27. Mai 2021 / 13:25 Uhr

Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen startet bei der Team-EM in Polen

Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen startet bei der Team-EM in Polen

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Neele Eckhardt-Noack hat gute Erinnerungen an polen. Anfang März stand die Dreispringerin bei der Hallen-EM in Torun auf dem Treppchen.
Neele Eckhardt-Noack hat gute Erinnerungen an polen. Anfang März stand die Dreispringerin bei der Hallen-EM in Torun auf dem Treppchen. © imago
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In knapp zwei Monaten beginnen die Olympischen Spiele in Tokio. Dreispringerin Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen nutzt in den kommenden Wochen einige hochkarätige Wettkämpfe, um sich mit der nationalen und internationalen Konkurrenz zu messen. 

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Leichtathleten sind Individualsportler – fast immer. Aber ab und zu sind sie auch als Team gefordert. Auf internationaler Ebene gibt es seit 2009 die Team-Europameisterschaft, die in diesem Jahr beim Titelverteidiger in Polen ausgetragen wird. Nominiert wurde auch Neele Eckhardt-Noack von der LG Göttingen, die den Deutschen Leichtathletik Verband (DLV) bei diesem Großereignis vertritt.

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Am Sonnabend und Sonntag findet im südwestlichen Polen, in der gut 100.000 Einwohner zählenden Stadt Chorzów (früher Königshütte/Schlesien) die Team-Europameisterschaft statt. Coronabedingt fiel die Veranstaltung im vergangenen Jahr aus. Drei Mal hat die deutsche Mannschaft den Wettkampf der Superliga, der zwölf Ländermannschaften angehören, bereits gewonnen. Noch öfter trug sich Russland (vier Mal) in die Siegerliste ein. Unterhalb dieser Superliga gibt es drei weitere Leistungsklassen. Durch Auf- und Abstiege können sich die Zusammensetzungen der einzelnen Ligen verändern.

Echter Wettkampf-Höhepunkt

Wenn sich die besten Leichtathletik-Nationen Europas am Wochenende treffen, stehen jeweils 25 Frauen und Männer im DLV-Aufgebot. Für Neele Eckhardt-Noack ist es eine erste Standortbestimmung im Feld der internationalen Konkurrenz. „Das ist ein echter Wettkampf-Höhepunkt“, sagt auch ihr langjähriger Trainer Frank Reinhardt. Der diese Phase mit dem Sieg beim ersten Freiluft-Wettkampf in Leverkusen, der Team-EM und der am Wochenende danach folgenden deutschen Meisterschaft in Braunschweig als „wichtigen Wettkampfblock“ bezeichnet. Auch in der Region wird sich die Dreispringerin in den nächsten Wochen noch zeigen: Geplant sind Starts beim Internationalen Sparkassen-Meeting am 12. Juni in Osterode und bei der Landesmeisterschaft im heimischen Jahnstadion vom 18. bis 20. Juni. „Diese beiden Wettkämpfe wird Neele mehr aus dem Training heraus bestreiten. Die Team-EM nimmt sie sehr ernst.“

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Nach ein paar Ruhetagen nach der zweiten Impfung gegen das Corona-Virus ist die 28-Jährige Ende der vergangenen Woche wieder ins Training eingestiegen und hat zuletzt noch „einige gute Technik-Einheiten“ absolviert. Anders als bei der Hallen-EM Anfang März in Torun bleibt den Athleten eine lange An- und Abreise mit dem Bus bei diesem Wettkampf am Wochenende erspart. Am Donnerstag ging es mit dem Flieger in Richtung Polen, am Sonnabend gegen 18.30 Uhr beginnt die Dreisprung-Konkurrenz für Eckhardt-Noack in Chorzów. Bereits am Sonntag fliegt sie wieder zurück.

Olympia in Tokio immer im Blick

Zuletzt haben die Springerin und ihr Trainer im Leistungszentrum in Hannover am Schnelligkeitsniveau und an der Geschwindigkeits-Entwicklung für den Anlauf gearbeitet. Außerdem wurden die „außerordentlich guten“ biomechanischen Analysen, die der Sportlerin nach den Wettkämpfen in Leverkusen zur Verfügung gestellt worden waren, ausgewertet und in die Technik-Einheiten mit einbezogen. Natürlich gehe es – so Reinhardt – bei den anstehenden wichtigen Wettkämpfen um gute Weiten und entsprechende Ergebnisse – grundsätzlich habe Eckhardt-Noack bei allen Vorbereitungen aber immer den Saisonhöhepunkt, die Olympischen Spiele in Tokio, im Visier.

Insgesamt sei sie in einer sehr guten Verfassung. „Wir haben jetzt seit eineinhalb Jahren – unter gesundheitlichen Gesichtspunkten – einen guten Zeitraum gehabt“, sagt Reinhardt, der froh ist, das Eckhardt-Noack am vergangenen Wochen auf das Diamond League-Meeting in Gateshead im Nordosten Englands verzichtet hat. „Dort waren es neun Grad – eben typisches britisches Wetter. Und alle, die am Sonntag zurückgekommen sind, mussten sich in Quarantäne begeben.“