26. März 2020 / 08:23 Uhr

Naundorfer Gründungsmitglied Duckhorn: Ein Leben für den Fußball

Naundorfer Gründungsmitglied Duckhorn: Ein Leben für den Fußball

Heiko Wittig
SPORTBUZZER-Nutzer
Der Ball ist auch mit 80 Jahre noch sein Freund: Bernd Duckhorn. USER-BEITRAG
Der Ball ist auch mit 80 Jahre noch sein Freund: Bernd Duckhorn. © Wolfgang Sens
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Das Gründungsmitglied der BSG Traktor Naundorf Bernd Duckhorn feiert 80. Geburtstag und ist immer noch als Schiedsrichter aktiv.

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Nordsachsen. Bei bester Gesundheit feierte der Krippehnaer Bernd Duckhorn kürzlich seinen 80. Geburtstag. Seine Fitness ist kein Wunder, denn seit Kindesbeinen gehört der Sport zu seinem Leben. Ob Leichtathletik, Turnen oder was auch immer, Bernd Duckhorn war in seiner Jugend überall dabei. Besonders angetan hatte es ihm aber der Fußball.

Zunächst spielte er seiner Schulmannschaft, dann in Jesewitz und Eilenburg im Verein. Doch warum sollten er, der damals noch in Naundorf wohnte, und seine Freunde immer woanders hin fahren? So kam es, dass Bernd Duckhorn 1957 zu den Gründungsmitgliedern der BSG Traktor Naundorf gehörte. Fortan jagten er und seine Mitspieler im Heimatort dem Ball hinterher. Nachdem zunächst in Krippehna gespielt wurde, wurde 1961 der Waldsportpark in Naundorf eingeweiht. Noch heute wird diese Sportanlage von den Mannschaften des heutigen SV Naundorf rege genutzt.

Doch Fußball ohne Schiedsrichter geht nun mal nicht. So zögerte der umtriebige Sportsmann nicht lange, griff zur Pfeife und hing sie bis zum heutigen Tage nicht an den Nagel. Damit ist er mit über einem halben Jahrhundert im Einsatz nun der dienstälteste Unparteiische im gesamten Nordsächsischen Fußballverband.

Enormer Aufwand als Ansetzer

Doch damit nicht genug. Von 1970 bis 1990 fungierte der aufgrund seiner immer fröhlichen und kameradschaftlichen Art allseits beliebte Bernd Duckhorn außerdem als Schiedsrichteransetzer. Um die 30 Referees musste er Woche für Woche für die Spielen einteilen. Was heute mit einem Klick im Internet geht, war damals ein enormer Aufwand. An alle Schiedsrichter waren von Spieltag zu Spieltag Karten zu schreiben, denn selbst Telefone gab es nur sehr vereinzelt. „Dafür waren damals alle begeistert bei der Sache“, erinnert sich der Jubilar, „Absagen von Spielen gab es kaum und wenn musste auch mal ein Telegramm helfen.“

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Selbstverständlich blieb das Naundorfer Fußball-Urgestein auch nach der Wende seinem geliebten Hobbytreu. Ab und an gingen nun die Fahrten zu den Spielen nicht nur nach Eilenburg und in die Umgebung, denn der Fußballkreisverband wurde größer. Das aber störte ihn nicht, und seine Frau Helga hatte sich längst an seine Abwesenheit an den Wochenenden gewöhnt. „Ohne die Unterstützung meiner Frau hätte ich meinem Hobby nie so frönen können“, ist er seiner Gattin überaus dankbar.

Nun aber denkt Bernd Duckhorn doch an den Abschied von der schwarzen Kluft. Das alljährliche Naundorfer Vereinsturnier Ende Juni soll der Schlusspunkt sein. Noch kann sich der heutige Schiedsrichteransetzer Manfred Otto nicht recht an den Gedanken gewöhnen. „Auch wenn Bernd seit einiger Zeit keine Männerspiele mehr pfeift, aber als Schiedsrichterassistent oder als Schiedsrichter bei Nachwuchsspielen auf dem Kleinfeld kann ich ihn immer einsetzen. Wenn Not am Mann ist, weiß ich, dass ich Bernd zu jeder Zeit anrufen kann“, fand Manfred Otto lobende Worte.

Offizielle Ehrung

Für all seine Aktivitäten wurde Bernd Duckhorn wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag auch offiziell gebührend geehrt. Der Nordsächsische Fußballverband nominierte ihn für die Auszeichnungsveranstaltung „Danke Schiri“. Über diese Ehrung durch den Präsidenten des Sächsischen Fußballverbandes Hermann Winkler an der Sportschule Leipzig freute sich Duckhorn sehr. Neben der Ehrenurkunde und Sachpreisen war für den begeisterten Fußballfan der Besuch des Bundesligaspiels RB Leipzig gegen Bayer Leverkusen natürlich ein besonders schönes Präsent.

„Oft war ich noch nicht in Leipzig im Stadion“, erinnert sich der Ausgezeichnete an den Besuch in der Red Bull-Arena, „wer soll denn die Spiele an den Wochenenden pfeifen, wenn wir Schiedsrichter uns dort herumtreiben würden“, lacht er in seiner ureigenen lustigen Art.

Und wenn er in der Vergangenheit mal nicht im Einsatz war, dann lag ihm der Besuch bei seinen Naundorfer Jungs im Waldsportpark immer noch näher am Herzen als der Bundesligafußball, den er ja abends im Fernsehen in aller Ausführlichkeit genießen kann. All das möge noch lange so bleiben, wünschten ihm seine Geburtstagsgäste und versicherten, in fünf Jahren zur nächsten größeren Geburtstagsfeier wiederzukommen.

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