02. Oktober 2020 / 13:25 Uhr

Neu-Trainer André Steege rechnet mit einer harten Saison für die HSG Schaumburg Nord

Neu-Trainer André Steege rechnet mit einer harten Saison für die HSG Schaumburg Nord

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
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Andreas Lüer ist zurück bei der HSG Schaumburg Nord. © Uwe Kläfker
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Es geht wieder auf die Platte. Die Herren der HSG Schaumburg Nord starten in der Oberliga und das mit einem neuen Coach.

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Mit einem neuen alten Trainer starten die Oberliga-Handballer der HSG Schaumburg Nord an diesem Wochenende in die neue Saison. Am Samstag um 18 Uhr empfängt die HSG in der Sporthalle Waltringhausen die Mannschaft des TV 1887 Stadtoldendorf. Nach sieben Jahren ist André Steege wieder als Coach eingestiegen, zuvor hatte er die Mannschaft bereits von 2009 bis 2013 trainiert. Er beerbt Sebastian Reichardt. „Es wird wieder Zeit, ich habe es mir gut überlegt“, so Steege, der aufgrund des Coronavirus eine „andere Vorfreude“ auf die Saison verspürt. Die Lust ist da, „ich kann mir aber nur schwierig vorstellen, dass wir die Saison zu Ende spielen“, erklärt er.

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Der Reiz

So ganz aus dem HSG-Kosmos verschwand er zuvor nie. Nach einer kurzen Zeit im Vorstand, sah man ihn regelmäßig unter den Zuschauern. Gerade in der vergangenen Spielzeit war er immer wieder ein Tribünengast und machte sich so ein Bild von seiner jetzigen Truppe. Anders als zu seiner ersten Laufzeit, wo er sich das Team zusammenstellte, hat er nun eine fertige Mannschaft vor sich, mit der er arbeiten muss. „Das war aber auch ein Reiz“, stellt er klar. „Natürlich muss man manche etwas mehr überzeugen, aber zwischenmenschlich passt es gut. Wichtig ist, dass wir alle für den Verein stehen.“

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André Steege (zweite Reihe, ganz rechts) beobachtete die Mannschaft von Sebastian Reichardt schon häufiger in der Vorsaison. © Uwe Kläfker

Auf dem Spielfeld hofft der ehemalige Handballer „wie wahrscheinlich jeder Trainer“ auf ein schnelles Spiel nach vorne mit einer starken Defensive. Das Tempo müssen sich aber auf jeden Fall steigern, wobei es nicht einfach wird, denn nicht jeder Spieler wäre nach der Corona-Pause in einem fitten Zustand wieder zurück ins Training gekommen. „Viele haben noch erheblichen Nachholbedarf. Es wird eine harte Saison, die Liga sehe ich stärker als im Vorjahr.“

Andere Rahmenbedingungen

Die Vorbereitung lief trotzdem „nicht schlecht“, jedoch sei man als Trainer nie ganz zufrieden, so Steege, der zugibt manchmal neidisch auf die Rahmenbedingungen der anderen Oberligisten zu schauen. Der HSG fehle es an Manpower und man sei noch „sehr stiefmütterlich“ aufgestellt. Der Verein verkündete vor einigen Monaten auf seiner Jahreshauptversammlung, dass man aufgrund eines Schuldenberges weniger Geld in die erste Herrenmannschaft stecken möchte, um sich auf die Nachwuchsarbeit zu konzentrieren.

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„Unser Ziel muss es sein, die besten Jugendspieler aus der Umgebung zu bekommen“, findet auch Steege, der mit Niklas Knüttel jedoch einen bitteren Abgang hinnehmen muss. Der Youngster war als Stammspieler eingeplant und sollte parallel in der A-Junioren Bundesliga bei der JSG NSM Nettelstedt spielen. „Die Bestimmungen haben das aber nicht zugelassen, was bei uns im Verein auch lange Zeit keiner wusste und dann musste er sich entscheiden. Ich hatte ihn fest eingeplant, aber seine Entscheidung ist naheliegend“, so der Coach. Auch Youngster Daniel Bruns fällt mit einem gebrochenen Finger noch aus.

Lüer wieder da, aber was ist mit Hengst?

Wieder mit dabei sein wird Andreas Lüer. Er war kurzfristig in der vergangenen Saison in die 3. Liga zu den Dataliners Burgwedel gewechselt und kommt nun zurück. „Er ist ein Spieler, der uns gut tut, aber für mich stellt sich jetzt die Frage, ob er jetzt den nächsten Schritt macht, oder nicht“, erklärt Steege. „Er pflegt manchmal ein gewisses Phlegma und kann eigentlich mehr tun.“ Noch keine neue Wasserstandsmeldung gibt es rund um Nikolai Hengst, bei dem es weiterhin in der Schwebe ist, ob es ihn beruflich nach Berlin zieht. „Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf, aber gegen Stadtoldendorf ist er nicht dabei.“

Trotz der Ausfälle von Knüttel, Hengst und Bruns soll zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachgebessert werden. „Jetzt müssen es die anderen rausreißen.“ Und es würden sich so auch mehr Chancen für die Jugend ergeben („Das habe ich mir auf die Fahnen geschrieben.“).

Zum Saisonstart werden maximal 49 Zuschauer in der Halle sein können. Die Tickets sind schon alle verkauft, teilte der Verein mit. „Das ist äußerst unbefriedigend und ich hätte mir auch andere Umstände für das erste Heimspiel gewünscht. Aber wir müssen nun damit umgehen.“