27. September 2019 / 17:16 Uhr

Neue Aufstiegsregelung zur 3. Liga: Der VfL Wolfsburg ist sauer

Neue Aufstiegsregelung zur 3. Liga: Der VfL Wolfsburg ist sauer

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg,SPORT, Fußball-Regionalliga, VfL Wolfsburg II - SSV Jeddeloh
Verärgert: Pablo Thiam, Sportlicher Leiter des VfL Wolfsburg II, gefällt die neue Aufstiegsregelung zur 3. Liga nicht. © Boris Baschin
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Der DFB-Bundestag hat eine neue Aufstiegsregelung zur 3. Liga beschlossen - und die verärgert Pablo Thiam, Sportlicher Leiter des VfL-Nachwuchses. Denn auch der Wolfsburger Regionalligist ist betroffen. Auch Erwin Bugar, Präsident des Norddeutschen Fußballverbands, hat sich mit Unverständnis zu den Änderungen geäußert.

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Bisher ist vereinbart, dass die Regionalliga Südwest für 2019 und 2020 einen direkten Aufstiegsplatz hat. Hinzu kommen zwei weitere Direktaufsteiger (nach einem rotierenden System), im vergangenen Jahr waren es die Staffeln Nordost und West. Die Meister der Nord- und Bayern-Staffel spielten in der Relegation den vierten Aufsteiger aus. Der VfL Wolfsburg II war im Mai nach Hin- und Rückspiel am FC Bayern München II gescheitert. In diesem Jahr hat der Nord-Vertreter seinen direkten Aufstiegsplatz sicher.

Das ist neu: Die Staffeln West und Südwest bekommen einen festen Aufstiegsplatz. Die Staffeln Nord, Nordost und Bayern werden nicht (wie ursprünglich diskutiert) zu zwei Staffeln verschmolzen, sondern bleiben eigenständig. Das bedeutet, dass einer der Meister der drei Staffeln nach einem jährlich rotierenden System direkt aufsteigt, den vierten Aufstiegsplatz spielen die beiden übrigen Erstplatzierten aus. Die neue Regelung tritt zur Saison 2020/21 in Kraft. DFB-Vize Rainer Koch sprach von "der vielleicht besten aller schlechten Möglichkeiten".

Altona - VfL Wolfsburg II

Szene aus der Partie des VfL Wolfsburg II in Altona. Zur Galerie
Szene aus der Partie des VfL Wolfsburg II in Altona. ©

Thiam ärgert diese Maßnahme: "Ich habe mich nicht intensiv damit beschäftigt, aber alles, was mit Ungleichbehandlung zu tun hat, gefällt mir nicht - egal, welche Parameter da zugrunde liegen." Dass die West- und Südweststaffel feste Direktaufsteiger hat, begründete der DFB-Bundestag mit der Tatsache, dass diese Regionen von Ballungszentren geprägt sind und sie mehr als 50 Prozent der gemeldeten Männermannschaften in Deutschland umfassen. "Die Entscheidung basiert auf politischen Absprachen, das hat mit dem Sport nichts zu tun", ärgert sich Thiam.

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Der 45-Jährige hätte sich gewünscht, "dass man beim alten System bleibt" und dann alle fünf Staffeln eine Relegation spielen. Denn "in dem Jahr, in dem du weißt, dass du aufsteigst, kannst du dich finanziell ganz anders aufstellen. Wenn du Relegation spielen musst, handelst du viel vorsichtiger", so Thiam weiter. Stattdessen, so der Nachwuchs-Chef, "gibt es jetzt eine Kompromisslösung, die nur einen Teil zufriedenstellt. Zwei Ligen werden bevorzugt, das ist in meinen Augen nicht fair. Gerade im Sport sollten alle gleichberechtigt werden." Und weiter betonte Thiam: "Wir müssen damit leben. Ich kann zwar meine Meinung sagen, aber ich weiß, dass es nichts bringt."