13. August 2019 / 17:26 Uhr

Neue Bobanschubstrecke in Potsdam eingeweiht

Neue Bobanschubstrecke in Potsdam eingeweiht

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Olympiasieger im Mixed-Team: Kevin Kuske und Lisa Buckwitz vom SC Potsdam schieben das Anschubgerät auf der neuen Piste.
Olympiasieger im Mixed-Team: Kevin Kuske und Lisa Buckwitz vom SC Potsdam schieben das Anschubgerät auf der neuen Piste. © Peter Stein
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Für 643000 Euro wurde am Olympiastützpunkt in Potsdam eine neue Bobanschubstrecke gebaut. Damit verbessern sich die Trainingsbedingungen für die Athleten erheblich. 

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"Steht – fertig – und ab!“ – und schon schieben Lisa Buckwitz und Kevin Kuske das Anschubgerät mit Karacho den Berg hinunter. Den  Olympiasiegern blieb am Dienstag die Premierenfahrt bei der Einweihung der neuen Bobanschubstrecke am Olympiastützpunkt im Potsdamer Luftschiffhafen vorbehalten. Nicht nur Sportministerin Britta Ernst (SPD) erhofft sich damit weitere Medaillen bei den nächsten Olympischen Winterspielen. Symbolträchtig prangen bereits Peking 2022 und Mailand 2026 als Zielvorgaben am Ende des Bremshangs.

Eine, die klar auf die Spiele im Zeichen der fünf Ringe fokussiert ist, dürfte Lisa Buckwitz vom SC Potsdam sein. Die Olympiasiegerin von 2018, damals noch als Anschieberin, schult sich seit einem Jahr als Pilotin, startet nun in ihre zweite Saison an den Lenkseilen. „Da muss ich auch athletisch fit sein. Auf der Anschubstrecke kann ich das prima trainieren“, meint die Sportsoldatin. Am 14. September, also in genau einem Monat, steht in Oberhof bereits der erste Anschubtest auf Eis für den nationalen Topkader an. Da sollen in den kommenden Jahren möglichst viele Potsdamer mit Topwerten glänzen.

„Die neue Anschubstrecke wird sich auszahlen“, ist Kevin Kuske überzeugt, der neben Jörg Weber und Frank Möller einer von drei Trainern am Potsdamer Stützpunkt ist. Der viermalige Olympiasieger sagt: „Vor allem fallen für die Sportler die langen Fahrwege weg. Früher mussten wir immer für das Anschubtraining bis nach Riesa, Altenberg oder Oberhof fahren. Da hast du jeweils drei Stunden hin und zurück im Auto gesessen. Da ist kein optimales Training möglich. Diese Zeit sparen wir nun, können sie zum Beispiel auch für die Regeneration zwischen den Trainingseinheiten viel besser nutzen.“

Mit Tempo 40 den Berg hinunter

Andreas Trautvetter, Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland , ist sich sicher, dass das Geld gut angelegt ist. Das Bundesinnenministerium (385 800 Euro), das Brandenburger Sportministerium (192 900 Euro) und die Stadt Potsdam (64 300 Euro) haben insgesamt 643 000 Euro investiert. Die Anschubstrecke mit einem Gefälle zwischen zwei und acht Prozent ist 61 Meter lang, der 23 Meter lange Bremsberg hat eine Neigung von 22 Prozent. Außerdem gibt es einen 90 Meter langen Sprinthang. Zur Ausstattung gehören ferner eine Garage und moderne Zeitmesstechnik. Mit knapp 40 km/h rauschen die Sportler den Berg hinunter. Die Räder des Anschubgeräts laufen auf Schienen. Dank des Gegenhangs rollt das Gefährt gleich wieder bis an den Start zurück.

Ganz am Anfang seiner Bob-Karriere steht auch Max Pietza. Der 24 Jahre alte Ex-Dreispringer will an die erfolgreiche Tradition der ehemaligen Leichtathleten aus dem Luftschiffhafen in der Formel 1 des Wintersports anknüpfen. Erst einmal möchte er sich im Europacup empfehlen. Als Anschieber habe er dank des neuen Wintersportparadieses am Ufer des Templiner Sees nun beste Trainingsbedingungen. Auch Ex-Speerwerfer Dominic Strauß gehört zu den Talenten, die bald in die Fußstapfen von Kuske und Co. treten sollen.

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