29. April 2021 / 16:03 Uhr

Neuer Babelsberger Co-Trainer Jörg Buder: "Eine fantastische Aufgabe"

Neuer Babelsberger Co-Trainer Jörg Buder: "Eine fantastische Aufgabe"

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
28.04.2021, Fußball,Testspiel, SV Babelsberg 03 - Tennis Borussia Berlin, Karl-Liebknecht-Stadion Potsdam
im Bild: v.l. Trainer Predrag Uzelac (SV Babelsberg 03),Co-Trainer Joerg Buder (SV Babelsberg 03)
Neu an der Seite von Babelsbergs Chefcoach Predrag Uzelac (l.): Jörg Buder. © Julius Frick
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Regionalliga Nordost: Der 51 Jahre alte A-Lizenz-Inhaber spielte früher selbst für den SV Babelsberg 03, war zuletzt als Nachwuchscoach im Verein tätig und hat im Karl-Liebknecht-Stadion schon große Erfolge gefeiert.

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Reger Austausch mit Cheftrainer Predrag Uzelac, aufmunternde Worte für die eigenen Spieler und die obligatorischen „Hinweise“ von der Seitenlinie an den Schiedsrichter oder seinen Assistenten. Wer Jörg Buder am Mittwochnachmittag beim Testspielremis des SV Babelsberg 03 gegen Tennis Borussia Berlin (1:1) beobachtet hat, hätte sicherlich nicht gedacht, dass er erst seit etwas mehr als einer Woche den Co-Trainer-Posten beim Fußball-Regionalligisten inne hat. hätte sicherlich nicht gedacht, dass er erst seit etwas mehr als einer Woche den Co-Trainer-Posten beim Fußball-Regionalligisten inne hat. Vieles wirkte schon vertraut und eingespielt.

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Auf einer Linie mit Neu-Präsident Laars

Der 51-Jährige trat die Nachfolge von Matthias Boron an, der zukünftig als hauptamtlicher Nachwuchsleiter bei den Kiezkickern agiert. „Letzten Endes resultiert meine neue Aufgabe aus den Umstrukturierungen im Verein, die nach dem Wechsel von Archibald Horlitz zu Björn Laars an der Vorstandsspitze angeschoben wurden“, berichtet Buder. Zwar habe er von 1994 bis 2000, als er mehr als 100 Partien als Spieler für den SV Babelsberg absolvierte und unter Trainer Wolfgang Metzler sogar zwei Aufstiege miterlebte, nie mit Björn Laars zusammengespielt, sich mit ihm in seiner Vergangenheit als Nachwuchstrainer beim SVB aber regelmäßig über Fußball ausgetauscht. „Dabei haben wir gemerkt, dass wir ähnliche Vorstellungen haben.“

In Bildern: Der SV Babelsberg 03 und Tennis Borussia Berlin trennen sich in einem Testspiel 1:1 unentschieden.

Ein Testspiel unter Fußball-Regionalligisten bestritten am 28. April 2021 der SV Babelsberg 03 und Tennis Borussia Berlin. Die Partie im Karl-Liebknecht-Stadion endete 1:1 (1:1). Daniel Frahn erzielte in der 23. Minute für den SVB die Führung, die Tahsin Cakmak mit einem direkt verwandelten Freistoß noch vor der Halbzeitpause wieder ausglich (41.). Zur Galerie
Ein Testspiel unter Fußball-Regionalligisten bestritten am 28. April 2021 der SV Babelsberg 03 und Tennis Borussia Berlin. Die Partie im Karl-Liebknecht-Stadion endete 1:1 (1:1). Daniel Frahn erzielte in der 23. Minute für den SVB die Führung, die Tahsin Cakmak mit einem direkt verwandelten Freistoß noch vor der Halbzeitpause wieder ausglich (41.). © Julius Frick

Nachdem die Idee, Buder als Co-Trainer der ersten Männermannschaft einzubinden, immer konkreter wurde, folgten Gespräche mit dem kroatischen Chefcoach Predrag Uzelac, der bei den Babelsbergern seit Januar 2020 in der Verantwortung steht. „Danach haben wir beide gesagt, dass wir uns eine gemeinsame Zusammenarbeit auf jeden Fall vorstellen können und die ersten Eindrücke vom jeweils anderen stimmen. Ob und wie das in der Praxis zusammenpasst, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen“, sagt Buder, der hauptberuflich in Potsdam als Disponent tätig und optimistisch ist, seine neue Tätigkeit bei Nulldrei und seinen bisherigen Job in Abstimmung mit seinem Arbeitgeber gut unter einen Hut zu bekommen. „Bis zum Ende der Saison ist das in der jetzigen Form erst einmal so vereinbart und dann gucken wir weiter, wie wir das am besten organisieren.“

