25. Juli 2021 / 00:16 Uhr

Die Neuen, die Tests, die Form: So weit ist van Bommels VfL Wolfsburg

Die Neuen, die Tests, die Form: So weit ist van Bommels VfL Wolfsburg

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Von Nmecha bis van Bommel: Der VfL Wolfsburg im SPORTBUZZER-Check
Von Nmecha bis van Bommel: Der VfL Wolfsburg im SPORTBUZZER-Check © Roland Hermstein
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Durchatmen für die Profis des VfL Wolfsburg: Nach der Rückreise aus dem Trainingslager in Bad Waltersdorf gibt's zwei freie Tage. Zeit für eine SPORTBUZZER-Bestandsaufnahme: So weit ist der neue Trainer Mark van Bommel mit seinem Team.

Wie weit ist der VfL Wolfsburg unter seinem neuen Trainer Mark van Bommel? Sechs Tage Trainingslager in Bad Waltersdorf samt Testspiel zum Abschluss am Samstagnachmittag in der Nähe von Graz gegen die AS Monaco (1:2) sind vorbei, nach der Partie ging es vom Flughafen Graz aus für Team und Trainer zurück nach Wolfsburg. Dort steht am Dienstag die nächste Trainingseinheit an. Gut drei Wochen dauert die Saison-Vorbereitung nun schon, in zwei Wochen bestreitet der VfL sein erstes Pflichtspiel der neuen Saison bei Preußen Münster (DFB-Pokal), eine knappe Woche darauf startet die Fußball-Bundesliga-Saison. Zeit, um ein Zwischenfazit zu ziehen: So weit ist van Bommels VfL.

Die Tests

Die Partie gegen Monaco war das fünfte Spiel in dieser Vorbereitung, nur das erste gegen Aue (2:1) wurde gewonnen, danach folgten Niederlagen gegen die Zweitligisten Rostock (0:3), Kiel (0:1) und Lyon (1:4). Niederlagen, die erklärbar sind, zumal der van Bommel mit Kevin Mbabu erst seit Donnerstag den letzten EM-Fahrer zurück hat. Gut war der VfL in diesen Spielen aber nicht. Gegen Monaco kamen nun bis auf Mbabu alle EM-Fahrer zum Einsatz – und van Bommel war trotz eine erneuten Niederlage nicht sauer. Ganz im Gegenteil: „Unser Spiel wird immer besser. Trotz der Niederlage können wir zufrieden sein. Ich glaube, dass die Idee rüberkommt und die Jungs diese auch ausführen können.“

Der VfL Wolfsburg im Test gegen Monaco - Die Bilder

VfL Wolfsburg - AS Monaco: Mark van Bommel, Niko Kovac und Jörg Schmadtke im Smalltalk vorm Spiel. Zur Galerie
VfL Wolfsburg - AS Monaco: Mark van Bommel, Niko Kovac und Jörg Schmadtke im Smalltalk vorm Spiel. ©

Die Spielidee

In den vergangenen Tagen ist van Bommel öfter danach gefragt worden, so richtig ins Detail ging er nicht. Aber: Gegen Monaco war seine Idee in der ersten Stunde, die ordentlich bis gut vom VfL war, in Ansätzen zu sehen. Neben dem Umschaltspiel, das den VfL in die Champions League führte, soll das Team künftig auch Gefahr aus Ballbesitz entwickeln. Gegen die Franzosen war der VfL torgefährlich. Meist über die rechte Seite mit Ridle Baku (hinten) und Renato Steffen (vorn). Es wurde sich mit schnellen, präzisen Pässen nach vorn kombiniert – und dann gefährlich in den Strafraum geflankt, Yannick Gerhardt nutzte solch eine Hereingabe zur Zwischenzeitlichen Führung. Van Bommel lobte: „Man hat eine Mannschaft gesehen, die mit einer Idee spielt. Natürlich nicht über 90 Minuten. Aber es waren einige Spielzüge dabei, die mir gefallen haben – das war gut.“

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Der Konkurrenzkampf

Die Abwehr, letztes Jahr die zweitbeste der Liga, ist mit der Verpflichtung von Sebastiaan Bornauw (kam aus Köln) noch besser geworden, wenngleich Stand jetzt erneut der immer besser werdende Maxence Lacroix und Jay Brooks innen wieder die Nase vorn haben. Sowohl hinten rechts (Mbabu, Ridle Baku) als auch hinten links (Paulo Otavio, Jerome Roussillon) hat van Bommel die Qual der Wahl. Roussillon schied gegen Monaco mit einer Oberverletzung aus. Der Coach: „Auf den ersten Blick war es nicht so schlimm.“ Hinten hat er viel Auswahl, im defensiven Mittelfeld ebenfalls. Da zeigte EM-Fahrer Xaver Schlager direkt nach seiner Rückkehr, dass er seinen Platz nicht räumen will. Während seine Kollegen den Weg vom Hotel zum Platz mit dem Fahrrad antraten, lief der österreichische Nationalspieler. VfL-Olympia-Fahrer Maximilian Arnold und er waren gesetzt. Gegen Monaco zeigten Kapitän Josuha Guilavogui und Yannick Gerhardt, dass sie ebenfalls einen der beiden Sechser-Plätze haben wollen. Eigengewächs und Rückkehrer Elvis Rexhbecaj sowie Neuzugang Aster Vranckx (verletzt) müssen sich hinten anstellen. „Mir gefällt es, wie die Spieler um ihre Plätze kämpfen“, lobt van Bommel. „Aber so muss das auch sein.“ Schon jetzt ist klar: Es wird Härtefälle geben, auf den Coach warten knifflige Entscheidungen. „Diese Entscheidung muss man treffen, wenn die Pflichtspiele anstehen, für Spieler sind diese Entscheidungen nicht so einfach, zu akzeptieren. Aber wir haben viele Spieler im Kader“, so der Holländer.

Die Neuen

Gegen Monaco feierten Bornauw und Lukas Nmecha ihre Debüts – Bornauw wurde zum Pechvogel der Partie er traf nach einer Flanke von der rechten Seite unglücklich ins eigene Tor. Van Bommel: „Das passiert, da muss man nicht böse werden. Er macht es nicht mit Absicht.“ Was sagt der Coach über die ersten Minuten des im Trainingslager zweikampfstarken Belgiers? „Er muss sich noch an die Mannschaft gewöhnen – und die Mannschaft an ihn. Aber ich mache mir keine Sorge.“ Das gelte auch für Lukas Nmecha. Der U21-Europemeister zeigte in den vergangenen Tagen, dass er mit dem Nmecha aus dem zweiten Halbjahr 2019, als er schon einmal in Wolfsburg war, nicht mehr zu vergleichen ist, vor allem vorm Tor ist er viel abgezockter geworden, wie er in den Trainingsspielen andeutete. Sein Bruder Felix ist noch nicht zu bewerten, da er erst seit Donnerstag bei der Mannschaft ist.

Die Woche vor der Generalprobe

Am Sonntag und am Montag haben die Spieler frei, am Dienstag geht es weiter mit der Vorbereitung, bevor am Samstag (18 Uhr) der Testspiel-Kracher gegen den spanischen Meister Atletico Madrid steigt. Welche Schwerpunkte van Bommel in der vierten Vorbereitungswoche setzen wird, ließ er offen, er sagte nur: „Die Jungs sollen wieder etwas dazu lernen. Ich habe ja am Anfang der Vorbereitung gesagt, wir brauchen Zeit. Es geht nicht von null auf Hundert, es ist ein Prozess.“