19. November 2021 / 16:23 Uhr

Neue Frische nach dem Juve-Frust: Wolfsburgs Fußballerinnen jetzt gegen Essen

Neue Frische nach dem Juve-Frust: Wolfsburgs Fußballerinnen jetzt gegen Essen

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nach dem Frust ist vor der Bundesliga: Jill Roord (l.) und der VfL treffen am Sonntag auf Essen.
Nach dem Frust ist vor der Bundesliga: Jill Roord (l.) und der VfL treffen am Sonntag auf Essen. © Roland Hermstein
Anzeige

In der Champions League droht den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg nach dem 0:2 gegen Juventus das Aus, in der Bundesliga stehen sie auf Rang eins - und wollen diesen Platz am Sonntag gegen Essen verteidigen. Zuschauer können im AOK-Stadion nicht dabei sein.

Donnerstagabend unterlagen die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg am vierten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase im heimischen AOK-Stadion mit 0:2 gegen Juventus Turin. Durch die Niederlage muss der Vizemeister seine beiden verbleibenden Spiele in Genf und gegen Chelsea gewinnen, um noch eine Chance aufs Erreichen der K.o.-Phase zu haben. Eine schwierige Situation, über die aber nicht lange nachgedacht werden darf - denn bereits Sonntag (18 Uhr, live auf Magenta Sport) geht es im Bundesliga-Alltag gegen die SGS Essen weiter. "Wir haben Freitag viele Gespräche geführt, wieder ein Feeling füreinander bekommen und das Spiel analytisch aufgearbeitet", so VfL-Trainer Tommy Stroot über die bittere Niederlage gegen Juve. Im selben Moment, so der 32-Jährige, "haben wir alles daran gesetzt, wieder eine gemeinsame Richtung reinzubekommen."

Die letzten Wochen waren für die VfL-Fußballerinnen eine Gefühls-Achterbahn. Einerseits gab es viele gute Ergebnisse mit dem 1:0-Sieg bei den Bayern als Höhepunkt, andererseits "belohnt man sich nicht für drei gute Halbzeiten gegen Juventus", so Stroot. "Wir müssen so schnell wie möglich mit der Situation umgehen. Es darf nicht passieren, dass uns das bremst." Doch die Beine werden schwerer, die Belastung ist durch die vielen englischen Wochen hoch - mental sowie körperlich. Dass in einer intensiven Partie wie gegen Juve vergangenen Donnerstag nur zweimal gewechselt wurde, warf bei den Fans viele Fragen auf. Rebecka Blomqvist, Joelle Smits oder auch Shanice van de Sanden blieben auf der Bank. Sie zu bringen, hätte aus Stroots Sicht nichts geändert, denn: "Wir haben die Offensivspielerinnen gar nicht so sauber erreicht, waren zu hektisch." Immerhin hätten die Genannten dafür nun "die nötige Frische für das Spiel gegen Essen. Es gibt Gedankengänge, bewusst auf einigen Positionen zu wechseln. Mit Felicitas Rauch, die in der Königsklasse gelb-rot gesperrt war, kehrt zudem eine fitte Spielerin zurück."

Zuschauer können im AOK-Stadion gegen Essen nicht dabei sein - das niedersächsische Feiertagsgesetz untersagt am Totensonntag öffentliche Sportveranstaltungen. "In Absprache mit der Stadt Wolfsburg und dem Land Niedersachsen konnte jedoch erwirkt werden, dass das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit – also ohne Zuschauende – stattfinden darf", hieß es dazu bereits Ende Oktober in einer gemeinsamen Erklärung von Stadt und VfL.

Anzeige

In der Liga steht die SGS Essen nach acht Spielen mit acht Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Dass die Wolfsburgerinnen als Tabellenführer automatisch in die Favoritenrolle rücken, nimmt Stroot an. "Wir wollen auch nichts kleiner reden, als es ist und wollen dem gerecht werden. Wir wollen als Tabellenführer in die Länderspielpause gehen", sagt der gebürtige Nordhorner. Gegen die Mannschaft von Ex-VfL-Co-Trainer Markus Högner "werden wir auch Lösungen finden und eine bessere Konsequenz in Sachen Torchancen an den Tag legen müssen. Wir wissen, dass sie Tempo im Umschaltspiel und ihre Momente haben."

Der Verein aus Schönebeck gilt in Deutschland seit Jahren als Talentschmiede. Stroot: "Sie schaffen es immer wieder, hochtalentierte Spielerinnen zu bekommen und so auszubilden, dass sie den nächsten Schritt schaffen." Ein Beispiel sei da vor allem Lena Oberdorf, die bei der SGS an die Bundesliga herangeführt wurde und nun mit 19 Jahren beim VfL bereits eine Schlüsselspielerin ist. Antonia Baaß (21), Carlotta Wamser (18), Jill Baijings (20), Beke Sterner (18) und Nina Räcke (20) sind dabei weitere Namen im Kader der SGS, denen eine große Zukunft vorausgesagt wird. "Sie haben auch mit der Stadt Essen und den Universitäten in der Region gute Möglichkeiten, für die jüngeren Altersklassen tolle Perspektiven zu bieten. Dazu spielt der Teamfaktor eine große Rolle, das zeichnet sie immer aus", lobt Stroot.