21. Juli 2020 / 16:12 Uhr

Neuer DHfK-Torwart: Sprachbarriere kein Problem

Neuer DHfK-Torwart: Sprachbarriere kein Problem

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Torwart-Neuzugang Kristian Saeveraas vertraut dem Trainerteam bei der Planung der Vorbereitung voll und ganz.
Torwart-Neuzugang Kristian Saeveraas vertraut dem Trainerteam bei der Planung der Vorbereitung voll und ganz. © SC DHfK Leipzig Handball
Anzeige

Deutsch lernen auf dem Handy: Der Norweger Kristian Saeveraas ist Neuzugang beim SC DHfK Leipzig. Der Torwart hält sich zwischen den Trainingseinheiten für die kommende Saison zusätzlich fit – er lernt Deutsch. Der 24-jährige will Erfahrung in der Handball-Bundesliga sammeln. Zudem wird Saeveraas auch die Weltmeisterschaft im Januar und die Olympischen Spiele im Sommer 2021 bestreiten.

Anzeige
Anzeige

Leipzig. Kaum drei Wochen in Leipzig, schon geht es los: Leistungstests, Athletiktraining, Teambuilding. Und dazwischen auch ein paar Minuten Deutsch lernen auf dem Handy. Der 24-jährige Torwartneuzugang bei den Handballern des SC DHfK Leipzig hat zwar Schwierigkeiten mit der Sprache, aber nicht mit der Kommunikation. „Mein Deutsch ist noch nicht so gut und Milos kann nicht sehr gut Englisch. Es ist manchmal leichter und manchmal schwieriger uns gegenseitig zu verstehen, aber am Ende kommt das Nötige rüber“, lacht Kristian Saeveraas.

Der gebürtige Norweger ist von Aalborg Handbold zu den Messestädtern gewechselt. Ende Juni ist er nach Leipzig gezogen. „Ich hatte noch nicht viele Möglichkeiten, mir die Stadt anzusehen, weil ich erstmal meine Wohnung einrichten musste. Ikea und Nova Eventis kenne ich jetzt aber ziemlich gut.“ Mit Teamkollegen Patrick Wiesmach und Martin Larsen habe er schon einige gute Restaurants besucht. Die Wohnung, die er in Leipzig bezieht, konnte sich Saeveraas wegen der Corona-Pandemie noch nicht mal live und in Farbe ansehen. Trotzdem ist er zufrieden mit der Wahl. Der Verein habe ihm dabei sehr geholfen, sagt er. Auch seine Freundin ist nun Leipzigerin. „Sie hatte anfangs Sorgen, was sie in ihrer Freizeit machen wird, auch weil sie die Sprache nicht kennt. Aber jetzt sind wir hier und sie hat eine positivere Einstellung.“

DURCHKLICKEN: Die Bilder vom ersten Training der Leipziger Handball-Profis

Die Handball-Profis des SC DHfK Leipzig starten in die lange Vorbereitung nach der Corona-Pause. Zur Galerie
Die Handball-Profis des SC DHfK Leipzig starten in die lange Vorbereitung nach der Corona-Pause. © SC DHfK Leipzig

Den entspannten Start in die lange Vorbereitung auf die kommende Saison begrüßt Saeveraas sehr. „Wir haben nicht volle Pulle angefangen. Diese Entscheidung halte ich für sehr klug. Dennoch freue ich mich schon auf die ersten Handball-Trainingseinheiten.“, Er vertraue dem Trainerteam voll und ganz dabei. „Milos ist der Typ Torwarttrainer, der mich in meiner Art unterstützt. Er ist sehr offen gegenüber dem, was ich ins Training einbringe“,ist die Freude auf die konkreten Trainingseinheiten groß.

Für den SC DHfK habe er sich entschieden, „weil das Team ein sich stets entwickelndes Projekt mit sehr viel Potenzial ist“. Außerdem sei es eine besondere Erfahrung in der Handball-Bundesliga zu spielen. „Ich hoffe, dass ich, durch die Entwicklung des Teams, auch mich selbst entsprechend weiterentwickeln kann“, erklärt der Torhüter die Beweggründe hinter dem Wechsel.

Erst Feldspieler, dann Tormann

Während der Corona-Pandemie und dem Lockdown habe er wenige Möglichkeiten zum Trainieren und Fithalten gehabt. „Aber dann wurde das Olympiatoppen (Sporthotel für Nationalteams ins Norwegen – A.d.R) wieder eröffnet. Dann konnte ich dort etwas konkreter trainieren. Ich hatte damit sehr viel Glück“, sagt Saeveraas. Außerdem sei er sehr viel gelaufen.

Mehr zu Leipziger Sport

Als norwegischer Nationaltorwart erwartet den 24-Jährigen eine vollgepackte Saison. Neben der erweiterten Bundesliga, wird Saeveraas auch die Weltmeisterschaft im Januar und die Olympischen Spiele im Sommer 2021 mitmachen müssen. „Aber ich bin ja Torhüter, also muss ich nicht ganz so viel laufen, wie die Feldspieler“, lacht er. Er habe sich durch die Champions-League-Spiele während der vergangenen Saison bei Aalborg an eine Zwei-Spiel-Woche gewöhnt und ist deshalb zuversichtlich, dass sich das kommende Handballjahr für ihn noch auszuhalten sein wird.

Die Position im Tor hat der Norweger in seiner Jugend mal ganz durch Zufall belegt. „Als ich 14 Jahre alt war, hat sich unser Torhüter verletzt gehabt und mein Trainer suchte nach einem Ersatz. Das war dann ich“, erinnert sich Saeveraas. Er habe sich im Kasten wohl gefühlt und habe sich bei dem Spiel auch gut bewiesen. „Danach habe ich nie wieder auf einer anderen Position gespielt.“