13. Juli 2020 / 06:07 Uhr

NBA, NFL, MLS und Co.: Das ist der Comeback-Plan für den US-Sport nach der Corona-Pause

NBA, NFL, MLS und Co.: Das ist der Comeback-Plan für den US-Sport nach der Corona-Pause

Heiko Oldörp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nordamerikas Sportligen kehren nach der Corona-Pause in den Spielbetrieb zurück.
Nordamerikas Sportligen kehren nach der Corona-Pause in den Spielbetrieb zurück. © imago images/ZUMA Press/Montage
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Die US-Profiligen wagen den Neustart – ausgerechnet in hoch belasteten Gegenden oder inklusive Reisen durchs ganze Land. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick zur geplanten Rückkehr der NBA, der NFL und Co. aus der Corona-Pause.

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Neel Ghandi wirkt verzweifelt. "Wir bringen den Sport zurück, drücken die Daumen und hoffen, dass alles gut geht", sagte er der New York Times. Dabei, so der Epidemiologe der Emory-Universität in Atlanta, hätten die vergangenen Wochen gezeigt, wie verwundbar man sei. Und es klingt in der Tat waghalsig, dass Nordamerikas Sportligen nach viermonatiger Pause ausgerechnet jetzt loslegen wollen, da die Corona-Zahlen hoch sind wie nie. Am Freitag wurde mit mehr als 68.000 Fällen ein Rekord erzielt.

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"Der Sport versucht ein Comeback zu inszenieren. Aber das Virus gewinnt immer noch", schrieb das Wall Street Journal. Nirgendwo gibt es mehr Infizierte (3,35 Millionen) und Tote (circa 137.000) als in den USA. Präsident Donald Trump ignoriert die Zahlen, so gut es geht – oder redet sie schön. Bereits Mitte April hatte er bemerkt: "Wir müssen unseren Sport zurückbekommen. Ich habe es satt, mir 14 Jahre alte Baseballspiele anzugucken."

Nun könnte Trumps Wunsch nach aktuellen Spielen in der Major League Baseball (MLB) in Erfüllung gehen. Die 30 Teams befinden sich in der Vorbereitung, am 23. Juli soll die von 162 auf 60 Spiele verkürzte Saison beginnen – trotz 66 positiver Tests in der ersten Vorbereitungswoche. Noch schlimmer: Im Gegensatz zu den anderen US-Ligen will die MLB nicht an einem Ort spielen, sondern über das Land verteilt und könnte so das Virus verteilen. Immerhin kommen zehn Klubs aus den Corona-Hotspots Florida, Texas, Arizona und Kalifornien.

Ex-Basketballstar Barkley: "Keine Chance, diese Saison zu Ende zu bringen"

Die Basketballligen NBA (Männer) und WNBA (Frauen) sowie die Major League Soccer (Fußball) setzen ihre Spielzeiten in Florida fort. Der Sunshine State meldete am Sonntag 15.300 Covid-19-Fälle täglich. Jeder Fünfte Einwohner ist positiv auf Corona getestet worden."So wie derzeit die Zahlen in die Höhe schießen, ist Florida der schlimmste Ort der Welt – und wir bringen 22 NBA-Teams in diesen Hotspot", kritisiert Charles Barkley. Der ehemalige Basketballstar begleitet für den TV-Sender TNT den Neustart ab dem 30. Juli. Bis Oktober soll, abgeschirmt in Disney World in Orlando, der Champion ermittelt sein. Barkley skeptisch: "Ich denke, wir haben keine Chance, diese Saison zu Ende zu bringen."

Die MLS ist ebenfalls in Orlando, abgeschottet in einem Resort. Das Coronavirus ist dennoch bereits in dieser Blase. Und das, obwohl "Masken hier höchste Priorität haben", wie Chicago Fires Torwart Kenneth Kronholm dem SPORTBUZZER sagte. Als zehn Spieler und ein Trainer des FC Dallas positiv getestet wurden, schloss die MLS die Texaner vor Turnierbeginn am vergangenen Mittwoch aus. An jenem Tag sollte auch Kronholm mit Chicago in das Turnier starten. Doch Gegner Nashville SC vermeldete neun Corona-Fälle – und wurde ebenfalls nach Hause geschickt. Somit sind 24 Mannschaften vor Ort. Sie spielen mitunter bereits um 9 Uhr – oder erst um 22.30 Uhr. So sollen Spiele am Tag bei Temperaturen von bis zu 35 Grad Celsius vermieden werden.

Von Deutschland in die Welt: Sportler als Botschafter

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Eishockeyliga NHL steigt mit Play-offs ein – NFL kaum betroffen

Die Eishockeyliga NHL will ihre Saison am 1. August mit den Play-offs und 24 Teams in Toronto und Edmonton in Kanada fortsetzen. Die Halbfinals sowie die Endspiele um den Stanley Cup werden in Edmonton ausgetragen. Somit hat Deutschlands Star Leon Draisaitl Heimvorteil. Der Weg nach Kanada ist konsequent. Dort gibt es weitaus weniger Corona-Fälle als in den USA – und eine politische Führung, die das Virus ernst nimmt.

Die National Football League NFL hat die Auswirkungen von Covid-19 bislang kaum zu spüren bekommen. Die Trainingscamps beginnen Ende Juli. Allerdings hat sich die Spielergewerkschaft dafür ausgesprochen, die Vorbereitungsspiele zu streichen. Dass zu Saisonbeginn im September Zuschauer in den Arenen sein werden, ist kaum vorstellbar. Finanzielle Probleme scheint die Liga derweil nicht zu haben: Kansas Citys Quarterbackstar Patrick Mahomes unterschrieb jüngst einen Zehnjahresvertrag, der ihm die Rekordsumme von 503 Millionen Dollar einbringt.