03. Juli 2020 / 11:42 Uhr

Neue Corona-Verordnung des Landes: Training mit Kontakt ja, Testspiele nein

Neue Corona-Verordnung des Landes: Training mit Kontakt ja, Testspiele nein

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Vollkontaktsport kann schmerzhaft enden, war in Niedersachsen aber seit dem 12. März verboten
Vollkontaktsport kann schmerzhaft enden, war in Niedersachsen aber seit dem 12. März verboten © Imago Images / Dünhölter
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Darauf haben alle Amateursportler in Niedersachsen eine gefühlte Ewigkeit gewartet: Ab dem 6. Juli ist Training in festen Kleingruppen mit Vollkontakt wieder erlaubt. Auf Testspiele gegen andere Vereinsmannschaften muss allerdings weiter verzichtet werden.

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Schritt für Schritt zurück in die viel diskutierte neue Normalität: Seit dem 12. März, der Tag an dem der Niedersächsische Fußballverband (NFV) die Saison zunächst unterbrochen hat, müssen die Amateurkicker auf Training mit Vollkontakt verzichten. Seit dem 7. Mai dürfen sie zwar wieder trainieren, allerdings nur in Kleingruppen und mit 1,5 Metern Abstand.

116 Tage danach hat der Krisenstab der Landesregierung nun am Freitag auf der Landespressekonferenz neue Lockerungen bekanntgegeben, die ab dem 6. Juli in Kraft treten.

Das sagen Hannovers Sportler zum ab dem 6. Juli wieder erlaubten Training unter Wettkampfbedingungen

... die Fußballer
: Mehmet Cobankara (50) war etwas „mulmig“ zumute im ersten Fußballtraining in Kleingruppen und auf Abstand: „Ich habe mehr Hütchen aufgestellt als sonst, aber ich war froh, die Kinder wiederzusehen“. Er trainiert die Kinder des Jahrgangs 2011 (ab heute E-Jugend) und die B-Junioren bei Kleeblatt Stöcken. Den Kindern hat „die Bewegung erst mal unheimlich gutgetan“, sagt Cobankara. Ab nächste Woche dürfen sich die Kinder endlich mit Toren in Trainingsspielen belohnen: „Das trockene Training wird irgendwann langweilig. Tore und Zweikämpfe stärken ihr Selbstbewusstsein, sie gehen stärker nach Hause.“ Eines wird der leidenschaftliche Trainer aus der Abstandsregelzeit beibehalten: „Die Abstandshütchen beim Torschuss, dann zankt sich keiner mehr, wer dran ist und keiner schießt dem anderen den Ball weg.“ Zur Galerie
... die Fußballer : Mehmet Cobankara (50) war etwas „mulmig“ zumute im ersten Fußballtraining in Kleingruppen und auf Abstand: „Ich habe mehr Hütchen aufgestellt als sonst, aber ich war froh, die Kinder wiederzusehen“. Er trainiert die Kinder des Jahrgangs 2011 (ab heute E-Jugend) und die B-Junioren bei Kleeblatt Stöcken. Den Kindern hat „die Bewegung erst mal unheimlich gutgetan“, sagt Cobankara. Ab nächste Woche dürfen sich die Kinder endlich mit Toren in Trainingsspielen belohnen: „Das trockene Training wird irgendwann langweilig. Tore und Zweikämpfe stärken ihr Selbstbewusstsein, sie gehen stärker nach Hause.“ Eines wird der leidenschaftliche Trainer aus der Abstandsregelzeit beibehalten: „Die Abstandshütchen beim Torschuss, dann zankt sich keiner mehr, wer dran ist und keiner schießt dem anderen den Ball weg.“ ©

Training in festen Gruppen von bis zu 30 Personen ist demnach ab Montag wieder erlaubt. Auf Zweikämpfe hatten nicht nur die Fußballer eine gefühlte Ewigkeit verzichten müssen, nun dürfen Amateursportler wieder auf Tuchfühlung zu ihren Mitspielern gehen.

Schritt für Schritt

Dies gilt allerdings nur für das Training und nicht für Testspiele. Darauf muss wohl noch bis zum 20. Juli verzichtet werden, dann stellt die Landesregierung weitere Veränderungen vor.

Da jedoch bereits Treffen mit bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten erlaubt ist, wäre beispielsweise der Freizeitkick "5 gegen 5" auf dem Bolzplatz um die Ecke ebenfalls zulässig.

Das umfasst zwar keine Test- und Punktspiele, wie die Staatskanzlei am Freitag betonte. Trainingsspiele innerhalb einer Mannschaft sind dann jedoch möglich.

Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einem „großen Schritt Richtung Normalität“. Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, müssen die Sportler die Kontaktdaten aller Beteiligten erfassen.

"Absolut richtig und vertretbar"

Die Lockerung sei der nächste logische Schritt, sagt NFV-Präsident Günter Distelrath. „Die Entscheidung, den Sport mit Kontakt wieder zuzulassen, finde ich absolut richtig und vertretbar.“

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Darüber hinaus ist die erlaubte Teilnehmerzahl für Veranstaltungen in Niedersachsen von 250 auf 500 angehoben worden.

Ursprünglich wollte die Regierung in dieser Woche eine komplett überarbeitete, kompakte Neufassung des Corona-Regelwerks vorlegen. Weil der Entwurf dafür aber immer noch 34 Seiten umfasste, wurde das Vorhaben um eine Woche verschoben.

„Das ist auch für sehr gute Juristen (...) eine wirkliche Herausforderung“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Die Neufassung soll am 10. Juli der Öffentlichkeit vorgestellt werden.