19. März 2020 / 18:16 Uhr

Marcus Jahn – Neue Aufgabe für den Weltenbummler aus Luckenwalde

Marcus Jahn – Neue Aufgabe für den Weltenbummler aus Luckenwalde

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Marcus Jahn im Sommer 2019 bei einem seiner letzten Besuche im Luckenwalder Werner- Seelenbinder-Stadion.
Marcus Jahn im Sommer 2019 bei einem seiner letzten Besuche im Luckenwalder Werner-Seelenbinder-Stadion. © Frank Neßler
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Kreis Dahme/Fläming: Der gebürtige Luckenwalder Marcus Jahn ist seit Anfang März Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des Chemnitzer FC – ein schwerer Start im Zeichen der Corona-Epidemie.

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"Noch sind wir gesund und das ist das Wichtigste“, erklärt Marcus Jahn am Telefon, denn auch in Sachsen ist das Coronavirus längst angekommen. Für ihn eigentlich zur Unzeit. Marcus Jahn ist seit Anfang März Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des Chemnitzer FC. Richtig loslegen kann er nämlich in seinem neuen Job nicht.

„Nach einem positiven Test einer Lehrerin an der Sportschule wurde aus Sicherheits- und Vernunftsgründen der gesamte Komplex vorsorglich geschlossen,“ erzählt Jahn, „mit schwierigen Situationen kenne ich mich mittlerweile ja ein bisschen aus, wobei es nochmals ganz andere Dimensionen annimmt, als zum Beispiel bei der Jahrhundertflut 2013. Der höheren Gewalt müssen wir uns am Ende beugen und optimistisch bleiben.“

Der Job als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des Chemnitzer FC ist eine neue Aufgabe für den Weltenbummler in Sachen Fußball. Jahn, der 1986 in Luckenwalde geboren wurde, bekam das Fußball-ABC beim FSV 63 vermittelt. In Luckenwalde durchlief er in den Jahren 1996 bis 2000 von der U11 bis zur U19 alle Nachwuchsmannschaften.

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Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20. ©

Weitere sportliche Stationen waren anschließend Energie Cottbus, der FSV Mainz 05, wo er zeitweise bei den Profis unter Jürgen Klopp mittrainierte, der TV Hardheim, SV Wiesbaden, Fortuna Mombach und der 1. FC Eschborn.

Schon früh konzentrierte sich Jahn auf eine Ausbildung zum Diplom-Sportwissenschaftler. 2015 zählte er zu den jüngsten Absolventen, die den Fußball-Lehrer-Lehrgang mit Uefa-Pro-Lizenz an der Hennes-Weisweiler-Akademie der DFB Sportschule in Hennef abgeschlossen hatten. Er zählte dabei zu den Top-5 seines Jahrganges.

In zahlreichen Stationen hat Jahn nationale und internationale Erfahrungen gesammelt. 2010 startete er nach seiner aktiven Zeit eine Management-Karriere als Nachwuchskoordinator beim SK Windhoek in Namibia. Über den FSV Frankfurt kam Jahn zur SG Dynamo Dresden. Von 2012 bis 2014 arbeitete er bei der SGD als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Während seiner Amtszeit legte Jahn den Grundstein für den erfolgreichen Zertifizierungsprozess, bei dem die Dynamo-Nachwuchsakademie die maximale Anzahl von drei Sternen erhielt.

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Mit seinem Wechsel zum SSV Jahn Regensburg im Jahr 2014 stieg Marcus Jahn als Co-Trainer in den Trainings- und Spielbetrieb der 3. Liga ein. Auch hier zeichnete er sich für den Nachwuchs verantwortlich, betreute den Lizenzierungsprozess der „Jahnschmiede“ zum anerkannten Nachwuchsleistungszentrum und arbeitete als Koordinator für den Altersbereich U16 bis U23.

Beim FC Rot-Weiß Erfurt arbeitete er ab 2015 als Cheftrainer der U19 in der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost. Mit dem Wechsel zum FSV Zwickau ein Jahr später übernahm er das Amt des U19-Trainers. Ab 2017 arbeitete der gebürtige Luckenwalder als Nationaltrainer der U19- und U18-Junioren Ungarns. Dort übernahm er auch die Funktion als Interims-Cheftrainer der U21-Nationalmannschaft.

Bis 31. Dezember 2018 war Jahn anschließend beim chinesischen Fußball-Erstligisten Beijing Guoan unter Vertrag. Dort trainierte er die U21-Mannschaft des Clubs, um Talente zu fördern und sie an die erste Vertretung, die vom einstigen Leverkusen-Coach Roger Schmidt trainiert wird, heranzuführen. In den zurückliegenden Monaten war er schließlich für den Asiatischen Fußballverband im Bereich Clublizenzierung zwischen Singapur, Japan, Indien, Malaysia und Turkmenistan unterwegs. „Das waren natürlich wunderschöne Erfahrungen“, erklärt Jahn, der zudem im Vorjahr auch bundesweit als Hochschuldozent in der Managementlehre sowie Trainings- und Sportwissenschaft tätig war. Im Rahmen dieser Tätigkeit besuchte er auch hin und wieder seine Geburtsstadt. „Es ist für mich ein total wichtiges Anliegen, meine Wurzeln nicht zu vergessen“, sagt Jahn.

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