02. Dezember 2019 / 08:12 Uhr

Naunhofer Oldies stibitzen drei Zähler aus Borna

Naunhofer Oldies stibitzen drei Zähler aus Borna

Ingo Dießner
Leipziger Volkszeitung
Bornas Erik Preiß (links) und Naunhofs Torwart Dennis Friedrich (rechts) spurten zum Ball.
Bornas Erik Preiß (links) und Naunhofs Torwart Dennis Friedrich (rechts) spurten zum Ball. © Jens Paul Taubert
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Fußball-Kreisoberliga: Die Gruhne-Elf muss sich dem SV Naunhof mit 1:2 geschlagen geben. Der 52-jährige Fischer schießt das entscheidende Tor kurz vor Schluss

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Borna. Nun sollte es aber mal in allen Teilen der Mannschaft des Bornaer SV angekommen sein. Auch nach dem sensationellen Auftritt in Großsteinberg (8:2), ist immer vor dem nächsten Spiel und Gegner. Und der hieß am Samstag Naunhof. Die, an einem Neuanfang arbeitend, alles aufboten, was die Vereinshistorie und die Spielberechtigungsliste hergaben. Da war ein in Borna bestens bekannter Benjamin Fraunholz mit seinen 34 Jahren in der Startelf fast schon als jugendlich zu bezeichnen. Dass ein Andreas Fischer mit 52 Lenzen noch auf dem Kunstrasen auflief, war fast schon eine Sensation. Und genau dieser Sportfreund sollte noch eine entscheidende Rolle im Spielverlauf haben. Vor dem Spiel war in der anderen Kabine jedenfalls eitel Sonnenschein, endlich Platz eins der Tabelle – da, wo man sich als selbstverständlich sieht. In der Nachbarkabine ein Gegner, der personell auf dem Zahnfleisch angereist war.

Wille und Einsatz bei Naunhof

Was könnte da die vorweihnachtliche Stimmung trüben? Ein SV Naunhof, der mehr Willen und Einsatz auf den Platz brachte, sich von Beginn an in jeden Zweikampf warf. Und natürlich auch mit Fraunholz jemanden in seinen Reihen hatte, der auch mal allein ein Spiel entscheiden kann. Naunhof zu Beginn mit den besseren Möglichkeiten, der BSV musste erst mit der Situation klarkommen. Besonders hübsch anzuschauen zwei Versuche von Fraunholz aus der Distanz, der Welz im Tor des BSV so zu überlisten versuchte – beide Male fehlte aber die Präzision. So gegen Mitte der ersten Hälfte rafften sich die Hausherren mal auf, wurden besser und sicherer in ihren Aktionen.

Auch wenn immer noch viele Bälle durch unsaubere Annahmen oder schlechte Zweikämpfe verloren gingen, der BSV schaffte es mal, Naunhof mehr mit Abwehrarbeit zu beschäftigen. Und prompt gab es die Belohnung für die Mühe, Neumann klärte einen Naunhofer Angriffsversuch, über zwei, drei Stationen kam das Spielgerät zu Preiß, dessen butterweiche Flanke fand den Kopf von Haase. Friedrich im Gästetor konnte den Ball nur prallen lassen, Erik Mäder setzte gedankenschnell nach und schob zur Führung ein (35.). Nun brannte der BSV kein Feuerwerk ab, wie solch eine Führung vermuten lassen könnte.

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Stattdessen schaltete man wieder in den Schonmodus, bis zur Pause passierte nicht mehr viel. Aus der Naunhof gleich hellwach kam, manche der nur 55 Zuschauer waren vermutlich noch am Glühweinstand, als eine Serie von vier Schüssen das Tor der Hausherren traf. Aber entweder konnte Welz großartig reagieren, oder ein Bein wurde noch in die Schussbahn gebracht. Eigentlich ein Warnsignal an die Schwarz-Gelben, Naunhof hatte hier noch etwas vor. Aber erst einmal beruhigte sich alles wieder, der BSV nun mit mehr Ballbesitz, Naunhof verteidigte tiefer. Aber echte Torchancen? Mangelware. Die gab es auf der anderen Seite zu sehen. Dieses Mal war es Tommy Graichen, der sah, dass Welz weit vor seinem Kasten stand und versuchte sich mal aus gut 40 Metern. Welz, schnell zurücklaufend, kratzte den Ball noch unter der Querlatte hervor. Andere Seite, nur wenige Zeigerumdrehungen später, plötzlich war Preiß nach feiner Zuarbeit durchgebrochen, alleinstehend vor Friedrich haute er den Ball aber ins Fangnetz.

Borna fehlt der Punch

Naunhof nun in seinen Bemühungen effizienter, aber keineswegs ungefährlicher. Ein Freistoß in den Strafraum gechipt, die Abwehr des BSV im Tiefschlaf, Große alleinstehend vor Welz schoss das Ding ebenfalls neben das Tor. Der BSV versuchte weiterhin auf 2:0 zu stellen, aber irgendwie fehlte den Angriffen der richtige Punch.

Und genau in die Bemühungen hinein ein flotter Konter der Gäste, der Schuss von Burkert konnte noch mit der Fußspitze zur Ecke geklärt werden. Die segelte hinein, die Abwehr fiel Fraunholz genau vor die Füße. Und der nagelte das Leder mit all seiner Erfahrung unhaltbar unter den Giebel zum vielumjubelten Ausgleich (72.). Nun wurde es noch einmal richtig spannend. Borna wollte, konnte aber irgendwie nicht so richtig, Naunhof wollte aber auch. Und setzte immer wieder gefährliche Konter in die Bemühungen des BSV hinein. Und dann passierte es, Ballverlust Borna an der Mittellinie, Pass zu Fraunholz, in der Mitte zum freistehenden Fischer, der zur 2:1-Führung der Gäste einschob. Auch wenn alles recht abseitsverdächtig aussah, musste man Fischer das Tor gönnen, der mit seinen 52 Jahren die ganze Partie durchhielt. Heute braucht er vermutlich ein Sauerstoffzelt, aber diesen Moment wird er sicher nie vergessen. In den restlichen Minuten war trotz eines Kopfballes von Baetge, der krachend am Aluminium landete, Naunhof dem 3:1 näher als der BSV dem Ausgleich. Der BSV muss sich fragen, warum man nach solch einer tollen Leistung letzte Woche nur sechs Tage später nichts auf den Rasen brachte. Parallelen zu den Ergebnissen im Mai 2019 dürfen gesucht werden, als Borna nach einem guten Auftritt zu Hause Otterwisch in die Kreisliga A schickte und nur eine Woche später bei einer „gestandenen Truppe“ die Meisterschaft verspielte.

Tore: 1:0 Mäder (35.); 1:1 Fraunholz (72.); 1:2 Fischer (88.)

Bornaer SV: Welz, Burkhardt, Mäder (59. Heisig), Wagner, Almoussa, Preiß (70. Winkler), Baetge, Haase, Günther, Neumann (86. Vorwerk), Wangermann

SR: Bachmann

ZS: 55

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