22. April 2020 / 10:52 Uhr

Die neuen Superstars: Vinícius Junior im Porträt – Der teuerste Bubi der Welt

Die neuen Superstars: Vinícius Junior im Porträt – Der teuerste Bubi der Welt

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Vinícius Junior von Real Madrid jubelt nach seinem Treffer gegen den FC Barcelona.
Vinícius Junior von Real Madrid jubelt nach seinem Treffer gegen den FC Barcelona. © Getty Images/Montage
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Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind noch aktiv, doch die nächste Generation lauert schon – der SPORTBUZZER stellt die neuen Superstars des Fußballs in einer Serie mit eingebettetem Podcast vor. Teil 13: Vinícius Junior von Real Madrid.

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In der großen weiten Fußballwelt kennt diesen Jubel jeder: Anlauf, Absprung, 180-Grad-Drehung, Landung – mit nach hinten ausgestreckten Armen. Hundertfach hat Cristiano Ronaldo diese Pose vorgeführt. Inzwischen hat er einen prominenten Nachahmer gefunden. Als Vinícius José Paixão de Oliveira Júnior im März zum 2:0 im Clásico gegen den FC Barcelona traf, hob der Brasilianer ebenfalls ab. Bei Real Madrid kannten sie diese Einlage ja bereits. Nur, dass nun die Nummer 25 statt der 7 auf dem Trikot des Torschützen prangte, und die Aufschrift: Vinícius Jr.

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Erstmals aufgetaucht im Ronaldo-Segment der Branche war dieser Name bereits 2017. Stehen sollte er zu jenem Zeitpunkt für ein neues Wunderkind vom Zuckerhut. Verkörpert von einem 16-Jährigen, der in der brasilianischen U17 und bei seinem Klub Flamengo Rio de Janeiro für so viel Furore gesorgt hatte, dass Real am 23. Mai dessen Verpflichtung zur Saison 2018/2019 bekannt gab. Mit pathetischem Wortlaut, als einem der "strahlendsten Talente" am Fußballhimmel. 45 Millionen Euro wurden an den brasilianischen Klub überwiesen, 8 Millionen gingen an die Spielerseite und weitere 8 Millionen an den Berater – machte in Summe: 61 Millionen Euro. Noch nie zuvor war mehr für einen 16-jährigen Bubi bezahlt worden.

U15 und der U17 Südamerika-Meister

14 Monate lang soll sich der Scout der "Königlichen" zuvor immer wieder mit dem Spieler und Personen aus dessen Umfeld getroffen und um ihn gebuhlt haben. Als herausragender Akteur seines Jahrgangs gehörte Vinícius Jr. zu jener Mannschaft von Flamengo, die in drei Jahren kein einziges Spiel verloren hatte. Zudem war er mit der brasilianischen U15 und der U17 Südamerika-Meister geworden.

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Als es Vinícius Jr. im Sommer 2018 in die spanische Hauptstadt zog, wurde er von seiner gesamten Familie begleitet. Auch sportlich wurde ihm zunächst etwas Eingewöhnungszeit bei der 2. Mannschaft der Madrilenen in der 3. Liga zugestanden. Doch mit der Beförderung des Reservetrainers Santiago Solari zu den Profis wurde schon bald auch die Entwicklung des Offensivspielers angeschoben. "Niemand hätte sich vorstellen können, dass ich nach sechs Monaten in Madrid so oft von Anfang an spiele", verkündete er stolz, bevor ihn gegen Ende einer (trotz nur eines erzielten Treffers) starken Debütsaison mit 18 Ligaeinsätzen eine Außenbandverletzung außer Gefecht setzte.


Illgner beschreibt Vinícius Jr. als "agil und spielfreudig"

In Spanien wird der inzwischen 19-Jährige, der noch immer eine Zahnspange trägt, als "großes Talent" gesehen, sagt der ehemalige Real-Keeper Bodo Illgner. Dazulernen muss er trotzdem noch einiges, auch wenn Förderer Solari mal andeutete, dass "er Dinge an sich hat, die man nicht lernen kann". Illgner hat Vinícius Jr. bislang als "agil und spielfreudig" erlebt, „der aus der Lust heraus kommt“ und von dem man „immer eine Überraschung erwarten kann“. Mehr Zielstrebigkeit müsse er jedoch noch in seine Aktionen bekommen.

In seiner zweiten Saison bei Real steht Vinícius Jr. nach 19 Ligaspielen erneut erst bei zwei Toren und einer Vorlage. "Er kommt immer wieder in aussichtsreiche Positionen, braucht aber noch zu viele Möglichkeiten, um zu treffen", berichtet Illgner, "daher wird er von den Anti-Madridista oftmals als Chancentöter verspottet. Und wenn er mal ein Tor erzielt, heißt es, er habe den Ball nicht richtig getroffen."

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So hatte "Vini" übrigens auch seinen Treffer gegen Barca erzielt. Keeper Marc-André Ter Stegen hatte er nur überwinden können, weil Gerard Piqué noch abfälschte. Dem Teenager wird es egal gewesen sein, wurde er doch mit 19 Jahren und 230 Tagen zum jüngsten ausländischen Torschützen in einem Clásico – und überflügelte sogar einen gewissen Lionel Messi. Auch den kennt in der Fußballwelt so ziemlich jeder.

Teil 14: Matteo Guendouzi

Die Serie "Die neuen Superstars des Fußballs" gibt es auch als Podcast bei rnd.de, sportbuzzer.de und allen bekannten Anbietern.