10. Januar 2022 / 12:37 Uhr

Neue Corona-Regeln geplant: RB Leipzig in der Red Bull Arena vor 250 Fans?

Neue Corona-Regeln geplant: RB Leipzig in der Red Bull Arena vor 250 Fans?

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Für die Fans in der Red Bull Arena könnte es einsam werden.
Für die Fans in der Red Bull Arena könnte es einsam werden. © Imago/Picture Point LE
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Die Red Bull Arena könnte sich bei den kommenden Heimspielen von RB Leipzig wieder füllen, zumindest ein ganz kleines bisschen. 250 Fans maximal sieht der aktuelle Entwurf der neuen Corona-Schutz-Verordnung für Sportveranstaltungen vor. Der Bundesligist zeigt sich enttäuscht und hofft auf ein Umdenken der Regierung.

Leipzig. Wie viele Zuschauer dürfen in den kommenden Wochen dabei sein, wenn RB Leipzig in der Red Bull Arena antritt? Und welche "Bedingungen" müssten die Fans erfüllen? Der aktuelle Entwurf der Corona-Schutz-Verordnung, die am Mittwoch beschlossen und am Freitag in Kraft treten soll, macht eine Art winzige Hoffnung. Demnach sind bei Sportveranstaltungen aller Art, egal ob drinnen oder draußen, egal ob Stadtliga oder Bundesliga, 50 Prozent der jeweiligen Höchstkapazität, höchstens aber 250 Besucherinnen und Besucher gestattet. Diese müssen geimpft und genesen sein, sowie einen tagesaktuellen Negativtest vorweisen.

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"Der aktuelle Entwurf, der zur Folge hat, dass wir unsere kommenden Heimspiele vor den Augen von lediglich 250 Zuschauern unter freiem Himmel im Stadion durchführen dürfen, ist für uns enttäuschend und nicht nachvollziehbar", so die Roten Bullen auf Anfrage der LVZ. Im Moment sei die pandemische Lage entspannter, Inzidenzen und Hospitalisierungsraten niedriger. "Demnach sollte die Landesregierung reagieren und in allen Bereichen gleichermaßen öffnen und darin konsistent sein", fordert der Bundesligist.

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Das Sozialministerium Sachsen bestätigte am Montag auf LVZ-Anfrage, dass die Regelung nach jetzigem Stand auch für den Profibereich, der bis dato vor gänzlich leeren Rängen antreten musste, gelten soll. Den Vorsatz, Geisterspiele bei länderübergreifenden Sportveranstaltungen beizubehalten, verfolgte das Kabinett offensichtlich nicht weiter. In einem ersten Entwurf der Eckpunkte für die neue Verordnung vom vergangenen Donnerstag, war davon noch die Rede gewesen. "Die Regelung für überregionale Sportveranstaltungen wurde am Freitag aus den Eckpunkten gestrichen", erklärte das Ministerium dazu.

Nicht der einzige Bundesligist

Das hieße im Klartext, bei den bis zum 6. Februar anstehenden Heimpartien von RB dürften 250 Fans in das Stadion, das sonst weit mehr als 40.000 Anhängerinnen und Anhängern Platz bietet. Betroffen wären das Pokalspiel gegen Hansa Rostock sowie die Ligapartie gegen den VfL Wolfsburg. Rein dürften die 250 Leute übrigens nur dann, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in Leipzig unter 1500 bleibt (Wert am Montag: 370,4) und die Anzahl der Covid19-Patienten auf Normalstationen sowie auf Intensivstationen in Sachsen die 1300 bzw. 420 nicht überschreitet (Stand Sonntag: 846 und 371).

"Wenn sich die pandemische Situation verschärft, muss es wieder härtere Maßnahmen geben", stellt auch RB Leipzig klar. Weiter: "Wir haben Hygienekonzepte entwickelt und mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, unsere Spiele sind nachweislich keine Pandemietreiber. Wir organisieren Veranstaltungen an der frischen Luft, jedem Fan wird ein fester Platz zugewiesen, um die Nachverfolgung zu sichern. Natürlich halten wir uns an 2G oder 2G plus, um mit geringstmöglichem Risiko unseren Fans ein sicheres Erlebnis und positive Erlebnisse in Zeiten von Corona zu bieten. Wir brauchen Lösungen für Menschen, die sich haben impfen lassen, die sich testen lassen – wir müssen ein Leben und eine Freizeitgestaltung MIT der bald zwei Jahre andauernden Pandemie ermöglichen. Das gibt den Menschen Zuversicht und positive Energie und schafft gleichzeitig eben auch Anreize, sich impfen und testen zu lassen."

RB wäre nicht der einzige Bundesligist, der vor einem Mini-Publikum antreten würde. Bei den Begegnungen zwischen dem SC Freiburg und Arminia Bielefeld sowie TSG Hoffenheim gegen FC Augsburg waren am vergangenen Wochenende jeweils lediglich 500 Fans zugegen. Noch kann RB allerdings auf mehr hoffen. Das Ministerium wies gegenüber der LVZ ausdrücklich darauf hin, dass bis zur Beschlussfassung Änderungen möglich sind. Bei Hertha BSC gegen den 1. FC Köln waren hingegen 2000 Fans vor Ort.