) wird im Rennen um den Aufstieg nicht mehr mitreden. Den Abstieg können die Balten jedoch noch aus eigener Kraft verhindern.

Slowenien hat in C3 beste Chancen, in die B-Liga aufzusteigen - wo das Team um Torwart-Superstar Jan Oblak (Atlético Madrid) in Sachen individueller Klasse auch hingehört. Nach vier Spielen stehen drei Siege und ein Remis sowie eine Tordifferenz von 6:0 zu Buche. Die zehn Punkte garantieren den Aufstieg allerdings noch nicht, denn Griechenland (8 Punkte) bleibt den Slowenen auf den Fersen - diese werden am letzten Spieltag in Athen bestehen müssen, wenn sie in der kommenden Saison in der B-Liga spielen wollen. Um den Klassenerhalt kämpfen der Kosovo (2) und Moldau (1).

Nach vier Spielen trennen den Ersten und den Letzten der Staffel C4 ganze drei Pünktchen - somit haben alle Mannschaften noch die Möglichkeit, an den letzten beiden Spieltagen im November auf- und abzusteigen. Eine spannende Konstallation. Die besten Karten hat zurzeit Belarus, das mit sieben Punkten die Staffel anführt. Dahinter folgen, jeweils mit fünf Punkten, Litauen und Albanien sowie Kasachstan, das derzeit mit vier Zählern Schlusslicht ist. Kurios: Auch nach Toren zeichnet sich im Grunde keine Tendenz ab - alles bewegt sich im Radius von +/-1. Alles offen.


Die DFB-Kandidaten für die EM 2021 im Chancen-Check

Für die Europameisterschaft 2020, die 2021 nachgespielt werden soll, muss Bundestrainer Joachim Löw noch die ideale Kader-Besetzung aus vielen Kandidaten finden. Der <b>SPORT</b>BUZZER bewertet die Chancen der einzelnen Spieler wie Antonio Rüdiger (von links), Jonas Hofmann und Marco Reus. Zur Galerie
Für die Europameisterschaft 2020, die 2021 nachgespielt werden soll, muss Bundestrainer Joachim Löw noch die ideale Kader-Besetzung aus vielen Kandidaten finden. Der SPORTBUZZER bewertet die Chancen der einzelnen Spieler wie Antonio Rüdiger (von links), Jonas Hofmann und Marco Reus. ©

Liga D

Einzig Malta kann Färöer noch am Sprung in die C-Liga hindern - und das thereotisch sogar am letzten Spieltag, wenn es auf Malta zum Duell der beiden Insel-Nationalmannschaften kommt. Die Färöer-Inseln haben mit zehn Punkten allerdings die bessere Ausgangslage, Malta (5) muss an den letzten Spieltagen schon viel Druck entwickeln - und Färöer in Lettland patzen. Die Letten (3) und Andorra (2) sind abgeschlagen. Immerhin: absteigen kann man aus der D-Liga nicht mehr...

In der D2-Klasse sind mit Gibraltar, Liechtenstein und San Marino nur noch drei Zwergstaaten vertreten. San Marino gelang am Dienstag zwar der erste Punktgewinn seit langer Zeit, der Aufstieg ist aber nicht mehr möglich. Gibraltar (sechs Punkte) konnte bisher seine beiden Spiele gewinnen und liegt bei einem weniger absolvierten Spiel schon an der Spitze. Was folgt, sind zwei Matchbälle gegen San Marino am 14. November und gegen Liechtenstein (vier Punkte) drei Tage später. Der Lohn für die Südeuropäer wäre ein Platz in der C-Liga.