22. August 2021 / 10:32 Uhr

Negativserie setzt sich fort: Schwere Zeiten für den ZFC Meuselwitz

Negativserie setzt sich fort: Schwere Zeiten für den ZFC Meuselwitz

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Sport Männer Fußball Fussball Regionalliga Saison 2020/ 21 Punktspiel Regionalliga Nordost
ZFC Meuselwitz  - BSG Chemie Leipzig
Stephane Mvibudulu Leipzig erzielt ein Tor zum 1:4 Fabian Guderitz ZFC Torhüter sah nicht gut aus.
ZFC-Keeper Fabian Guderitz zeigte erneut Schwächen bei hohen Bällen. © Mario Jahn
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Die schlechte Meuselwitzer Serie setzt sich im Thüringenduell gegen Jena fort. Trotz Führungstreffer gelingt es dem ZFC nicht eine erneute Niederlage abzuwenden.

Meuselwitz. Es war ein Stoßseufzer: „Schwere Zeiten“ stöhnte ein ZFC-Fan, nachdem die Meuselwitzer Regionalliga-Fußballer am Sonnabend ein weiteres Mal das Thüringen-Duell gegen Favorit Carl Zeiss Jena verloren hatten. Das 1:3 war die sechste ZFC-Saisonschlappe in Folge, während die Truppe von der Saale hellem Strande die englische Woche mit ihrem dritten Sieg in Serie abschloss.

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Unter den ZFC-Anhängern machte man sich schon mal mit den Abstiegsregularien vertraut – was bei aller berechtigten Traurigkeit verfrüht scheint. Denn immerhin ging ihr Team sogar in Führung. Einen desaströsen Jenaer Eckball nutzten die Gastgeber durch Florian Hansch zum flotten Konter über rechts. Der Mittelfeldmann brachte die Sache abgeklärt zu Ende, traf mit dem linken Fuß ins lange Eck, Jenas Keeper Tom Müller keine Chance lassend. Hoffnung keimte unter den etwa 700 einheimischen der 781 Zuschauer auf. Der Jenaer Rest ergötzte sich derweil an so brillanten Parolen wie „Saufen schmeckt gut“.

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Alsbald sollten die Gäste aber auch aus dem Spiel ihrer Truppe zunehmend Lebensfreude saugen. Die Jenaer agierten taktisch variabel und spielerisch überlegen. Das schlug sich nach einigen Halbchancen nieder, die oft über die Flügel zustande kamen. Eine der Eingaben des agilen Lucas Staufer nutzte Maximilian Wolfram zum Schuss, der Ball wurde von Sebastian Albert noch abgefälscht, wäre aber wohl ohnehin unhaltbar für Fabian Guderitz gewesen – 1:1 nach einer reichlichen halben Stunde.

Alle Füße voll zu tun

Mit dem Gleichstand ging es in die Kabine, aus der die Meuselwitzer mit neuem Schwung kamen. So traf Andy Trübenbach nach gutem Sturmlauf das Außennetz (50.), sein Schuss fünf Minuten später ging knapp am langen Eck vorbei. Ansonsten konnte einem der Stürmer ebenso wie sein für den früh verletzten Jegor Jagupov eingewechselter Kollege Fabian Stenzel (er wurde sogar wieder ausgewechselt – die Höchststrafe für einen Spieler) nur leidtun. Denn das, was die Angreifer da an sogenannten Anspielen oder Pässen bekamen, spottete jeder Beschreibung, weil das Aufbauspiel der Platzherren praktisch keines war. Die Jenaer störten freilich früh, und der ZFC war immer weniger in der Lage, darauf konstruktiv zu antworten. So rieben sich die Meuselwitzer Stürmer im Nachhecheln grobmotorisch herausgeschlagener Bälle auf. Im Fußballerdeutsch waren sie so etwas wie „die ärmsten Schweine auf dem Platz“.

In der Defensive hatte der ZFC alle Füße voll zu tun, vor allem Felix Müller hatte jede Menge Arbeit mit Jenas körperlich sehr präsenter Sturmspitze Fabian Eisele. Bis zur 59. Minute „klemmte“ er ihn einigermaßen ab, dann aber war Eisele seinem Namen eiskalt Ehre machend mit dem Kopf zur Stelle. Keiner störte ihn, und Torwart Guderitz offenbarte erneut Schwächen bei hohen Bällen. Das wiederholte sich in der 71. Minute, wieder lief er nicht energisch genug heraus, erhielt beim Abblocken des Stürmers aber auch keinerlei Unterstützung durch die ja keineswegs kleinen Innenverteidiger.

Geilheit fehlte

Mit dem 1:3 war die Entscheidung gefallen, der ZFC war an diesem Tage nicht in der Lage, nochmal aufzustehen, wirkte bis zum Abpfiff angeknockt. Das bemängelte nach der Partie auch Torschütze Hansch, der erstmals von Beginn an ran durfte: „Trotz meines ersten Tores für den ZFC überwiegen die negativen Emotionen. Wir haben wieder nach einer Führung verloren. Diesmal, weil uns die Geilheit fehlte. Nur am Anfang waren wir leidenschaftlich, mit dem 1:1 gab es aber einen Bruch in unserem Spiel.“ Und Trainer Holm Pinder sagte: „Die Verletzten (auch Kapitän Nils Miatke und Amer Kadric mussten angeschlagen raus/Anm. d. A). spielten uns nicht gerade in die Karten. Die Einwechslungen brachten nicht den erhofften Effekt. So kurz nach dem Spiel ist guter Rat teuer.“


ZFC-Präsident Hubert Wolf bemerkte, „dass wir in englischen Wochen an unsere Grenzen kommen“, während Gäste-Coach Dirk Kunert bekannte: „Ich bin heute zufrieden, auch wenn das Gegentor blöde von uns war. Nach dem Ausgleich haben wir dominiert.“ Das – präsidiale – Schlusswort soll jedoch Hubert Wolf haben: „Naja, es geht weiter.“

Meuselwitz: Guderitz – Albert, Müller, Moritz, Miatke (30. Raithel) – Kadric, Zintsch – Hansch (65. Luca Bürger), Jahn – Trübenbach (65. Förster), Jagupov (4. Stenzel, 65. Weinert)

Tore: 1:0 Hansch (20.), 1:1 Wolfram (31.), 1:2, 1:3 Eisele (59., 71.)

Z.: 781