27. August 2020 / 18:44 Uhr

"ESPN": NBA-Profis wollen Playoffs nach Protesten fortsetzen - Spiele am Donnerstag fallen aus

"ESPN": NBA-Profis wollen Playoffs nach Protesten fortsetzen - Spiele am Donnerstag fallen aus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Die NBA-Spieler wollen am kommenden Wochenende wohl bereits wieder spielen.
Die NBA-Spieler wollen am kommenden Wochenende wohl bereits wieder spielen. © imago images/ZUMA Wire
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Nach dem beispiellosen Boykott der Milwaukee Bucks am Mittwochabend wird die NBA-Saison wohl in Kürze wieder fortgesetzt. Laut US-Sportsender "ESPN" haben sich die Basketball-Profis dazu entschieden, ab diesem Wochenende wieder anzutreten. Die NBA-Spiele am Donnerstag fallen aber aus.

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Die Spieler der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA wollen zu den weiteren Playoff-Spielen nach Informationen des Senders ESPN wieder antreten. Die für Donnerstag angesetzten drei Playoff-Spiele der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA finden dagegen nicht statt. Das teilte der NBA-Vizepräsident Mike Bass in einem Statement der Liga mit. Zuvor hatten die Profis über das weitere Vorgehen nach dem Boykott der Partien am Mittwoch beraten. US-Medien gehen davon aus, dass die Playoffs ab diesem Wochenende wieder aufgenommen werden.

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Ausgelöst hatten die Absagen die Milwaukee Bucks, die nicht zum Spiel gegen die Orlando Magic angetreten waren. Damit reagierten die Bucks auf die jüngste Gewalttat von Polizisten gegen einen schwarzen Amerikaner keine Autostunde südlich von Milwaukee. Der 29 Jahre alte Familienvater Jacob Blake war am Sonntag im US-Bundesstaat Wisconsin durch Schüsse der Polizei in seinen Rücken schwer verletzt worden.

Internationale Pressestimmen zum Boykott im US-Sport

Die internationale Presse kommentiert die Boykott-Welle im US-Sport. Zur Galerie
Die internationale Presse kommentiert die Boykott-Welle im US-Sport. ©

Bucks-Auftreten hinterlässt Eindruck

Das Auftreten der Bucks um Superstar Giannis Antetokounmpo hinterlässt tiefen Eindruck. Nahezu komplett in Schwarz trat das Team aus Wisconsin am Mittwoch vor die Medien, um mit ebenso wuchtigen Worten seine Position darzulegen. Worte sind genug gesprochen, es ist Zeit für Taten - das ist die Botschaft, die ausgerechnet aus dem Gute-Laune-Park Walt Disney World Ressort in die Welt geht.

„Wir fordern Gerechtigkeit für Jacob Blake und dass die beteiligten Officers zur Rechenschaft gezogen werden“, sagen George Hill und Sterling Brown, stellvertretend für ihre Teamkollegen. Sie fordern, „nach Monaten der Inaktivität bedeutsame Maßnahmen zu ergreifen“, um Polizisten zur Rechenschaft zu ziehen und die Themen „Polizeigewalt und Reform der Strafjustiz“ endlich anzugehen. Die jüngste Gewalttat von Polizisten gegen einen Schwarzen am Wochenende hat viele Spieler ein weiteres Mal schwer getroffen. Die Heimstätte der Bucks liegt nicht einmal eine Stunde von dem Ort entfernt, an dem Blake niedergeschossen wurde.

Am Mittwoch stand der Sport auch bei den Kolleginnen aus der WNBA, in der Baseball-Liga MLB und bei den Fußballern der MLS still. Beim von Cincinnati nach New York verlegten Masters-1000-Turnier der Tennisprofis kündigte Grand-Slam-Champion Naomi Osaka an, zu ihrem Halbfinale am Donnerstag nicht anzutreten. Die Veranstalter sagen kurz darauf alle vier Halbfinals bei den Damen und Herren für Donnerstag ab und verkünden eine Spielpause bis Freitag. Nur die NHL setzt ihre Eishockey-Playoffs fort.