Aktiv in der Junioren-Nationalmannschaft der DDR

Dass das Co-Trainer-Amt bei Nulldrei viel mehr eine Herzensangelegenheit als ein Job ist, merkt man Buder im Gespräch deutlich an. Natürlich sei es für ihn „etwas Besonderes“ gewesen, als der Verein mit diesem Angebot auf ihn zugekommen sei. „Wirklich lange musste ich nicht überlegen.“ Im Karl-Liebknecht-Stadion, in dem der ehemalige DDR-Junioren-Nationalspieler selbst zahlreiche Schlachten geschlagen hat, zukünftig selbst aktiv eingreifen zu können, sei „eine fantastische Aufgabe“.

Babelsberg war im Leben des gebürtigen Sachsen, der im Alter von einem Jahr nach Cottbus zog und bei der damaligen BSG Energie mit dem Kicken begann, immer ein „besonderer Bezugspunkt“ gewesen. Mit zwölf Jahren wurde der ehemalige Abwehr- und Mittelfeldspieler zum BFC Dynamo delegiert. Beim Oberliga-Rekordmeister der DDR sammelte er seine ersten Erfahrungen im Männerbereich, ehe es ihn nach der Saison 1993/94 vom BSV Stahl Brandenburg – wo er in einer Mannschaft mit Babelsbergs Betreuer Marcus „Pepe“ Petsch spielte, zu den Babelsbergern zog.

Karriereende bei Viktoria Berlin

Erfolgscoach Wolfgang Metzler habe er als gute Mischung zwischen „Kumpeltyp und hartem Hund“ in Erinnerung. Nachfolger Karsten Heine, aktuell Trainer des Regionalligisten VSG Altglienicke, habe ihn „fachlich und taktisch“ unheimlich viel beigebracht und ihn unter anderem von der rechten auf die linke Seite versetzt, erzählt „Budi“, wie er genannt wird. Unter seinem ehemaligen Mitspieler Hermann Andreev, der die Kiezkicker im Sommer 2001 – dann ohne den inzwischen zum heutigen FC Viktoria Berlin nach Lichterfelde gewechselten Buder – in die 2. Bundesliga führte, habe es einfach nicht mehr gepasst. „Aber so ist das eben manchmal im Fußball. Ich hege da überhaupt keinen Groll. Alle Erfahrungen während meiner Laufbahn haben mich geprägt.“

Mit Mitte 30 hing Buder seine Töppen an den Nagel. Eine Trainerlaufbahn konnte er sich aber schon immer vorstellen, besitzt die A-Lizenz und trainierte in den zehn Jahren, in denen er nach seiner Karriere in Mannheim (Baden-Württemberg) lebte, verschiedene Nachwuchsteams. Nach der aus privaten Gründen erfolgten Rückkehr nach Potsdam war er beim SVB für die D-II-Jugend verantwortlich. In dieser spielt auch sein Sohn, über den er wieder zum Verein kam. „Das hat mir unheimlich Spaß gemacht und sofern wir bis zum Ende der Saison trainieren können, werde ich diese Aufgabe noch zu Ende bringen.“ Anschließend soll der komplette Fokus auf der Ersten liegen.

„Wie sich meine Rolle an der Seite von Predrag genau entwickelt, wird man sehen“, gibt sich Buder gelassen, beschreibt sich aber selbst als aktiven und kommunikativen Trainertypen. „Ich bin schon der Meinung, dass die Spieler auf dem Platz durchaus Hilfe und Unterstützung von außen gebrauchen können.“ Das Fußballgeschäft kennt er sowohl aus der Perspektive des Spielers als auch des Trainers und zeigt sich zudem dankbar, dem Kiezverein „helfen zu können“. Viele Aspekte, die erklären, warum Jörg Buder an der Seitenlinie schon jetzt den Eindruck macht, als wenn er viel länger als nur eine gute Woche Teil des Babelsberger Trainerteams ist.