22. Mai 2020 / 10:03 Uhr

Naunhofs Handballer starten eine Etage tiefer wieder durch

Naunhofs Handballer starten eine Etage tiefer wieder durch

Roger Dietze
Leipziger Volkszeitung
BSC Naunhof
Das Männerteam des BSC Naunhof will sich in der neuen Spielklasse den Spaß am Sport erhalten. © Verein
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Naunhofs erste Männermannschaft steigt nach magerer Bilanz freiwillig von der Bezirksliga in die Bezirksklasse ab. Mit dieser Entscheidung soll sichergestellt werden, dass die Spieler den Spaß an dem Sport behalten.

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Naunhof. Der Blick auf die Tabelle der Handball-Bezirksliga ist aus Sicht der Männer des BSC Victoria Naunhof kein sonderlich erbaulicher. Mit gerade Mal einem Sieg bei 14 Niederlagen rangiert das von Ruben Asmus gecoachte Team auf dem letzten Platz. „Ich hätte die noch ausstehenden Partien gleichwohl noch gern ausgetragen“, so Asmus. Allerdings nicht, um eventuell doch noch den Abstieg aus eigener Kraft zu verhindern.

Denn die Entscheidung, dass die Mannschaft in der nächsten Saison eine Klasse tiefer in der Bezirksklasse antreten wird, sei im Verein unabhängig vom sportlichen Abschneiden getroffen und entsprechend beim sächsischen Handballverband angemeldet worden. „In diese Entscheidung eingeflossen sind die von uns in der vergangenen und aktuellen Saison gezeigten Leistungen, zudem sind einige Personalien in der Schwebe“, erläutert Asmus.

Spielern wieder Erfolgserlebnisse ermöglichen

Mit dem freiwilligen Abstieg wolle man den Spielern wieder Erfolgserlebnisse ermöglichen und erreichen, dass ihnen der Spaß an ihrem Sport erhalten bleibt. „Der ist uns spätestens in dieser Saison abhanden gekommen, wobei unser schlechtes Abschneiden auch damit zu tun hat, dass wir einige Familienväter und Schichtdienstler in unseren Reihen haben, bei denen die Prioritäten nachvollziehbar auf anderen Ebenen als auf der des Hobbys liegen“, so der BSC-Männercoach. „Und dies geht völlig in Ordnung, da auch mein Grundsatz der ist, dass das Private in jedem Fall Vorrecht hat.“

Gleichwohl sei das schlechte Abschneiden nicht nur das Ergebnis verschobener Prioritäten. „Der Fairness halber muss gesagt werden, dass wir einige Spiele sehr unglücklich und aufgrund einer mangelhaften Cleverness verloren haben und wir mit ein wenig mehr Glück und im Saisonverlauf an den Tag gelegten Abgeklärtheit auch in der Tabelle höher rangieren könnten“, so Asmus, der in diesem Zusammenhang an die knapp verlorenen Partie gegen den Tabellenführer Lok Leipzig Mitte II erinnert.

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„Insbesondere in dieser haben wir unsere Qualitäten unter Beweis gestellt, und vor diesem Hintergrund sollte es uns, sofern der Spielerstamm zusammen bleibt, in der nächsten Saison in der Bezirksklasse möglich sein, vorn mitzuspielen“, blickt der BSC-Männercoach in die nahe Zukunft, derweil die sportliche Gegenwart noch immer von Ungewissheit geprägt ist. „Ich stehe in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand und den Spielern, deren Fragen unter anderem nach der Wiederaufnahme des Trainings in der Halle ich jedoch nach wie vor nicht beantworten kann.“

Einfacher ist für Asmus demgegenüber die Frage zu beantworten, wann er mit Verstärkung aus den Reihen des eigenen Nachwuchses rechnen kann. In jedem Fall nicht zeitnah. „Einige unserer B-Junioren zeigen gute Ansätze. Bis sie aber die spielerische Reife für die erste Mannschaft haben werden, wird es dauern.“ Sofort zur Verfügung hingegen ständen die in der Kreisklasse sportlich beheimateten Akteure der Zweiten, von denen laut Asmus einige auch das Zeug für sein Team hätten. „Letztendlich muss das aber jeder Spieler für sich entscheiden, zudem liegt es auch in meinem Interesse, die Zweite nicht auseinander zu reißen.“