15. November 2020 / 00:20 Uhr

Nervenstark: BG Göttingen sichert sich Derbysieg gegen Braunschweig in der Schlussphase

Nervenstark: BG Göttingen sichert sich Derbysieg gegen Braunschweig in der Schlussphase

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Immer wieder Luke Nelson: Der Brite agierte mutig und spielte mannschaftsdienlich.
Immer wieder Luke Nelson: Der Brite agierte mutig und spielte mannschaftsdienlich. © Swen Pförtner
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Mit einem Heimsieg gegen die Basketball Löwen Brauschweig hat die BG Göttingen ihre Punktekonto am zweiten Spieltag ausgeglichen. Allerdings war das Duell der südniedersächsischen Nachbarn nicht für schwache Nerven. Bis zur letzten Sekunde blieb es spannend.

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Erstes Heimspiel, erster Heimsieg – und noch dazu im Südniedersachsen-Derby gegen die Löwen Braunschweig. Die BG Göttingen gewann in der Basketball-Bundesliga den Krimi gegen den Nachbarn mit 79:76 (40:45) in einer Partie ohne Fans. Zuschauer waren aufgrund der Corona-Pandemie in der Sparkassen-Arena nicht zugelassen. Vor dem Start gab es eine Gedenkminute für den Göttinger Bundestagsvizepräsidenten Thomas Oppermann (SPD), der am 25. Oktober plötzlich gestorben war. Der 66-Jährige war Basketball-Fan und hat die BG über lange Jahre unterstützt.

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Highlights: BG Göttingen - Basketball Löwen Braunschweig

Die Veilchen boten ein anderes erstes Viertel als zum Saisonauftakt in Ludwigsburg: Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Zwar führte Braunschweig zwischenzeitlich mit fünf Punkten (16:11/7.), doch sicher verwandelte Freiwürfe und drei getroffene Dreier von Luke Nelson sowie eine optimale Ausbeute von Tai Odiase am Brett hielten die Veilchen nicht nur im Spiel, sondern brachten sie in Führung. Einige aufmerksame Aktionen in der Defense sorgten dafür, dass Braunschweiger Angriffe ohne Punkte blieben. Wenn Bryon Allen (10 Punkte) bei seinen Distanzwürfen noch etwas konsequenter angegangen worden wäre, hätte die Führung nach dem ersten Viertel sogar deutlicher als 22:19 sein können.

Gast zieht im zweiten Viertel vorbei

Der zweite Abschnitt nahm nur langsam Fahrt auf – aus Göttinger Sicht. Marvin Omuvwie erhöhte zwar noch auf 24:19, doch dann war erst einmal Braunschweig am Drücker mit einem 11:0-Lauf, an dem Karim Jallow und Kostja Mushidi den größten Anteil hatten. Aber vor allem deshalb, weil ihnen die BG-Defense viel zu viel Platz ließ und sie leichte Würfe bekamen, die sie sicher verwandelten. Danach musste Dennis Schröder, alleiniger Gesellschafter der Löwen Braunschweig und NBA-Spieler, der inzwischen in der Halle war, aber mit ansehen, wie sich die Veilchen wieder heranspielten. Tai Odiase war immer anspielbereit und traf, ebenso wie Nelson Weidemann. Und wenn der designierte Nationalspieler Lukas Meisner nicht per Buzzer-Beater mit einem Dreier noch zum 45:40 für Braunschweig getroffen hätte, wäre es zur Halbzeit richtig eng gewesen.

BG Göttingen - Basketball Löwen Braunschweig (Saison 2020/21)

14.11.2020, Basketball-Bundesliga easyCredit-BBL, Saison 2020 / 2021, Hauptrunde, 2. Spieltag, BG Göttingen - Löwen Braunschweig. Göttingens Spieler klatschen nach Spielende. Foto: Swen Pförtner Zur Galerie
14.11.2020, Basketball-Bundesliga easyCredit-BBL, Saison 2020 / 2021, Hauptrunde, 2. Spieltag, BG Göttingen - Löwen Braunschweig. Göttingens Spieler klatschen nach Spielende. Foto: Swen Pförtner ©

