10. Januar 2019 / 15:37 Uhr

Neu-Etelser Hasan Dalkiran: "Ich mache gerne die Drecksarbeit"

Neu-Etelser Hasan Dalkiran: "Ich mache gerne die Drecksarbeit"

Mario Nagel
BSC - Bor. 123
Im August spielte Hasan Dalkiran mit dem BSC Hastedt noch im DFB Pokal, nun sucht der 23-Jährige beim TSV Etelsen eine neue Herausforderung.
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Im Interview spricht der ehemalige Hastedter über seinen Wechsel zum TSV Etelsen, die Ziele mit den "Schlossparkkickern" und das anstehende Trainingslager in seiner zweiten Heimat

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Anfang Oktober hatte sich der BSC Hastedt überraschend von Hasan Dalkiran getrennt. Dem Innenverteidiger, der zwei Jahre zuvor vom TSV Grolland an den Osterdeich gewechselt war, wurde mangelnde Leistungsbereitschaft und fehlende Zuverlässigkeit vorgeworfen. Vor wenigen Tagen wurde nun bekannt, dass der 23-Jährige einen neuen Verein gefunden hat. Ab sofort wird Dalkiran in der niedersächsischen Bezirksliga Lüneburg 3 für den derzeitigen Tabellenführer TSV Etelsen auflaufen. Im Interview spricht der Defensivmann nun über die neue Aufgabe, die Ziele mit den "Schlossparkkickern" und das anstehende Trainingslager in seiner zweiten Heimat.

Herr Dalkiran, Anfang Oktober war das Kapitel BSC Hastedt für Sie überraschend beendet. Was ist seitdem passiert?

Hasan Dalkiran: „Ich habe mich kurz nach dem Ende in Hastedt bei Kristian Arambasic, dem Trainer des FC Oberneuland, gemeldet und gefragt, ob ich mich bei ihm fit halten kann. Er war offen dafür und hat mir die Möglichkeit dazu gegeben, rund einen Monat lang mitzutrainieren. In dieser Zeit gab es natürlich auch Gespräche, nach Oberneuland zu wechseln, aber letztlich habe ich mich für einen Wechsel zum TSV Etelsen entschieden“.

Warum ist der Wechsel zum FC Oberneuland nicht zustande gekommen?

„Oberneuland hat nicht nur einen sehr breiten Kader, sondern kämpft mit einer eingespielten Mannschaft auch um die Meisterschaft. Es wäre schwierig geworden, sich in die erste Elf zu spielen, weil das Team zurzeit ja auch funktioniert. Dafür habe ich Verständnis, aber das wäre dann einfach nicht der richtige Schritt für mich gewesen“.

Stattdessen geht es nun nach Niedersachsen. Gab es keine anderen Optionen?

„Doch, ich hatte auch Angebote aus Bremen. Aber da war leider kein Verein dabei, bei dem ich eine echte Perspektive gesehen habe. Auch aus Niedersachsen gab es einige Anfragen, aber wirklich überzeugt hat mich nur Etelsen“.

Der TSV Etelsen ist zwar im Raum Lüneburg ein großer Name und auch in Bremen bekannt, dennoch stellt sich die Frage, wie es überhaupt zum Kontakt gekommen ist.

„Wir hatten im Sommer ein Blitzturnier beim TSV Etelsen, da habe ich eigentlich zum ersten Mal von dem Verein gehört. Der erste Eindruck ist aber hängengeblieben. Über Weihnachten hat Iman Bi-Ria (Sportlicher Leiter des BSC Hastedt, Anm. d. Red.) dann den Kontakt nach Etelsen hergestellt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Etelsen hat sich direkt um mich bemüht und mir gleich ein gutes Gefühl gegeben“.

Wir haben für euch jeden Wechsel in der Bremen-Liga, Landesliga und Bezirksliga Bremen in der Galerie aufgeführt!

