21. April 2020 / 10:00 Uhr

Die neuen Superstars: Dayot Upamecano im Porträt – Unter dem Radar

Die neuen Superstars: Dayot Upamecano im Porträt – Unter dem Radar

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dayot Upamecano steht noch bis 2021 bei RB Leipzig unter Vertrag.
Dayot Upamecano steht noch bis 2021 bei RB Leipzig unter Vertrag. © imago images/VI Images/Montage
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Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind noch aktiv, doch die nächste Generation lauert schon – der SPORTBUZZER stellt die neuen Superstars des Fußballs in einer Serie mit eingebettetem Podcast vor. Teil zwölf: Dayot Upamecano von RB Leipzig.

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Für die einen war es ein echtes Spitzenspiel in der Bundesliga, für Dayot Upamecano vielleicht das perfekte Bewerbungsschreiben für einen lukrativen Transfer. Als RB Leipzig im Februar beim FC Bayern gastierte, machte der Franzose das Spiel seines noch jungen Profi-Lebens. Gerade 21 geworden, spitzelte er dem wohl besten Stürmer der Welt, Robert Lewandowski, in aller Regelmäßigkeit und in chirurgischer Präzision den Ball vom Fuß, als wäre es ein Kinderspiel. Nie ließ er den Polen aus dem Blick. In bestechender Manier eröffnete er sogar noch das Spiel.

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Selbst die Bosse des FC Bayern, die eigentlich nichts mehr über Spieler anderer Vereine sagen wollten, nickten nach Abpfiff anerkennend. Sportdirektor Hasan Salihamidzic gab immerhin zu, dass Upamecano ein "starkes Spiel" gemacht habe. Zu weit aus dem Fenster lehnen wollte er sich nicht. Auch, um keine falschen Signale zu senden. Schließlich gehört der Rekordmeister zu den Interessenten von Upamecano, um Jérôme Boateng mittelfristig mit dem Spiegelbild des jungen Boateng zu ersetzen.

Sagnol: "Er muss noch lernen"

Upamecanos Vertrag bei RB läuft nur bis 2021, vorher kann er den Klub für die festgeschriebene Ablösesumme von 60 Millionen Euro verlassen – halb Europa will ihn, obwohl Spiele wie gegen Bayern nicht standardisiert sind. Auch für den einen oder anderen Bock ist "Upa" immer mal zu haben – doch der starke Eindruck bleibt. "Wenn er vorwärts verteidigt, ist er ein super Verteidiger", sagt Bayerns ehemaliger Defensivspezialist Willy Sagnol. Verbesserungspotenzial sieht aber auch er. "Er muss noch lernen, wann man spekuliert oder sich nach hinten orientiert. Diese kleinen Entscheidungen mit großem Effekt lernt man aber mit der Zeit", so der Franzose über seinen Landsmann.

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Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche hofft auf einen Verbleib seines Juwels: "Dayot weiß, was er an uns hat. Er spielt Champions League, hat hier ein perfektes Umfeld und seine Freunde. Dayot ist ein tolles Gesamtpaket – aber RB auch." Apropos Gesamtpaket: Das stimmt bei dem jungen Innenverteidiger tatsächlich. Trotz der Figur eines Lastwagens und einer Körpergröße von knapp 1,90 Meter ist er wendig, schnell und beweglich wie ein Motorrad. Auch für die eine oder andere rustikale Grätsche ist er inzwischen bekannt und gefürchtet. Aufgrund dieser Eigenschaften entdeckte ihn Ralf Rangnick bereits mit 16 Jahren und lotste ihn von Valencienne aus Frankreich zum Leipziger Schwesternklub Red Bull Salzburg nach Österreich.

Hasenhüttl: "Dayot sind keine Grenzen gesetzt"

Es dauerte nur zwei Jahre, bis Rangnick seinen Zögling nach Leipzig holte. Ralph Hasenhüttl, damals RB-Trainer, geriet sofort ins Schwärmen. "Dayot hat alle Qualitäten, die wir brauchen. Ihm sind keine Grenzen gesetzt." Nach einem etwas holprigen Beginn startete Upamecano dann durch.

Doch in seiner Heimat lief der heute 21-Jährige lange unter dem Radar, machte noch kein einziges Länderspiel. "Sein Problem in Frankreich ist, dass er bereits als sehr junger Spieler ins Ausland gegangen ist. In seinen ersten zwei Jahren in Leipzig hat man ihn nicht häufig gesehen. Erst jetzt, wo RB in der Champions League spielt, nimmt man ihn auch bei uns mehr wahr", erklärt Sagnol, von 2011 bis 2014 Direktor der französischen Nationalmannschaft.

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Upamecanos Mitspieler sind begeistert: "Dayot ist eine Maschine. Er hat alles, was es für eine große Karriere braucht. Auch vom Kopf her", schwärmt Leipzigs Kapitän Willi Orban. Timo Werner, einer der schnellsten Spieler der gesamten Bundesliga, verzweifelt im Training regelmäßig an "Upa". "Wenn ich mir den Ball an einem Gegenspieler vorbei lege, ist es normalerweise so, dass ich nicht mehr eingeholt werde. Bei Dayot funktioniert das aber nicht immer. Er ist höllisch schnell“, sagt der Nationalspieler. Oder wie es sein Entdecker Rangnick ganz unbescheiden formuliert: "’Upa’ ist einer der besten Transfers in der Geschichte von RB Leipzig."

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Die Serie "Die neuen Superstars des Fußballs" gibt es auch als Podcast bei rnd.de, sportbuzzer.de und allen bekannten Anbietern.