23. Oktober 2020 / 13:48 Uhr

Neu dabei und schon mittendrin: Die Bezirksliga-Aufsteiger ziehen Saisonstart-Bilanz

Neu dabei und schon mittendrin: Die Bezirksliga-Aufsteiger ziehen Saisonstart-Bilanz

Yannik Haustein und Benno Seelhöfer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In dieser Saison in die Bezirksliga aufgestiegen: Der WSV Wendschott (v. l.), der VfL Germania Ummern und der SV Barnstorf.
In dieser Saison in die Bezirksliga aufgestiegen: Der WSV Wendschott (v. l.), der VfL Germania Ummern und der SV Barnstorf. © Rebuschat/Baschin/Schulze
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Unterschiedliche Voraussetzungen, unterschiedliche Ziele - aber dieselbe Spielklasse: Der WSV Wendschott, der VfL Germania Ummern und der SV Barnstorf sind in diesem Jahr in die Fußball-Bezirksliga aufgestiegen. Wir haben nachgefragt, wie zufrieden die Klubs mit ihrem Saisonstart sind.

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SV Barnstorf (Bezirksliga A)

Nach drei Spielen noch ohne Niederlage - und das als Aufsteiger. "Das geht definitiv schlechter", sagt SVB-Coach Angelo Allegrino mit einem Schmunzeln. "Und wenn man sich unsere Gegner anguckt, waren das bestimmt nicht die schlechtesten." Direkt im ersten Spiel gab's einen 2:0-Sieg gegen Meister TSG Mörse. "Wir waren das bessere Team", lobt Allegrino seine Mannschaft. Dann folgten Unentschieden gegen Neudorf-Platendorf und Adenbüttel/Rethen.

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"Wenn uns das einer vor der Saison so angeboten hätte, hätte ich unterschrieben", sagt der SVB-Trainer. Aber: "Wir sind auch ein bisschen enttäuscht. Es wären auch neun Punkte drin gewesen." Was er damit meint: "Gerade gegen Platendorf ist alles zusammengekommen: Unser Keeper verletzt sich und dann bekommen wir ein Gegentor in der Nachspielzeit..." Doch für den Coach ist vor allem wichtig, dass sein Team mithalten kann in der neuen Liga: "Das haben wir gezeigt. Wir haben guten Mannschaften lange Paroli geboten - und waren vielleicht sogar das bessere Team."

Auch wenn Allegrino weiß, dass Barnstorf "nicht der klassische Aufsteiger ist" und sehr viel Qualität besitzt, will er erst mal nicht nach oben schauen. "Wir sind voll im Soll. Für uns zählt nur, dass wir drin bleiben. Ich werde das Ziel nicht nach oben korrigieren." Am Sonntag wird das Team aber nicht nachlegen können, das Spiel beim TSV Hillerse wurde wegen eines Corona-Verdachtsfalls beim SV Barnstorf verlegt.

VfL Germania Ummern (Bezirksliga B)

Hinter Ummern liegt ein schwieriger Start, ein Punkt aus drei Spielen lautet die Bilanz. Aber: "Wir sind absolut zufrieden. Wir können Paroli bieten, und wer weiß, was passiert wäre, wenn wir vollzählig gewesen wären", sagt VfL-Coach Jörg Drangmeister. Durch das hohe Bezirkspokal-Pensum im September fielen die Leistungsträger Vitali Sterz und Melvin Riesch aus - zusätzlich musste das Team hochkarätige Abgänge im Sommer verkraften.

Trotz der Ergebnisse konnte Ummern aber mithalten. Zum Auftakt gegen den TuS Neudorf-Platendorf (1:3) "hätten wir gewinnen können", so Drangmeister, beim 3:3 bei der FSV Adenbüttel/Rethen "war nicht mehr drin", blickt der Coach zurück. Zuletzt hätte Ummern gegen Klassenprimus TSV Hillerse durchaus einen Punkt holen können, unterlag letztlich durch zwei späte Gegentore aber noch mit 1:3.

Dennoch gab's eine positive Erkenntnis. "Wir haben extrem umgestellt, weil wir einen Überschuss in der Defensive hatten", erklärt Drangmeister. "Davon spielen einige Spieler nun offensiver." So läuft mit Maximilian Kutz nun ein gelernter Innenverteidiger im Mittelfeld auf, "und er macht das super", lobt Drangmeister.

Am Sonntag geht's zu Schlusslicht MTV Gamsen, das durch das schlechtere Torverhältnis hinter der Germania steht. "Favorit sind wir nicht", sagt Drangmeister. "Gamsen ist vermutlich sogar besser besetzt als wir." Ein guter Zeitpunkt für den ersten Saisonsieg wäre das Duell dennoch.

WSV Wendschott (Bezirksliga B)

Obwohl der WSV gerade erst aus der Kreisliga Wolfsburg in die Bezirksliga aufgestiegen ist, ist das Team für viele schon ein Kandidat für den Staffel-Titel. Nicht zuletzt wegen der hochkarätigen Neuzugänge, die zum Teil aus der Landesliga kamen. Und auch der spielende Co-Trainer Jan Ademeit gibt nach den ersten beiden Saisonspielen (einmal war spielfrei) zu: "Wenn man bei uns auf den Kader und seine Qualität schaut, braucht man nicht darüber zu reden, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben wollen."

Nach einem Sieg und einem Unentschieden ist Ademeit mit dem Start seines Teams zufrieden: "Wir haben noch keine Niederlage kassiert. Das ist positiv als Aufsteiger." Aber: "Beim 2:2 gegen die SV Gifhorn kassieren wir in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Da ärgert man sich schon über zwei verlorene Punkte."

Auch wenn beim WSV "der Blick eher nach oben" gehe, warnt Ademeit aber auch: "Wenn man mal zwei, drei Spiele verliert, steckt man in der kleinen Staffel schnell unten drin." Deshalb will der Coach den Erfolg nicht als selbstverständlich ansehen: "Bei uns haben viele Spieler eine Familie, nehmen sich deshalb auch gerne mal eine abgesprochene Auszeit", sagt Ademeit verständnisvoll und betont, dass das bei aller Qualität des Kaders berücksichtigt werden müsse. "Da sind auch mal Umstellungen nötig. Bisher hat das aber gut geklappt."