BTS Neustadt -> Mühlheimer SV: Alexander Zachries verlässt den Bremen-Ligisten berufsbedingt und zieht nach Düsseldorf. Der Angreifer war in der bisherigen Saison mit fünf Treffern der beste Torschütze seiner Elf. Zur Galerie
BTS Neustadt -> Mühlheimer SV: Alexander Zachries verlässt den Bremen-Ligisten berufsbedingt und zieht nach Düsseldorf. Der Angreifer war in der bisherigen Saison mit fünf Treffern der beste Torschütze seiner Elf. ©
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Die "Schlossparkkicker" sind im vergangenen Jahr zwar aus der Landesliga abgestiegen, streben als derzeitiger Spitzenreiter aber den direkten Wiederaufstieg an. Auch hier kommen Sie in eine funktionierte Mannschaft.

„Ja, aber dieser Schritt bedeutet für mich noch einmal eine neue Erfahrung zu sammeln, die ich unbedingt Mal machen wollte. In Niedersachsen ist das Niveau bekannterweise noch ein bisschen höher als in Bremen, dazu hat Etelsen ein klares Ziel. Ich will nicht nur rumgurken, sondern einhundert Prozent geben und der Mannschaft helfen. Gleichzeitig hoffe ich natürlich aber auch, mich weiterentwickeln zu können“.

Ihnen wurde Anfang Oktober von Seiten des BSC Hastedt eine mangelnde Leistungsbereitschaft und fehlende Zuverlässigkeit vorgeworfen. Nun wechseln Sie zu einem Verein, der mit dem Auto eine gute halbe Stunde von ihrem alten Verein entfernt liegt. Wie passt das zusammen?

„Das, was in Hastedt passiert ist, habe ich hinter mir gelassen. Das ist Vergangenheit und abgeschlossen. Aber wenn man sich für so einen Wechsel entscheidet, dann tut man das nicht ohne Grund. Ich bin ein ehrgeiziger Spieler, für den das Training zum Beispiel eine hohe Bedeutung hat. Wer richtig Bock auf Fußball hat, der fährt dafür auch mal ein bisschen weiter und ändert dann die Prioritäten in seinem Leben. Für mich wird die Entfernung kein Problem sein, außerdem liegt der Verein ja gleich hinter Achim, also gar nicht so weit weg“.

Mit Ihrem neuen Verein geht es am Samstag für eine Woche ins Trainingslager in die Türkei. Sie haben türkische Wurzeln - lernen Sie das Heimatland ihrer Eltern nun also noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen, obwohl Sie vermutlich schon sehr häufig in der Türkei waren?

„Gewissermaßen. Ich habe mit 17 schon Mal für ein halbes Jahr in der Türkei Fußball gespielt und an Trainingscamps teilgenommen, aber mit einem Wechsel hat es damals nicht geklappt. Da habe ich teilweise bei 40 Grad gespielt, ich kenne die Verhältnisse also. Nun aber mit einer neuen Mannschaft ins Trainingslager zu fahren, ist auf jeden Fall noch einmal eine ganz neue Erfahrung. Zum einen, weil man eine Woche lang nur Fußball im Kopf haben darf und zum anderen, weil man die neuen Mitspieler gleich besser kennenlernt und als Team noch enger zusammenrückt. Das kommt mir als Neuzugang natürlich sehr gelegen“.

Gleichzeitig soll in der Türkei aber auch die Grundlage für eine erfolgreiche Rückrunde und den Landesliga-Aufstieg gelegt werden. Auf welche Qualitäten darf sich der TSV Etelsen freuen?

„Ich bin ein klassischer Abräumer, der gerne die Drecksarbeit macht. Ich fühle mich auf jeder defensiven Position wohl, laufe aber hauptsächlich in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld auf. Ich bin zweikampfstark und habe eine gute Übersicht. Damit will ich dem Verein helfen, am Ende der Saison aufzusteigen“.

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