Im Verlauf des dritten Viertels setzten sich die Gäste immer weiter ab und hatten in Allen, der später auch mit 22 Punkten Topscorer der Partie war, zu diesem Zeitpunkt ihren treffsichersten Spieler. Als Headcoach Roel Moors in der 24. Minute den auch in der Offensive wenig überzeugenden Jorge Gutiérrez nach dem vierten Foul vom Feld nahm und die Basketball Löwen ihren Vorsprung auf zehn Punkte (57:47) ausbauten, deutete vieles auf eine Niederlage hin. Der zweistellige Rückstand schien jedoch ein Weckruf für die Veilchen gewesen zu sein: Mit einem 12:2-Lauf und Punkten von Galen Robinson, Harper Kamp (6), Aubrey Dawkins und Odiase stand es vier Minuten später 59:59 – und die Mannschaft glaubte wieder an sich.

Am Ende sind alle hellwach

Mit einem 59:63-Rückstand ging es ins Schlussviertel, in dem die BG zunächst drei Fouls kassierte, ehe Weidemann in der 33. Minute die ersten Punkte machte. Bis zum 71:69 behauptete Braunschweig die Führung – auch, weil Jallow (19 Punkte) noch immer zuverlässig traf. Nachdem die Göttinger zuletzt in der zwölften Minute geführt hatten (24:23), lagen sie in der 37. Minute beim 72:71 wieder in Front – zwei Dreier des bis dahin eher schwachen Dawkins hatten für die Wende gesorgt. In dieser Phase hätten die Veilchen ihre Fans gut gebrauchen können, doch dank einer echten Energieleistung, einem bis zum Schluss sehr fokussierten Odiase und dem mutigen Luke Nelson mit einem Dreier zum 78:76 lief es für die BG. Mit einem Freiwurf zum 79:76 und noch weniger als zwei Sekunden auf der Uhr sorgte der Mexikaner Gutiérrez dann doch noch für den Schlusspunkt.

Moors ist stolz auf sein Team

Moors war bei der anschließenden Pressekonferenz zufrieden: „Ich bin heute sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir brauchten eine Reaktion auf das schwache Spiel am vergangenen Wochenende. Heute haben wir viel mehr Energie gezeigt gegen einen starken Gegner mit vielen offensiven Qualitäten. Wir haben defensiv wirklich gut zusammengespielt. In der ersten Halbzeit hatten wir zu viele Ballverluste und haben zu viele zweite Chancen zugelassen. Aber ich bin sehr zufrieden mit unserem Einsatz – wir haben bis zum Ende gekämpft.“ Dass Dawkins in der entscheidenden Phase seine Distanzwürfe erfolgreich versenke, spreche für ihn. „Und 19 Assists bei 79 Punkten sind auch nicht so schlecht“, sagte der Belgier. Immerhin neun davon kamen vom erfolgreichsten BG-Werfer Nelson, der auf insgesamt 21 Punkte kam.

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Statistik

BG Göttingen – Basketball Löwen Braunschweig 79:76 (22:19, 18:26, 19:18, 20:13). – BG Göttingen: ​Weidemann (7 Punkte/1 Dreier/2 Rebounds/0 Assists), Nelson (21/5/2/9), Gutiérrez (9/0/5/2), Vargas (0/0/0/1), Kramer (0/0/2/0), Omuvwie (2/0/3/0), Odiase (19/0/4/1), Mönninghoff (0/0/3/1), Kamp (6/0/4/1), Dawkins (10/2/1/1), Robinson jr. (5/0/1/3), Turudic (DNP). – Teamwerte: Feldwürfe: 28/56 (50 %), Dreier: 8/25 (32 %), Freiwürfe: 15/18 (83 %), Rebounds: 32 (5 Off/27 Def), Assists: 19, Ballverluste: 11, Fouls: 19. – Braunschweig: ​Wank (0 Punkte/0 Dreier/0 Rebounds/0 Assists), Kone (0/0/2/1), Zeeb (0/0/0/0), van Slooten (0/0/0/0), Allen (22/4/3/0), Meisner (5/1/6/0), Robinson (10/0/4/5), Mushidi (11/0/1/0), Göttsche (DNP), Peterka (4/0/4/0), Schilling (5/0/6/1), Jallow (19/0/8/3). – Teamwerte: Feldwürfe: 29/75 (39 %), Dreier: 5/20 (25 %), Freiwürfe: 13/15 (87 %), Rebounds: 43 (17 Off/26 Def), Assists: 10, Ballverluste: 9, Fouls: 20.

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