23. Juni 2020 / 12:27 Uhr

Neben Mönchengladbach: Auch der VfL Wolfsburg baggert an Linton Maina von Hannover 96

Neben Mönchengladbach: Auch der VfL Wolfsburg baggert an Linton Maina von Hannover 96

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Heiß begehrt: Linton Maina steht in Gladbach und beim VfL Wolfsburg auf dem Einkaufszettel für die kommende Saison.
Heiß begehrt: Linton Maina steht in Gladbach und beim VfL Wolfsburg auf dem Einkaufszettel für die kommende Saison. © Friedemann Vogel/DPA
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Der SPORTBUZZER berichtete bereits im April von den bevorstehenden Bemühungen von Borussia Mönchengladbach um Linton Maina. Jetzt soll auch der VfL Wolfsburg in den Poker um den Flügelflitzer von Hannover 96 eingestiegen sein.

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Wenn er nicht spielt, fällt auf, was 96 damit fehlt: Linton Maina ist der einzige Spieler, der mit Tempo über außen kommt. Mit ihm gewinnt das 96-Spiel an Geschwindigkeit – dazu wagt er die Eins-gegen-Eins-Duelle, die die Kollegen vermeiden.

Und wenn er nicht dabei ist wie beim 1:2 am Sonntag in Aue, dann fehlen 96 die Mittel, eine massierte Abwehr zu knacken – wenn in der Mitte nichts geht. Über langsames Ballgeschiebe vor der gefährlichen Zone freut sich der Gegner und spendiert gern 99 Prozent Ballbesitz.

Neun Millionen Euro bieten Gladbach und Wolfsburg

Maina wäre damit unersetzlich – aber wie bei jedem Spieler gibt’s eine Schmerzgrenze, bei der 96 über einen Verkauf nachdenkt. Nun haben Gladbach und Wolfsburg das Interesse hinterlegt, ihre Angebote sollen sich bei etwa 9 Millionen Euro bewegen. Die beiden Klubs pokern sich gegenseitig hoch – wer knackt den Linton-Jackpot?

Wenn jetzt die Offerten bewertet werden, dann spielt auch die Transfer-Vergangenheit mit Gladbach eine Rolle. Die Borussia wollte ja vor zwei Jahren Niclas Füllkrug verpflichten. 18 Millionen Euro hoch war das Angebot, das eigentlich nicht abgelehnt werden konnte. Man sollte meinen, dass 96 den Stürmer zur Not mit dem Fahrrad nach Mönchengladbach gebracht hätte, um das Geld kassieren zu können.

Das ist Hannovers 96-Rakete Linton Maina:

Der 19-jährige Linton Maina spielt seit Juli 2014 bei Hannover 96. Er wechselte mit 15 Jahren von seinem Jugendverein SV Empor Berlin zur U17 der Roten.  Zur Galerie
Der 19-jährige Linton Maina spielt seit Juli 2014 bei Hannover 96. Er wechselte mit 15 Jahren von seinem Jugendverein SV Empor Berlin zur U17 der Roten.  ©

96 will zweistellige Millionensumme

Füllkrug musste bleiben, bekam mehr Geld und sollte 96 mit seinen Toren in der Liga halten. Dann verletzte er sich aber schwer, fiel monatelang aus, und 96 stieg ab. Werder zahlte schließlich vor einem Jahr nur noch knapp sieben Millionen Euro für Füllkrug.

Für den Preisverfall sorgt jetzt die Corona-Krise, der Markt muss sich neu regulieren. 96 will dennoch eine zweistellige Millionensumme erlösen. Das Geld wird gebraucht, um eine neue Mannschaft aufzubauen.

Durch die sehr wahrscheinliche Qualifikation für die Champions League werden 20 Millionen Euro in die Gladbacher Kasse gespült. Trainer Marco Rose, der auch eine 96-Vergangenheit hat, sucht neue Spieler für offensive Außenpositionen. Fabian Johnson, Ibrahima Traoré und Raffael verlassen Gladbach. Wolfsburg hat die Europa League sicher, muss aber eventuell in die Qualifikation.

Für Maina wäre es der nächste Schritt nach dem Wechsel von Pfefferwerk und Empor Berlin nach Hannover. U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz hat auch schon angekündigt, Maina für die EM-Qualifikationsspiele gegen Moldawien (3. September) und Belgien (8. September) einzuladen.

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Ersatz für Maina leichter zu finden, als für Anton?

Maina ist neben Waldemar Anton das Tafelsilber, das sich zu Geld machen lässt. Anton ist allerdings stabiler in seinen Leistungen – und auch als Anführer wichtig. Maina fällt öfter mal verletzt aus – und offenbar lautet die 96-Direktive: Für Maina lässt sich leichter Ersatz finden als für Anton, der Taktgeber bleiben und mit einem Verkaufsstopp belegt werden soll. Zwei schnelle Außen glauben sie dagegen bei 96 als Maina-Ersatz finden zu können.

Heute wird Maina 21, sein Vertrag läuft bis 2022. Es sieht danach aus, dass seine Zukunft nicht in Hannover liegt.