12. März 2019 / 20:47 Uhr

Nazi-Eklat beim Chemnitzer FC hat sportliche Folgen – Daniel Frahn gesperrt

Nazi-Eklat beim Chemnitzer FC hat sportliche Folgen – Daniel Frahn gesperrt

Guido Schäfer
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Frahn entschuldigt sich für Jubel mit Neonazi-Shirt in Chemnitz
Frahn entschuldigt sich für Jubel mit Neonazi-Shirt in Chemnitz
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Der Stürmer des Chemnitzer FC, der beim Torjubel ein in rechtsextremen Kreisen beliebtes Shirt zeigte, bekommt eine Zwangspause, deren Ende erst einmal offen ist.

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Leipzig. Nach dem Nazi-Eklat im Stadion des Chemnitzer FC hat der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) Stürmer Daniel Frahn mit sofortiger Wirkung gesperrt. Grundlage sei eine einstweilige Verfügung, die bis zur Entscheidung des NOFV-Sportgerichtes gelte, teilte der CFC am Dienstagabend mit. Zuvor habe der Verband den Verein über die Sperre informiert, hieß es.

Der NOFV begründete die Maßnahme mit den Vorfällen rund um die offiziellen Gedenkfeierlichkeiten für einen bekennenden und bekannten Neonazi im Rahmen der Partie des Chemnitzer FC gegen den VSG Altglienicke am vergangenen Samstag. Wie lange die Sperre andauert, ist bislang offen. Einen Termin für die Entscheidung des Sportgerichtes nannte der Verband bisher nicht. Der Beschluss sei im Einzelrichterverfahren gefällt worden, hieß es.

DURCHKLICKEN: Der CFC und seine Fans trauern um einen Neonazi

Schweigeminute vor dem Anpfiff: Ruhe in Frieden, Tommy, steht auf einem Banner. Der Fanblock zündet Pyrotechnik. Zur Galerie
Schweigeminute vor dem Anpfiff: "Ruhe in Frieden, Tommy", steht auf einem Banner. Der Fanblock zündet Pyrotechnik. ©
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Nach SPORTBUZZER-Informationen gab der NOFV zunächst keinen Zeitraum für die Strafe an. Fest steht aber, dass der CFC am Mittwoch ohne Frahn die Auswärtspartie beim BFC Dynamo bestreiten muss.

Der CFC-Stürmer Frahn hatte nach seinem Tor am Samstag ein T-Shirt hochgehalten, das die Aufschrift „Support Your Local Hools“ trug. Damit wollte er seine Anteilnahme am Tod von Thomas Haller bekunden. Haller, der an Krebs gestorben war, gilt als Mitbegründer der ehemaligen rechtsextremen Organisation"HooNaRa" (Hooligans, Nazis, Rassisten) und war bis 2006 Chef der Stadion-Security des CFC.

Weiteres zu den Vorkommnissen beim Chemnitzer FC

Frahn, der mehrere Jahre als Kapitän RB Leipzig anführte, hatte sich am Dienstag auf Facebook und Instagram geäußert und sich für sein Verhalten entschuldigt. Zuvor hatte ihn der Verein bereits mit einer Geldstrafe belegt. „Das Shirt, das ich hoch gehalten habe, diente nicht dazu, ein politisches Statement zu setzen. Mir war auch nicht bewusst, dass dieses Shirt so tief in der Neo-Nazi Szene verankert ist", teilte Frahn mit.

Neben Frahn steht der Chemnitzer FC selbst seit dem Spiel gegen Altglienicke schwer in der Kritik. Der Club hatte vor dem Anpfiff eine Trauerkundgebung für Haller zugelassen. Auf der Videoleinwand im Stadion wurde ein Bild des bekannten Neonazis gezeigt, es gab auch kondolierende Stadiondurchsagen.

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