15. Februar 2020 / 11:38 Uhr

Neue Halle, neue Ziele: Das Projekt des TuS Vinnhorst wächst

Neue Halle, neue Ziele: Das Projekt des TuS Vinnhorst wächst

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jubeltraube: Die Handballer von TuS Vinnhorst wollen hoch hinaus.
Jubeltraube: Die Handballer von TuS Vinnhorst wollen hoch hinaus. © Soeren Carl
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Der TuS Vinnhorst wächst und wächst. Dank der Millionenspende von ZAG-Gründer Martin Weiß wird die neue Halle mit höchsten Standards gebaut. Für die Turner und Handballer soll es dann ganz hoch hinaus gehen.

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In kleinen Maßstäben denkt hier niemand mehr. Im Norden der Stadt entsteht eines der ambitioniertesten Projekte der hannoverschen Sportszene. TuS Vinnhorst, ein 800-Mitglieder-Verein, will sportlich wie infrastrukturell zukünftig ganz oben mitspielen.

Noch schimmern die kahlen Mauern der riesigen Baustelle unweit des Kanals mausgrau zwischen den Gerüsten. Die Arbeiten stocken an diesem verregnet düsteren Tag. Dennoch ge­wäh­ren die wuchtigen Wände eine Vorstellung von den neuen Möglichkeiten in Vinnhorst, wenn – so der Plan – Ende August die Eröffnung der neuen 15-Millionen-Sportarena gefeiert wird.

Stein für Stein geht es nach oben. Der Zeitplan ist – wie alles bei TuS – durchaus ambitioniert. Eine Verzögerung wollen die Verantwortlichen nicht akzeptieren. „Unsere Saisons im Turnen und im Handball fangen an, wir müssen fertig sein“, sagt der Vorsitzende Uwe Jankowski. Eine klare Botschaft an den Generalunternehmer.

Bilder zum Spiel der 3. Handball-Liga Nord-Ost zwischen der TSV Burgdorf II und dem TuS Vinnhorst:

Vinnhorsts Milan Mazic wirft aufs Tor.  Zur Galerie
Vinnhorsts Milan Mazic wirft aufs Tor.  ©

Weiß will Vinnhorst nach oben bringen

Dank der Millionenspende von ZAG-Gründer Martin Weiß lässt sich der Neubau überhaupt nur realisieren. Weiß selbst spielte einst Handball für Vinnhorst. Der 70-Jährige wohnt heute nur wenige Meter vom Vereinsheim entfernt. Weiß, der mit seiner Zeitarbeit-Firma ein Vermögen gemacht hat und sich aus dem operativen Geschäft des Unternehmens in Kürze zurückziehen wird, taucht immer häufiger in der Sportszene auf. Er unterstützt die Recken, gilt als potenzieller Investor bei den Profi-Fußballern von Hannover 96, hat die Namensrechte an der Tui- und künftigen ZAG-Arena für 5 Millionen Euro gekauft – und will seinen Heimatverein nach oben bringen.

Einen ersten Vorgeschmack darauf, in welche Dimensionen es für die Handballer gehen soll, gibt es am Sonntag. TuS Vinnhorst wechselt seine Heimspielstätte und bestreitet das Spitzenspiel der 3. Liga in der Swiss-Life-Hall. Eine große Bühne mit VIP-Bereich und Drumherum für mehr als 2000 Fans (Tickets: 10 Euro, ermäßigt 6 Euro). Ein finanzielles Wagnis, das der Mäzen absichert. Das vor der Saison ausgegebene Ziel vom Aufstieg in die 2. Liga lässt sich in diesem Jahr noch nicht realisieren. Zu stark ist die Konkurrenz. „Wir wollen in die 2. Liga“, sagt Jankowski, „aber nicht mit Gewalt. Das soll alles wachsen.“

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"Sind auf dem richtigen Weg"

Also bastelt TuS Vinnhorst weiter an der Halle und weiter am Kader. „Drei, vier neue Leute werden wir noch benötigen, um nächste Saison ganz oben angreifen zu können“, sagt der Schatzmeister und Weiß-Vertraute Axel Schmidt. Allerdings mit Au­gen­maß. So verzichtete Vinn­horst im vergangenen Jahr bewusst etwa auf die Verpflichtung der Ex-Bundesliga-Spieler Lars Lehnhoff und Torge Johannsen. Zu teuer. Ein Augenmaß, das auch für die Turner gilt, die im vergangenen Jahr im Schlussspurt den Klassenerhalt in der Bundesliga schafften. Die Kunstturner bekommen in dem Hallenneubau ein Trai­nings­zen­trum nach höchsten Standards. „Wir haben durch die Erfolge der Bundesliga-Turner einen enormen Zulauf an Jugendlichen. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Jankowski.

Mehr Mitglieder bedeuten eine höhere Auslastung, die wiederum die deutlich gestiegenen Nutzungskosten der Halle auffangen sollen. Eine Rechnung, von der noch niemand weiß, ob sie aufgeht. Unterstützung von der Stadt erhält TuS Vinnhorst bislang nicht. Im Ge­gen­teil. Aktuell bringt ein Kostenpunkt das Gesamtprojekt ins Wanken, das bislang noch niemand so recht auf dem Plan hatte: die Zufahrt. 1,2 Millionen Euro kostet der Ausbau der öffentlichen Straße. Unklar bleibt nach wie vor, wer die Kosten übernehmen soll. Die Gespräche laufen.

„Jetzt kümmern wir uns erst mal um das Spiel in der Swiss-Life-Hall“, lenkt Schatzmeister Schmidt die Gespräche auf das sportlich Wesentliche. „Ganz Vinnhorst wird uns hoffentlich unterstützen“, sagt er. Das Experiment in der Stadionsporthalle beginnt um 15 Uhr, aus Dessau haben sich rund 100 Fans angekündigt.